Mit der Vorführung will das Unternehmen zeigen, welches Potenzial sein modulares S26-Antriebssystem für militärische Logistik und autonome Bodenfahrzeuge bietet. Die Demonstration entstand im Rahmen einer Präsentation für die US Army.
Im Mittelpunkt steht dabei weniger das Fahrzeug selbst als die Technik dahinter. AZAK entwickelt keine klassischen unbemannten Bodenfahrzeuge, sondern ein modulares Antriebssystem, das sich für unterschiedlichste Plattformen nutzen lässt.
Komplettes Antriebssystem steckt im Rad
Herzstück des Konzepts sind die S26-Räder. Anders als bei herkömmlichen Fahrzeugen befinden sich Elektromotor, Batterie, Getriebe, Bremse, Lenkung und Steuerung vollständig innerhalb des Rades. Nach Angaben des Unternehmens liegen sämtliche Komponenten sogar unterhalb der Radmitte. Dadurch soll der Schwerpunkt sinken und gleichzeitig die Traktion verbessert werden.
Jedes Rad arbeitet als eigenständige Antriebseinheit und regelt die Kraftübertragung unabhängig von den übrigen Rädern. Fällt ein Modul aus, kann es laut AZAK innerhalb weniger Sekunden ohne Werkzeug ersetzt werden. Das Unternehmen bezeichnet diesen Ansatz als "Quick Connect"-System. Die Radmodule werden direkt mit einer Plattform verbunden und benötigen weder Achsen noch einen zentralen Antriebsstrang. Dadurch soll sich der Konstruktionsaufwand deutlich reduzieren.
Mit jeder zusätzlichen Achse steigt zugleich das verfügbare Drehmoment. Dadurch lässt sich das System an unterschiedliche Größen- und Gewichtsklassen anpassen, ohne dass ein neuer Antriebsstrang entwickelt werden muss. Neben dem 26-Zoll-Modul S26 arbeitet AZAK bereits an größeren Varianten wie dem S48 mit deutlich höherem Drehmoment.
Eine Plattform für unterschiedlichste Fahrzeuge
AZAK versteht das S26 nicht als fertigen Roboter, sondern als universelle Mobilitätsplattform. Dieselben Radmodule können je nach Aufgabe an völlig unterschiedliche Fahrgestelle montiert werden. Als Beispiele nennt das Unternehmen zweirädrige Transportfahrzeuge, vierrädrige Logistikplattformen, CASEVAC-Fahrzeuge für den Verwundetentransport, mobile C5ISR-Systeme für Führung und Aufklärung sowie autonome Versorgungsfahrzeuge. Auch mobile Stromversorgungen (APU) oder Plattformen für Sensoren und andere Nutzlasten gehören zu den vorgesehenen Einsatzbereichen.
Was bedeutet CASEVAC und C5ISR? CASEVAC steht für Casualty Evacuation und bezeichnet den Transport verwundeter oder verletzter Soldaten aus dem Einsatzgebiet in einen sicheren Bereich. Im Unterschied zur medizinisch ausgestatteten Verwundetenevakuierung (MEDEVAC) erfolgt CASEVAC häufig mit verfügbaren Fahrzeugen oder Plattformen, deren Hauptaufgabe nicht der Patiententransport ist.
C5ISR (Command, Control, Communications, Computers, Cyber, Intelligence, Surveillance and Reconnaissance) fasst militärische Systeme für Führung, Kommunikation, Computertechnik, Cyberabwehr, Aufklärung, Überwachung und Informationsgewinnung zusammen. Solche Plattformen dienen dazu, Daten zu erfassen, auszuwerten und in Echtzeit an militärische Führungsstellen oder Einsatzkräfte weiterzugeben.
Bei dem gezogenen Fahrzeug handelt es sich um einen Oshkosh HEMTT A4 LHS (Load Handling System). Der Heavy Expanded Mobility Tactical Truck gehört seit Jahrzehnten zur Standardausrüstung der US Army und übernimmt schwere Transportaufgaben im Einsatz.
Die LHS-Version verfügt über einen hydraulischen Hakenlader, mit dem Container, NATO-Flatracks oder andere Lasten ohne zusätzlichen Kran aufgenommen und wieder abgesetzt werden können. Angetrieben wird das 8×8-Fahrzeug von einem rund 500 PS starken Caterpillar-C15-Dieselmotor. Je nach Beladung erreicht das Gesamtgewicht deutlich mehr als 30 Tonnen. Für die Demonstration gibt AZAK ein Fahrzeuggewicht von rund 24,5 Tonnen an.





