Roboter Byd Xiao Di: Der muss nicht im Autowerk schuften

Byd Xiao Di
Kein Schrauber, sondern Verkäufer

ArtikeldatumVeröffentlicht am 06.08.2026
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Byd Xiao Di
Foto: Byd

Denn Xiao Di, der erst im August offiziell vorgestellt wird, soll zuerst in Erlebniszentren und Autohäusern aushelfen. Byd-Vizepräsidentin Stella Li hält sogar langfristig zwei bis drei Roboter pro Autohaus für möglich.

Sie sollen Mitarbeiter im Verkauf unterstützen und den ersten Kontakt mit Kunden übernehmen. Dazu gehören nach den bisherigen Planungen unter anderem die Vorstellung einzelner Modelle, Erläuterungen zu Ausstattungen und Assistenzsystemen sowie Produktvorführungen.

Für internationale Besucher soll Xiao Di Gespräche zwischen sechs chinesischen Dialekten und sechs Fremdsprachen in Echtzeit übersetzen können. Außerdem werden eine 360-Grad-Umgebungserfassung sowie die Erkennung von Gesichtern, Gesten und Lippenbewegungen genannt. Das berichten mehrere chinesische Medien unabhängig voneinander.

Humanoide werden für Autohersteller zum neuen Geschäftsfeld

Byd ist längst nicht der einzige Fahrzeughersteller, der auf humanoide Roboter setzt. Die Konzepte reichen vom Verkaufsberater bis zum Montagehelfer in der Fahrzeugproduktion.

Was sind Freiheitsgrade?Freiheitsgrade beschreiben bei Robotern, wie viele unabhängige Bewegungen ein System ausführen kann. In der Praxis entspricht das meist der Zahl der einzeln ansteuerbaren Gelenkachsen, etwa im Schulter-, Ellenbogen- oder Handgelenk. Mehr Freiheitsgrade erlauben komplexere, menschenähnlichere Bewegungen und bessere Anpassung an verschiedene Aufgaben, erhöhen aber Aufwand und Kosten für Mechanik, Sensorik und Steuerung.

Bei humanoiden Robotern geben Angaben wie "31 Freiheitsgrade" deshalb einen groben Hinweis darauf, wie beweglich der Körper inklusive Arme, Beine, Rumpf und Hände ist.

Während Byd den Einstieg über den direkten Kundenkontakt wählt, stehen bei BMW, Mercedes-Benz, Hyundai und Tesla zunächst industrielle Anwendungen im Mittelpunkt. BMW testet den Figure 03 bereits im US-Werk Spartanburg. Mercedes-Benz erprobt Apollo in der Materialversorgung und für wiederkehrende Produktionsaufgaben.

In China wächst der Wettbewerb ebenfalls. XPeng entwickelt mit Iron einen Humanoiden für Produktion und Verkaufsräume. Chery bietet mit dem Mornine M1 bereits einen Roboter für Empfang und Beratung an. SAIC-GM setzt einen Humanoiden mit Rädern in der Batteriefertigung ein, während GAC mit GoMate eine eigene Robotikplattform aufbaut.

Premiere Anfang August

Mit der Vorstellung im Di Space in Zhengzhou zeigt Byd erstmals einen funktionsfähigen Humanoiden der Öffentlichkeit. Erst dann wird sich zeigen, welche der bisher bekannten technischen Daten zutreffen und welche Aufgaben Xiao Di bereits selbstständig übernehmen kann. Angaben zu einem Serienstart oder einem möglichen Verkauf außerhalb der eigenen Standorte hat Byd bisher nicht veröffentlicht.

Fazit