Bußgelder für Tempo-Sünder: Mit Anhänger wird es so richtig teuer

Bußgelder für Tempo-Sünder
Mit Anhänger wird es so richtig teuer

ArtikeldatumVeröffentlicht am 07.02.2026
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Foto: Andreas Becker

Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit ist nach wie vor Unfallursache Nummer eins. Selbst wenn es nicht zu einem Crash kommt, werden erwischte Temposünder daher mit einem Bußgeld zur Kasse gebeten. Die fallen in Deutschland gemessen an anderen europäischen Ländern zwar noch gering aus, dennoch tun die Geldbußen und die unter Umständen damit verknüpften Punkte in Flensburg weh.

In Deutschland maximal 100 km/h

Deutlich höher dürften die Schmerzen bei einem erwischten Temposünder ausfallen, wenn am Auto ein Anhänger angedockt war. Nach § 3 der StVO dürfen solche Gespanne auf Landstraßen und selbst auf Autobahnen nur mit maximal 80 km/h unterwegs sein. Eine mit verschiedenen Auflagen verknüpfte 100-km/h-Zulassung für einen Anhänger ist zwar möglich, erlaubt das erhöhte Maximal-Tempo aber auch nur auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen – nicht auf normalen Landstraßen.

Weil Gespanne auf höhere Tempi einfach empfindlicher reagieren als Pkw allein, sieht der Gesetzgeber bei Geschwindigkeitsüberschreitungen mit Anhänger auch spürbar höhere Bußgelder und Sanktionen vor.

Gespann-GeschwindigkeitsrekordDer Temporekord eines Wohnwagengespanns liegt übrigens bei 231 km/h. Aufgestellt wurde dieser 2004 von Wohnwagenspezialist Knaus Tabbert. Gefahren wurde der Rekord mit einer Kombination aus einem Porsche Cayenne Turbo und einem T@B-Wohnwagen auf einem Michelin-Testgelände.

Bereits beim ersten Limit von Überschreitungen bis zu 10 km/h innerorts liegt das Bußgeld mit 40 Euro um zehn Euro höher als ohne Hänger. Im Bereich von 16 bis 20 km/h kommt der Pkw-Fahrer noch mit 70 Euro Bußgeld davon, der Hängerpilot sieht sich bereits mit 160 Euro und einem Punkt in Flensburg konfrontiert. Ein Fahrverbot droht wie beim Solo-Pkw ab 26 km/h Überschreitung, wenn man dabei zweimal innerhalb eines Jahres erwischt wird.

Wer es so richtig laufen lässt, den erwarten bei Tempolimit-Überschreitungen von über 60 km/h Bußgelder bis 800 Euro, zwei Punkte und drei Monate Fahrverbot.

Andere Länder, andere Limits

Das Hänger-Tempolimit in Europa zeigt sich uneinheitlich. Während in Deutschland maximal 80 km/h, oder mit Sonderzulassung 100 km/h auf Autobahnen und Schnellstraßen zulässig sind, erlauben die Niederlande hier maximal 90 Km/h, Belgien gestattet mit regionalen Ausnahmen bis zu 120 km/h, Rumänien ebenfalls bis zu 120 km/h, Großbritannien maximal 96 km/h, Luxemburg 90 km/h, Frankreich auf Autobahnen 130 km/h und auf Schnellstraßen 110 km/h, Spanien, Kroatien, Estland und die Slowakei bis zu 90 km/h, Portugal, Bulgarien, Slowenien und Österreich maximal 100 km/h. Norwegen, Ungarn, Finnland, Italien, Irland, Schweiz, Dänemark, Schweden, Polen, Tschechien und Griechenland haben ein Limit von 80 km/h. Da in manchen Ländern die Limits auch an bestimmte Hängeausstattungen und Gewichte gebunden sind, sollten die entsprechenden Rahmenbedingungen jeweils vor Fahrtantritt geprüft werden. Zudem sollte auch immer beachtet werden, ob der Hersteller des Hängers/Wohnwagens ein eigenes Limit angibt.

Fazit