Nun sind sie also bekannt, die Parameter, nach denen künftig Elektroautos in Deutschland gefördert werden sollen. Doch eine Käufergruppe dürfte das Konzept mit Erstaunen und eher ablehnend zur Kenntnis nehmen: Wer nämlich vorhat, sich ein gebrauchtes E-Auto zuzulegen, muss dieses vorerst komplett aus eigener Tasche bezahlen. Denn anders als es mehreren Medienberichten zufolge zuvor angedacht war, beschränkt sich die neue Förderung für Elektroautos anfangs ausschließlich auf Neuwagen.
Vorschlag zur Gebrauchtwagenförderung wurde diskutiert
Noch Anfang Dezember 2025 berichtete der SWR, dass das Umweltministerium einen Vorschlag für eine Kaufprämie zur Förderung von gebrauchten Elektrofahrzeugen diskutiere und ausarbeite. Doch diese Diskussionen führten offensichtlich zu keinem zielführenden Ergebnis. Im nun vorgestellten Förderungskonzept bleiben gebrauchte Elektroautos komplett außen vor.
Doch warum eigentlich? Auf diese Frage ging Umweltbundesminister Carsten Schneider während der Pressekonferenz, in der er das neue Förderungskonzept vorstellte, nur am Rande ein. "Ich halte den Markt für noch nicht groß genug", sagte der SPD-Politiker auf eine entsprechende Frage. "Und wir wollten gezielt Neuwagen fördern."
Nur zwischen den Zeilen ließ sich aus Schneiders Ausführungen heraushören, warum Gebrauchtwagen wirklich aus der Förderung gestrichen wurden. Immer wieder wies er darauf hin, dass das jetzige Konzept den Rückhalt der gesamten Regierungskoalition genießt, die Abstimmungen bis zu diesem Punkt jedoch intensiv debattiert wurden und letztlich Kompromisse geschlossen werden mussten.
"Anschub für unsere heimische Automobilwirtschaft"
Da liegt der Verdacht nahe, dass speziell die Unionsparteien CDU und CSU die neue E-Auto-Förderung in erster Linie als nötigen Konjunktur-Impuls für die derzeit lahmende deutsche Autoindustrie ansehen. Und die ist in erster Linie daran interessiert, Neuwagen zu verkaufen. Weshalb selbst Minister Schneider im offiziellen Statement des Umweltressorts zum Marktschreier für die heimischen E-Auto-Bauer mutierte. "Es ist ein Anschub für unsere heimische Automobilwirtschaft, die starke Elektroautos im Angebot hat."
Gleichzeitig vertröstete Schneider potenzielle Käuferinnen und Käufer gebrauchter Elektroautos. Er wolle keine Hersteller und Modelle nennen, aber "es werden nun Autos auf den Markt kommen, die mit Förderung preislich unter 20.000 Euro liegen werden". Damit würden diese Neuwagen auch für jene Kundinnen und Kunden interessant, die bisher aus finanziellen Gründen auf den Gebrauchtwagenmarkt schielen. Zudem könnte eine Förderung von Zweithand-Stromern 2027 oder 2028 in das Konzept integriert werden.
Hinweis: In der Fotoshow über dem Artikel präsentieren wir Ihnen den ausführlichen Gebrauchtwagen-Check des Tesla Model 3.












