Gerade an den Sommerwochenenden bilden sich regelmäßig lange Fahrzeugschlangen vor der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung der Schweiz. Zusätzlich wird der Gotthard-Straßentunnel in diesem Jahr an insgesamt 34 Nächten für Wartungs- und Reinigungsarbeiten gesperrt.
Der Gotthard-Tunnel zwischen Göschenen und Airolo ist mit rund 17 Kilometern Länge einer der wichtigsten Straßentunnel Europas. An Spitzentagen nutzen zehntausende Fahrzeuge die Verbindung zwischen der Deutschschweiz, dem Tessin und Norditalien. Während die Ferienstaus tagsüber für lange Wartezeiten sorgen können, betreffen die geplanten Sperrungen die Abend- und Nachtstunden.
Die Arbeiten dienen dem Unterhalt der Tunnelanlage. Gleichzeitig laufen die Bauarbeiten für die zweite Gotthard-Röhre weiter. Für Autofahrer hat dies vor allem Auswirkungen auf Nachtfahrten Richtung Süden oder zurück nach Deutschland.
An diesen Terminen ist der Gotthard-Tunnel 2026 gesperrt
Die Sperrungen finden überwiegend von Montagabend bis Freitagmorgen statt. Zusätzlich wird der Tunnel jede Woche in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag zwischen 23:00 Uhr und 01:00 Uhr kurzzeitig für Sondertransporte gesperrt.
Wochenenden sind von den regulären Nachtsperrungen nicht betroffen.
Sommerstaus treffen viel Autofahrer
Für die meisten Reisenden sind die Nachtsperrungen nicht das größte Problem. Deutlich häufiger sorgen die langen Staus vor den Tunnelportalen für Verzögerungen. Vor allem an den Ferienwochenenden im Juli und August kann sich der Verkehr auf mehrere Kilometer Länge zurückstauen.
Besonders kritisch sind die Ferienstarts in den großen Schweizer Kantonen sowie die klassischen Urlauber-Wechseltage am Wochenende. Wer flexibel ist, sollte möglichst frühmorgens oder erst am Abend fahren und die Samstage meiden.
Diese Alternativen gibt es zum Gotthard
Bei einer Sperrung oder bei längeren Staus stehen mehrere Ausweichrouten zur Verfügung. Die wichtigste Alternative ist die Route über die A13 und den San-Bernardino-Tunnel. Sie führt über Chur und Bellinzona und wird von den Schweizer Behörden regelmäßig als Ausweichstrecke empfohlen. Je nach Verkehrslage kann sie sogar schneller sein als die Fahrt über den Gotthard.
Ist die Passstraße geöffnet, kann auch die historische Gotthardpassstraße genutzt werden. Sie verbindet Göschenen und Airolo direkt über den Alpenpass. Für Wohnmobile, Gespanne und unerfahrene Fahrer ist die Strecke allerdings nur eingeschränkt geeignet.
Reisende aus der Westschweiz können außerdem über Grimselpass und Nufenenpass ausweichen. Diese Route ist landschaftlich reizvoll, benötigt aber mehr Fahrzeit.
So läuft der Verkehr während einer Sperrung
Während der Nachtsperrungen wird der Personenverkehr über die Gotthardpassstraße umgeleitet, sofern diese geöffnet ist. Lastwagen mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen werden bereits etwa 30 Minuten vor Beginn der Sperrung an den Tunnelportalen angehalten.





