Das bestätigte das Unternehmen Daka Denmark nach einem Bericht der Deutsche Presseagentur (dpa). Während Teile des Tieres künftig als Biodiesel und Biomasse genutzt werden, sollen einige Knochen dauerhaft erhalten bleiben und in die Sammlung des Naturhistorischen Museums in Kopenhagen aufgenommen werden.
Damit endet die Geschichte eines Wals, dessen Rettungsversuche deutschlandweit verfolgt wurden. Die Ursache für seinen Tod ist allerdings weiterhin ungeklärt. Anfang März war der Buckelwal erstmals vor Wismar gesichtet worden. Nachdem sich das Tier aus Fischernetzen befreien ließ, strandete es in den folgenden Wochen mehrfach an der deutschen Ostseeküste. Unter anderem saß der Wal vor Timmendorfer Strand und später vor der Insel Poel fest. Eine private Rettungsinitiative transportierte das stark geschwächte Tier Ende April mit einem Spezialschiff in Richtung Nordsee. Dort wurde der Wal freigelassen. Weniger als zwei Wochen später wurde er tot an der dänischen Insel Anholt entdeckt.
Fett wird zu Kraftstoff verarbeitet
Nach der Obduktion wurden die Überreste des Wals in eine Verwertungsanlage im dänischen Randers gebracht. Dort trennt das Unternehmen die verschiedenen Bestandteile des Kadavers voneinander. Das Fett aus der Speckschicht dient als Rohstoff für die Herstellung von Biodiesel. Wasser wird gereinigt und wieder in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt. Knochen, Haut und weitere Gewebereste werden zu Biomasse verarbeitet, die später in einer Zementfabrik energetisch genutzt wird.
Ein Teil des Skeletts bleibt erhalten. Ausgewählte Knochen werden an das Naturhistorische Museum in Kopenhagen übergeben.
Haben Autofahrer bald Timmy im Tank?
Die Antwort lautet theoretisch ja. Biodiesel wird aus pflanzlichen oder tierischen Fetten hergestellt und anschließend mit anderen Kraftstoffen vermischt. Das gilt auch für den Kraftstoff an vielen europäischen Tankstellen. Der aus Timmys Speckschicht gewonnene Biodiesel wird nicht separat verkauft. Er fließt vielmehr in den normalen Produktionsprozess ein und kann später Bestandteil einer Kraftstoffmischung sein. In Deutschland enthält der Standarddiesel B7 beispielsweise bis zu sieben Prozent Biodiesel.
Ob und wo Bestandteile des Wals später tatsächlich im Kraftstoff landen, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Die Herkunft einzelner Bestandteile geht in den späteren Mischungen auf. Nimmt man als Beispiel einen geschwächten Buckelwal mit etwa 20 Tonnen Gewicht und einem Fettanteil von 25 Prozent, wären rund 5 Tonnen Fett vorhanden. Da 1 Kilogramm Fett ungefähr 1 Liter Biodiesel ergibt, könnten daraus theoretisch etwa 4.500 bis 5.000 Liter Biodiesel entstehen.





