Der US-Autobauer bestätigt gegenüber Bloomberg Gespräche mit Regierungen in Europa und Nordamerika über mögliche Verteidigungs- und Behördenfahrzeuge auf Basis bestehender Nutzfahrzeuge.
Wichtig dabei ist allerdings die Unterscheidung zwischen mehreren unterschiedlichen Modellreihen. Ford nennt in seinen Stellungnahmen sowohl den normalen Ranger als auch den neuen Ranger Super Duty und zusätzlich die schweren Super-Duty-Modelle der großen F-Series. Dabei handelt es sich um drei technisch klar voneinander getrennte Fahrzeugkonzepte.
Der klassische Ranger ist ein Mittelklasse-Pick-up, wie er auch in Europa verkauft wird. Der neue Ranger Super Duty basiert zwar auf diesem Modell, wurde aber für deutlich höhere Lasten und härtere Einsätze verstärkt. Die F-Series Super Duty wiederum ist eine eigenständige, deutlich größere US-Baureihe mit schweren Heavy-Duty-Pick-ups für besonders hohe Nutz- und Anhängelasten.
Ranger als internationale Plattform interessant
Vor allem der normale Ranger gilt für Ford als interessant, weil das Modell weltweit produziert und verkauft wird. Genau diesen globalen Ansatz hebt das Unternehmen selbst hervor. Viele Streitkräfte und Behörden nutzen Fahrzeuge dieser Klasse bereits heute für Transport-, Patrouillen- oder Unterstützungsaufgaben.
Der Ranger bietet je nach Version Allradtechnik, Geländeuntersetzung und robuste Offroad-Eigenschaften. Gleichzeitig bleibt das Fahrzeug kompakter und leichter als große amerikanische Heavy-Duty-Pick-ups.
Ranger Super Duty deutlich robuster ausgelegt
Deutlich weiter geht der neue Ranger Super Duty. Dieses Modell wurde technisch umfassend verstärkt und richtet sich vor allem an schwere Arbeits- und Zugaufgaben. Ford verbaut unter anderem einen verstärkten Leiterrahmen, robustere Achsen und stärkere Fahrwerkskomponenten. Angetrieben wird der Pick-up von einem 3,0-Liter-V6-Turbodiesel mit 154 kW (209 PS) und 600 Nm Drehmoment. Die maximale Anhängelast liegt bei 4.500 Kilogramm.
Hinzu kommen Funktionen wie "Pro Power Onboard", bei denen das Fahrzeug als mobile Stromquelle genutzt werden kann. Gerade solche Systeme gelten bei militärischen Unterstützungs- und Logistikfahrzeugen als interessant.
F-Series Super Duty nochmals deutlich größer
Noch eine Klasse oberhalb des Ranger Super Duty positioniert Ford die F-Series Super Duty. Diese Fahrzeuge werden vor allem in Nordamerika angeboten und zählen zu den schwersten Pick-ups im Ford-Programm.
Je nach Version kommen großvolumige V8-Benzin- oder Dieselmotoren zum Einsatz. Die Modelle bieten deutlich höhere Nutz- und Anhängelasten als der Ranger. Einige Varianten erreichen Anhängelasten von weit über zehn Tonnen. Gerade für schwere militärische Logistikaufgaben oder den Transport großer Anhänger könnten diese Modelle interessant werden.
Noch keine konkreten Militärprojekte
Ford betont allerdings selbst, dass sich die Gespräche weiterhin in einer frühen Phase befinden. Konkrete Verträge oder Militärprojekte wurden bisher nicht bekanntgegeben.
Unternehmenschef Jim Farley hatte bereits zuvor erklärt, dass Ford über verteidigungsbezogene Anforderungen mit der US-Regierung spreche. Nun bestätigt der Konzern erstmals auch Gespräche mit Regierungen in Europa.





