Die neue Studie des Portals LeasingMarkt.de offenbart, wo Autofahrer statistisch am häufigsten zur Kasse gebeten werden. Unangefochtener Spitzenreiter ist Karlsruhe. Die badische Stadt nahm im vergangenen Jahr rund 18 Millionen Euro durch Tempokontrollen ein. Um die Städte fair vergleichen zu können, rechnete die Studie diese Summe auf den lokalen Pkw-Bestand von rund 140.600 Fahrzeugen um. Das Ergebnis ist ein Bußgeld von 128 Euro pro Pkw. Ein Grund dafür ist die hohe Dichte an fest installierten Anlagen. Mit 2,6 stationären Blitzern pro 10.000 Pkw übertrifft die Stadt den Durchschnittswert (ein Gerät) der 30 untersuchten Städte um mehr als das Doppelte.
Auf den ersten Blick überrascht, dass Metropolen im Ranking eher hinten liegen, obwohl sie absolut gesehen noch höhere Einnahmen erzielen als Karlsruhe. Hamburg (41,8 Millionen Euro) und Berlin (37,9 Millionen Euro) führen hier die Liste an. Diese Millionensummen verteilen sich jedoch auf eine größere Fahrzeugdichte. Zum Vergleich: Während in Karlsruhe rund 140.600 Pkw gemeldet sind, müssen sich die Einnahmen in München auf rund 790.300 Pkw und in Frankfurt auf etwa 348.000 Pkw verteilen.
Pro einzelnem Pkw ergibt sich dadurch eine deutlich geringere Bußgeld-Belastung, weshalb München mit nur 1,90 Euro pro Fahrzeug das Schlusslicht des Rankings bildet. Die Methodik der Studie, die alle Daten ins Verhältnis zum Fahrzeugbestand setzt, macht diesen Unterschied sichtbar.

Die Platzierung im Ranking ergibt sich nicht allein aus der Bußgeldhöhe pro Pkw. Vielmehr ist der Rang das Gesamtergebnis aus allen vier gezeigten Faktoren: den Einnahmen, der Dichte an stationären und mobilen Blitzern sowie der Anzahl der Messstellen.
Feste Blitzer oder flexible Kontrollen
Die Auswertung zeigt außerdem, dass die Kommunen sehr unterschiedliche Strategien bei der Verkehrsüberwachung verfolgen. Während Karlsruhe auf ein dichtes Netz stationärer Anlagen setzt, geht Potsdam einen anderen Weg. Die brandenburgische Hauptstadt führt das Ranking bei den mobilen Blitzern an. Mit 0,9 Geräten pro 10.000 Pkw setzt die Stadt doppelt so häufig auf flexible Kontrollen wie der Durchschnitt (0,4). Auch bei der Anzahl der Messstellen liegt Potsdam mit 7,7 klar vorn. Andere Städte wie Wuppertal (2,5 stationäre Blitzer) und Flensburg (2,0) verfolgen ein ähnliches Modell wie Karlsruhe und sichern sich damit ebenfalls Plätze in den Top Ten.
Die Analyse zeigt somit, dass es kein einheitliches Vorgehen gibt. Das Risiko für Autofahrer, wegen zu hoher Geschwindigkeit belangt zu werden, unterscheidet sich von Stadt zu Stadt erheblich.





