Mit der sogenannten "Concept Team-Cab" zeigte der Hersteller eine Mannschaftskabine, bei der zahlreiche Innenraumkomponenten aus einem Holzverbundwerkstoff gefertigt sind. Die Studie soll neue Möglichkeiten beim Bau von Feuerwehrfahrzeugen aufzeigen und Rückmeldungen von Feuerwehren und Beschaffern sammeln. Das begehbare Kabinenmodul ist kein Vorserienmodell und auch keine Ankündigung eines künftigen Serienfahrzeugs. Stattdessen nutzt Magirus die Messe als Plattform, um über alternative Materialien im Feuerwehrfahrzeugbau zu diskutieren.
Im Mittelpunkt steht ein Holzverbundwerkstoff aus Buchenholz mit Eichenoptik. Das Material kommt unter anderem bei Sitzen, Verkleidungen und Stauraumelementen zum Einsatz. Nach Angaben des Herstellers stehen dabei Eigenschaften wie Reparaturfähigkeit, lange Nutzungsdauer und die Verfügbarkeit regionaler Rohstoffe im Vordergrund.
Während moderne Fahrzeuge häufig auf komplexe Verbundwerkstoffe setzen, soll der gezeigte Materialansatz einfacher zu bearbeiten und instand zu setzen sein. Beschädigte Bereiche könnten repariert oder einzelne Komponenten ersetzt werden, ohne komplette Baugruppen austauschen zu müssen.
Tragende Struktur bleibt unverändert
An den grundlegenden Sicherheitsanforderungen ändert die Studie nichts. Die tragende Kabinenstruktur bleibt laut Magirus unverändert und erfüllt weiterhin die Vorgaben der ECE-R29-Norm für Nutzfahrzeugkabinen.
Damit die Holzelemente den Anforderungen im Einsatzalltag standhalten, werden sie mit speziellen Lasuren und Lacken behandelt. Diese sollen das Material vor Feuchtigkeit schützen und gleichzeitig die Entflammbarkeit reduzieren. Nach Herstellerangaben sind die Oberflächen zudem gegen Säuren und Laugen widerstandsfähig.
Warum Magirus auf Holz setzt
Der Feuerwehrfahrzeugbau steht zunehmend vor Fragen nach Materialverfügbarkeit, Reparaturmöglichkeiten und langfristiger Nutzung. Vor diesem Hintergrund untersucht Magirus, welche Rolle alternative Werkstoffe künftig spielen könnten.
Unternehmenschef Fatmir Veselaj erklärte, Innovation bedeute auch, neue Ideen frühzeitig zur Diskussion zu stellen und gemeinsam mit den späteren Anwendern zu bewerten. Die Concept Team-Cab soll deshalb vor allem zeigen, welche Möglichkeiten sich jenseits der heute üblichen Materialien ergeben könnten.





