Der Zwischenfall ereignete sich bereits am Freitag (1.5.2026) in einem Stadtbus der Linie 901 nahe des Zentralen Omnibusbahnhofs in Bamberg. Nach Angaben von BR24 befanden sich zu diesem Zeitpunkt mindestens 15 Fahrgäste im Bus.
Mehrere Passagiere bemerkten laut den Stadtwerken den Fahrerwechsel und sprachen den Busfahrer darauf an. Dieser habe zunächst jedoch nicht reagiert. Erst nachdem der Fahrgast am Steuer stark gebremst hatte und mehrere Menschen im Bus gestürzt waren, habe der eigentliche Fahrer wieder übernommen.
Zwei Fahrgäste wurden verletzt
Mindestens zwei Menschen erlitten bei dem Vorfall leichte Verletzungen. Nach Angaben der Polizei handelte es sich um Prellungen. Andere Fahrgäste alarmierten anschließend über den Notruf die Polizei. Beamte stoppten den Bus später im Stadtteil Gartenstadt. Warum der Fahrer dem Mann überhaupt das Steuer überließ, ist bisher unklar. Die Polizei ermittelt weiterhin zu den Hintergründen.
Die Stadtwerke Bamberg reagierten deutlich auf den Vorfall. Man sei "schockiert" über das Verhalten des Fahrers, erklärte ein Sprecher gegenüber BR24. Der Mitarbeiter sei unmittelbar nach dem Vorfall vom Dienst freigestellt worden.
Ermittlungen gegen Fahrer und Fahrgast
Die Polizei ermittelt inzwischen gegen beide Beteiligten. Gegen den Fahrgast stehen unter anderem der Verdacht des Fahrens ohne Fahrerlaubnis sowie fahrlässige Körperverletzung im Raum. Auch der eigentliche Busfahrer muss mit strafrechtlichen Folgen rechnen.
Dem Fahrgast droht wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis nach § 21 StVG eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr – bei Gefährdung anderer sogar bis zu zwei Jahren. Hinzu kommt der Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung nach § 229 StGB, der mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden kann.
Auch der Busfahrer macht sich strafbar: Wer das Fahren ohne Fahrerlaubnis wissentlich zulässt, haftet nach demselben Paragrafen. Da es sich um eine kurze Strecke und leichte Verletzungen handelt, dürften am Ende Geldstrafen das wahrscheinlichste Ergebnis sein.
Welchen Führerschein braucht man
Um einen Linienbus fahren zu dürfen, reicht ein normaler Pkw-Führerschein bei weitem nicht aus. In Deutschland ist dafür die Führerscheinklasse D erforderlich – speziell für Kraftomnibusse mit mehr als acht Fahrgastplätzen.
Die Ausbildung ist aufwendig: Sie umfasst theoretischen Unterricht, praktische Fahrstunden sowie eine Grundqualifikation nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz (BKrFQG). Hinzu kommen regelmäßige Weiterbildungen alle fünf Jahre. Der gesamte Prozess dauert in der Regel mehrere Monate und kostet je nach Fahrschule zwischen 5.000 und 10.000 Euro.





