"Alpen-Maut" in der Schweiz: Transitgebühr kann bis zu 107 Euro kosten

Kamera-Aufrüstung an 692 Grenzübergängen
Schweizer „Alpen-Maut“ kann bis zu 107 Euro kosten

ArtikeldatumVeröffentlicht am 04.07.2026
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Schweiz Stau Gotthard
Foto: FABRICE COFFRINI via Getty Images

Aus einer Stellungnahme gegenüber www.auto-motor-und-sport.de geht hervor, dass die Gebühr auf allen Transitachsen gelten und sich nach der Nachfrage richten soll. Für die Umsetzung müssten zudem zahlreiche Grenzübergänge technisch nachgerüstet werden.

Das Parlament hatte den Bundesrat im März 2026 beauftragt, eine entsprechende Vorlage auszuarbeiten. Die Eckwerte sollen voraussichtlich im kommenden Jahr vorgestellt werden. Mehrere zentrale Punkte der geplanten Regelung werden nun erstmals konkreter.

Zahlreiche Grenzübergänge müssten mit Kameras ausgerüstet werden

Besonders aufschlussreich sind die Angaben zur technischen Umsetzung. Nach Informationen des Bundesamts für Strassen "ASTRA" existieren insgesamt 692 Grenzübergänge. Für die Einführung einer Transitabgabe müssten deshalb zahlreiche Grenzübergänge nachgerüstet werden.

Derzeit verfügt nur ein Bruchteil davon über Kameras des Fahrzeugfahndungs- und Verkehrsüberwachungssystems. Die Behörden betonen gleichzeitig, dass diese bestehenden Anlagen nicht für eine Transitabgabe errichtet wurden und mit der "Alpenmaut" bisher nicht in Zusammenhang stehen. Bereits heute werden an rund 177 Grenzübergängen Kennzeichen und Fahrzeugbewegungen erfasst.

Dynamischer Preis statt fester Gebühr

Anders als bei einer klassischen Maut soll die Transitabgabe keinen festen Preis erhalten. Die Schweizer Behörden bestätigen, dass sich die Höhe der Gebühr nach der Nachfrage richten soll. In der Stellungnahme ist ausdrücklich von einem "Pricing-Charakter" die Rede. Wer an Tagen mit besonders hohem Verkehrsaufkommen durch die Schweiz fährt, müsste damit mehr bezahlen als an verkehrsarmen Tagen.

Wie hoch die Gebühr tatsächlich ausfallen könnte, stehe noch nicht fest. Die ASTRA weist indes darauf hin, dass die konkrete Höhe erst im Rahmen der Gesetzesvorlage bestimmt wird. Der Urner Nationalrat Simon Stadler, einer der Befürworter der Transitabgabe, hatte in Schweizer Medien für besonders belastete Reisetage bereits Beträge von 80 bis 100 Franken ins Gespräch gebracht. Das entspricht derzeit rund 86 bis 107 Euro.

Längerer Aufenthalt soll von der Abgabe befreien

Vorgesehen ist außerdem, dass Reisende mit einem längeren Aufenthalt in der Schweiz von der Transitabgabe ausgenommen werden. Wie ein solcher Aufenthalt definiert wird, steht noch nicht fest. Diese Kriterien soll der Bundesrat im Rahmen der weiteren Ausarbeitung festlegen. Damit soll verhindert werden, dass Urlauber oder Geschäftsreisende innerhalb der Schweiz automatisch als reine Transitfahrer eingestuft werden.

Auslöser der Diskussion sind die regelmäßig auftretenden Staus auf den Nord-Süd-Achsen durch die Alpen. Besonders betroffen ist die Region rund um den Gotthard-Straßentunnel. An Feiertagen und in den Ferien kommt es dort immer wieder zu kilometerlangen Staus. Politiker aus dem Kanton Uri argumentieren seit Jahren, dass dadurch auch die umliegenden Gemeinden und Kantonsstraßen durch Ausweichverkehr belastet werden.

Die Transitabgabe soll nach Vorstellung ihrer Befürworter dazu beitragen, den Verkehr zeitlich besser zu verteilen und die Belastung für die betroffenen Regionen zu reduzieren.

Fazit