Grödner Joch gesperrt? Aber nicht für Sie!

Grödner Joch gesperrt?
Ja, aber nur „virtuell“

ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.08.2026
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Grödener Joch
Foto: Unaihuiziphotography via Getty Images

Ursprünglich war ab diesem Stichtag für fünf Monate eine echte Sperrung vorgesehen, die den motorisierten Durchgangsverkehr weitgehend vom Pass ausgeschlossen hätte. Doch gegen diese Pläne regte sich Widerstand, unter anderem aus der Tourismusbranche und von betroffenen Hoteliers. Nun wird die Sperrung zunächst nur "virtuell" umgesetzt.

Keine Schranken und keine Strafen am Grödner Joch

Bestätigt wird die Änderung vom Tourismusportal Val Gardena für das Grödnertal mit den Gemeinden St. Ulrich, St. Christina und Wolkenstein. Dort heißt es zu den neuen Plänen:

Die ursprünglich für den 1. September 2026 geplante probeweise Verkehrsbeschränkung am Grödner Joch wird vorerst nicht in der ursprünglich vorgesehenen Form umgesetzt. Statt einer tatsächlichen Sperre ist lediglich ein virtueller beziehungsweise digitaler Testlauf vorgesehen.

Sella-Runde bleibt damit vollständig befahrbar

Was bedeutet das nun für Auto- und Motorradfahrer? Am Grödner Joch gibt es keine physischen Sperren, Fahrzeuge werden nicht an der Durchfahrt gehindert und Verstöße nicht mit Geldbußen geahndet. Während der Testphase sollen stattdessen die Verkehrsströme erfasst und ausgewertet werden. Die Daten sollen anschließend als Grundlage für die Entscheidung dienen, wie der Verkehr auf den Dolomitenpässen künftig gesteuert werden könnte.

Die Änderung ist vor allem für Urlauber relevant, die eine Fahrt über die Sella-Runde planen. Die Strecke führt rund um das Sellamassiv über vier bekannte Dolomitenpässe.

Wichtig Was ist die Sella-Runde?Die Sella-Runde führt auf rund 50 Kilometern einmal um das Sellamassiv in den Dolomiten. Sie verläuft über vier Alpenpässe, das Grödner Joch (2.121 Meter), das Sellajoch (2.218 Meter), den Pordoipass (2.239 Meter) und den Campolongopass (1.875 Meter). Die Strecke verbindet Südtirol mit dem Trentino und der Provinz Belluno in Venetien.
Sie kann in beiden Richtungen gefahren werden und ist besonders bei Auto- und Motorradfahrern sowie Radfahrern eine bekannte Dolomitenrunde.

Was passiert nach der Testphase?

Die zunächst geplante Testphase sollte vom bis zum 1.2.2027 dauern. Damit wollten die beteiligten Gemeinden praktisch erproben, wie sich eine weitgehende Verkehrsberuhigung am Grödner Joch umsetzen lässt. Über entsprechende Maßnahmen auf den stark frequentierten Dolomitenpässen wird in Südtirol bereits seit Jahren diskutiert.

Im Mittelpunkt steht das hohe Verkehrsaufkommen insbesondere während der Sommermonate. Auf den Passstraßen treffen Ausflugsverkehr, Motorräder, Pkw und Wohnmobile auf den lokalen Verkehr. Die Gemeinden im Grödner- und Gadertal hatten deshalb ein gemeinsames Konzept entwickelt, mit dem der motorisierte Individualverkehr stärker gesteuert werden sollte. Was ab 2027 gilt, steht dagegen noch nicht fest. Möglich bleibt, dass nach Auswertung der Testphase reale Verkehrsbeschränkungen eingeführt werden. Offen ist außerdem, ob diese dann nur das Grödner Joch betreffen oder auf weitere Pässe der Sella-Runde ausgeweitet werden.

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