Angler findet Manta A in der Donau: Jetzt bringt eine Zeugin Licht in den Fall

Angler findet Manta A in der Donau
Jetzt bringt eine Zeugin Licht in den Fall

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 09.06.2026
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Opel Manta Wasserleiche
Foto: Thomas Heckmann

Mehr als eine Woche nach der Bergung meldete sich eine Zeugin bei der Polizei Neu-Ulm. Nach ihren Angaben wurde der Opel Manta bereits 1972 ihrem damaligen Ehemann gestohlen. Der Mann zog später zurück in die USA. Diese Aussage half den Ermittlern nach Angaben des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West dabei, die Geschichte des Fahrzeugs zumindest teilweise zu klären. Ob es sich tatsächlich um den damals gestohlenen Wagen handelt und wie das Fahrzeug in die Donau gelangte, ist allerdings weiterhin offen.

Schwierige Ermittlungen

Die Ermittlungen zur Herkunft des Fahrzeugs waren zunächst erfolglos verlaufen. Nach Angaben der Polizei fehlten Archivdaten, die eine schnelle Zuordnung ermöglicht hätten. Erst durch die Aussage der Zeugin ergab sich ein möglicher Zusammenhang mit einem Fahrzeugdiebstahl. Bis zur endgültigen Klärung der Eigentumsverhältnisse wurde der Opel Manta von der Polizei sichergestellt und untergestellt. Die Ermittlungen dauern an.

Was war geschehen: Am Samstagmittag (30.05.2026) ging bei der Leitstelle ein ungewöhnlicher Notruf ein. Ein Angler hatte mit seinem Echolot ein versunkenes Fahrzeug auf Höhe des Bosch-Rexroth-Geländes bei Oberelchingen entdeckt. Weil zunächst unklar war, ob sich möglicherweise noch Personen im Fahrzeug befanden, wurden umgehend zahlreiche Rettungskräfte alarmiert.

Nach stundenlanger Arbeit förderten die Einsatzkräfte einen Opel Manta zutage, der vermutlich bereits seit mehreren Jahrzehnten auf dem Grund des Flusses gelegen hatte.

Vieles spricht für einen frühen Opel Manta A

Für die eigentliche Bergung wurde die Bergungstauchergruppe des THW Neu-Ulm angefordert. Insgesamt rückten 18 Helfer und fünf Fahrzeuge an. Zunächst legten die Einsatzkräfte vorsorglich eine Ölsperre aus. Wie sich später herausstellte, war diese Vorsichtsmaßnahme notwendig. Im Fahrzeug befanden sich noch Reste von Betriebsstoffen, die während der Bergung austraten. Anschließend wurde das Wrack mit Hebekissen angehoben. Mit einer Seilwinde zogen die Helfer das Fahrzeug ans Ufer. Ein Kran hob das Wrack schließlich vollständig aus dem Wasser.

Zum Vorschein kam ein stark beschädigter Opel Manta. Anhand der noch erkennbaren Karosserieform, der Frontpartie mit den runden Scheinwerfern und der charakteristischen Motorhaube handelt es sich um einen Manta A, die erste Generation des Sportcoupés. Diese wurde von 1970 bis 1975 gebaut.

Eine eindeutige Identifizierung des genauen Modells oder Baujahrs ist aufgrund des Zustands des Fahrzeugs derzeit nicht möglich. Nach Angaben des THW soll der letzte bekannte TÜV bereits 1978 abgelaufen gewesen sein.

Die Bilder der Bergung zeigen, wie stark das Fahrzeug von Jahrzehnten im Wasser gezeichnet wurde. Das Dach ist teilweise eingestürzt, zahlreiche Karosserieteile sind deformiert und große Mengen Schlamm bedecken das Wrack. Dennoch sind die Grundformen des Coupés noch erkennbar. Vor allem die Frontpartie mit den vier runden Scheinwerfern sowie die Form der Motorhaube erlauben Rückschlüsse auf das ursprüngliche Modell.

Eine Restaurierung kommt bei dem Modell wohl kaum infrage. Als Opel Manta A in Zustand 1 wäre er als 1200 rund 23.500 Euro wert, als 1900 SR rund 29.800 Euro.

Kein Einzelfall in der Region

Bereits im November vergangenen Jahres war im Illerkanal bei Illertissen ein weiteres Fahrzeug geborgen worden, das offenbar ebenfalls über Jahrzehnte im Wasser gelegen hatte. Trotz vorhandenen Kennzeichens konnte damals letztlich nicht geklärt werden, wie das Fahrzeug in das Gewässer gelangt war.

Opel Manta Wasserleiche
Thomas Heckmann

Der aktuelle Fund zeigt, dass solche Entdeckungen auch Jahrzehnte nach dem Verschwinden eines Fahrzeugs noch möglich sind. Moderne Echolote und gezielte Suchmaßnahmen führen immer wieder dazu, dass alte Fahrzeuge auf dem Grund von Flüssen, Seen oder Kanälen entdeckt werden.

Fazit