Mehler Protection, Spezialist für ballistischen Körper- und Plattformschutz und der österreichische Traktor-Hersteller Steyr haben deshalb eine geschützte Variante des Terrus CVT entwickelt, die erstmals auf der Eurosatory 2026 vorgestellt wurde.
Das Fahrzeug verbindet die Fähigkeiten eines leistungsstarken Traktors mit Schutzsystemen, wie sie sonst vor allem bei militärischen Spezialfahrzeugen zu finden sind. Zielgruppe sind Streitkräfte, Behörden und Organisationen, die auch in gefährdeten Bereichen Bau-, Räum- oder Unterstützungsarbeiten durchführen müssen.
Heckscheibe kann gesprengt werden
Kern ist das von Mehler entwickelte Konzept M-RACC KE. Es wurde speziell dafür ausgelegt, zivile Traktorplattformen an militärische Anforderungen anzupassen.
Die Kabine erfüllt nach Herstellerangaben die Anforderungen von STANAG 4569 beziehungsweise AEP-55 Level 2. Neben der gepanzerten Fahrerkabine umfasst das Schutzkonzept auch zusätzliche Panzerungsmodule für besonders gefährdete Fahrzeugbereiche sowie geschützte Verglasungen. Zum Sicherheitskonzept gehören außerdem mehrere Notausstiege. Die Besatzung kann das Fahrzeug über zwei Türen, eine Dachluke oder eine pyrotechnisch freisetzbare Heckscheibe verlassen.
Was bedeutet STANAG 4569?STANAG 4569 ist ein NATO-Standard zur Bewertung des Schutzes militärischer Fahrzeuge. Er legt fest, gegen welche Waffenwirkungen, Splitterbelastungen oder Minenexplosionen ein Fahrzeug geschützt sein muss. Die Schutzstufen reichen von leichten Bedrohungen bis hin zu schweren Kampfmittelwirkungen.
Schutz für Besatzung und Fahrzeugtechnik
Anders als bei vielen Nachrüstlösungen beschränkt sich der Schutz nicht allein auf den Fahrerbereich. Auch wichtige Baugruppen des Fahrzeugs wurden in das Konzept einbezogen. Dazu zählen unter anderem Kraftstofftank, Batteriesysteme und weitere funktionskritische Komponenten. Nach Angaben von Mehler erfüllt das Gesamtsystem zudem die Anforderungen des STANAG-Level-2-Minen- und Splitterschutzes.
Die Schutzverglasung ist modular aufgebaut. Beschädigte Elemente können einzeln ersetzt werden, wodurch Reparaturzeiten und Ausfallzeiten reduziert werden sollen.

Die Schutzverglasung ist modular aufgebaut.
Anpassungen für militärische Nutzer
Neben der Panzerung erhielt der Terrus CVT mehrere technische Modifikationen. Das Kraftstoffsystem wurde für militärische Einheitskraftstoffe angepasst. Gleichzeitig verzichtet das Fahrzeug auf ein AdBlue-System.
Zusätzlich verfügt der Traktor über ein separates 24-Volt-Bordnetz, militärische Beleuchtungseinrichtungen und eine erweiterte elektrische Architektur. Dadurch können zusätzliche Ausrüstungen und militärische Systeme integriert werden. Für die Unterbringung persönlicher Ausrüstung entwickelte Lindnerhof Taktik ein modulares Stauraumsystem für die Kabine.
Warum ein geschützter Traktor?
Im Vergleich zu spezialisierten Militärfahrzeugen bietet ein Traktor einen entscheidenden Vorteil: die große Bandbreite verfügbarer Anbaugeräte. Der Terrus CVT kann beispielsweise mit Frontladern, Räumschildern, Baggeranbauten, Kransystemen oder Grabenfräsen ausgerüstet werden. Dadurch lassen sich unterschiedlichste Aufgaben mit einer einzigen Plattform abdecken.
Gerade bei Infrastrukturarbeiten, Räummaßnahmen oder Unterstützungsaufgaben könnte ein geschützter Traktor eine vergleichsweise flexible Lösung darstellen.





