Arbeitsministerin Bärbel Bas im Stau: „Autofahrer, bitte Platz machen“

Arbeitsministerin Bärbel Bas im Stau
„Autofahrer, bitte Platz machen“

ArtikeldatumVeröffentlicht am 08.06.2026
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Im Gespräch mit ARD-Moderatorin Caren Miosga kam Bas auf ihre Leidenschaft für Motorräder zu sprechen – sie fährt eine rund 20.000 Euro teure Harley Davidson. Als das Thema Stau auf Autobahnen aufkam, erklärte die Ministerin: "Ja, das muss man", als es um das Vorbeifahren an stehenden Fahrzeugkolonnen ging. Miosga zeigte sich überrascht und entgegnete: "Wie, das muss man? Das darf man doch nicht."

"Bitte Platz machen, wenn Motorradfahrer kommen"

Bas verteidigte ihre Aussage zunächst und verwies auf die Hitzeentwicklung vieler Motorräder im Stop-and-go-Verkehr. "Natürlich! Wenn die Maschine heiß wird. Ich muss Fahrtwind haben, insofern muss ich dann schon mal." Anschließend formulierte die Ministerin eine Bitte an Autofahrer, die im Studio für Gelächter sorgte. "Jeder Autofahrer: Bitte Platz machen, wenn Motorradfahrer kommen. Die müssen da durch."

Als Miosga erneut nachfragte, ob ein solches Verhalten überhaupt erlaubt sei, wurde Bas vorsichtiger. "Ich weiß es nicht, ehrlicherweise", sagte die SPD-Politikerin wenig später und lachte. Noch deutlicher wurde sie bei der Begründung ihres Vorgehens. "Das liegt wirklich daran, weil die Maschine im Stau heiß wird, und nicht alle haben eine Luftkühlung. Bevor eine Maschine anfängt zu brennen, sollte man gucken, dass man tatsächlich weiterkommen kann. Man sollte sich dann Wege suchen."

Die Regeln sehen keine Sonderrechte für Motorräder vor

Mit ihrer Schilderung beschreibt Bas allerdings ein Verhalten, das die Straßenverkehrsordnung nicht vorsieht. Anders als beispielsweise in einigen anderen Ländern dürfen Motorradfahrer in Deutschland nicht zwischen zwei Fahrzeugreihen hindurchfahren, um an einem Stau vorbeizukommen. Das sogenannte Lane Splitting oder Lane Filtering ist hierzulande nicht erlaubt. Auch die Nutzung des Standstreifens oder der Rettungsgasse scheidet aus.

Für viele Motorradfahrer ist die Versuchung dennoch groß. Während Autofahrer bei laufender Klimaanlage vergleichsweise komfortabel im Stau warten können, sitzen Biker bei hohen Außentemperaturen oft in voller Schutzkleidung auf einem Fahrzeug, dessen Motor zusätzliche Wärme erzeugt. Gerade auf Autobahnen kommt deshalb regelmäßig die Frage auf, warum Motorräder nicht wie in anderen Ländern an stehenden Fahrzeugen vorbeifahren dürfen.

Warum das Durchschlängeln als riskant gilt

Der Gesetzgeber begründet die strengen Regeln vor allem mit Sicherheitsaspekten. Autofahrer rechnen in einem Stau nicht zwingend mit Motorrädern zwischen den Fahrzeugen. Schon ein Spurwechsel oder eine kleine Lenkbewegung können dann zu gefährlichen Situationen führen. Hinzu kommt ein weiterer Punkt. Würden Motorradfahrer regelmäßig die Rettungsgasse oder andere freie Bereiche nutzen, könnten andere Verkehrsteilnehmer diesem Beispiel folgen. Dadurch würden genau jene Bereiche blockiert, die für Rettungskräfte freigehalten werden müssen.

Auch das von Bas angesprochene Hitzeproblem ist bei vielen aktuellen Motorrädern weniger kritisch als noch vor einigen Jahrzehnten. Die meisten modernen Maschinen verfügen über leistungsfähige Kühlsysteme und elektrische Lüfter, die auch längere Standzeiten im Verkehr bewältigen können.

Welche Regeln gelten und was droht bei Verstößen?

Die Straßenverkehrsordnung erlaubt Motorradfahrern in Deutschland nicht, sich zwischen zwei Fahrstreifen durch einen Stau zu schlängeln. Grundlage sind unter anderem die allgemeinen Überholregeln (§ 5 StVO) sowie die Spurbindung nach § 7 StVO. Auch die Rettungsgasse (§ 11 Abs. 2 StVO) und der Standstreifen dürfen nicht genutzt werden, um an einem Stau vorbeizufahren.

Fazit