Gute Geschäfte im Geheimen: Das verdient Mercedes an der Militär-G-Klasse

Gute Geschäfte im Geheimen
Das verdient Mercedes an der Militär-G-Klasse

ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.05.2026
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Die Mercedes-Benz Group liefert seit Jahrzehnten Geländewagen für Militär und Behörden, weist diesen Bereich aber nicht separat aus. In der Bilanz tauchen die Fahrzeuge nur als Teil der G-Klasse -Produktion auf.

Gerade deshalb bleibt der Umfang schwer greifbar. Klar ist nur, dass mehrere Großaufträge die Produktion über Jahre auslasten. Alle Preisangaben und Margen lassen sich dabei nur annähern, Insider bestätigen aber "grob" unsere Spekulationen.

Militärische G-Klasse läuft im Seriengeschäft mit

Die G-Klasse gehört zu den margenstärkeren Baureihen im Konzern. Ein Teil der Produktion entfällt auf Behörden- und Militärversionen der Baureihe 464. Offizielle Stückzahlen nennt Mercedes nicht.

Für den Konzern hat das einen strukturellen Vorteil. Militärfahrzeuge werden über langfristige Verträge abgerufen und sorgen damit für planbare Auslastung. Das unterscheidet sich deutlich vom klassischen Pkw-Geschäft.

Zwei Programme bestimmen aktuell die Stückzahlen

Im Zentrum stehen derzeit zwei Beschaffungsprogramme, die beide auf der gleichen technischen Basis aufbauen.

Caracal als militärisches System

Der Caracal entsteht unter Führung von Rheinmetall und nutzt das G-Klasse-Fahrgestell als Grundlage. Der Rahmenvertrag umfasst 3.058 Fahrzeuge mit einem Gesamtvolumen von rund 1,9 Milliarden Euro.

Daraus ergibt sich ein rechnerischer Systempreis von etwa 600.000 bis 650.000 Euro pro Fahrzeug. Mercedes liefert in diesem Fall das Fahrgestell mit Antrieb, nicht das komplette System. Der Anteil am Gesamtpreis lässt sich nur schätzen und dürfte im Bereich von etwa 140.000 bis 200.000 Euro pro Fahrzeug liegen.

Diese Einordnung basiert auf bekannten Vertragsvolumina und typischen Aufteilungen in solchen Programmen. Offiziell will Mercedes dazu nichts sagen.

Der Caracal ist für Luftlande- und Spezialeinsätze ausgelegt. Entscheidend ist die Kombination aus geringem Gewicht, hoher Nutzlast und modularer Struktur. Zwei Fahrzeuge passen in einen Transporthubschrauber vom Typ CH-47. Der offene Aufbau erlaubt unterschiedliche Konfigurationen, vom Transport bis zur Trägerplattform für Ausrüstung und Systeme.

Wolf 2 als neues Standardfahrzeug

Parallel dazu beschafft die Bundeswehr den Wolf 2 als Nachfolger der bisherigen G-Klasse-Flotte. Der Rahmenvertrag umfasst bis zu 5.800 Fahrzeuge bei einem Gesamtvolumen von rund 1,3 Milliarden Euro.

Aus diesen Daten ergibt sich ein rechnerischer Stückpreis von etwa 160.000 bis 180.000 Euro. Auch das ist eine Annäherung, keine offizielle Angabe – gut unterrichtete Kreisen sehen diese Daten als realistisch an.

Im Unterschied zum Caracal liefert Mercedes hier das komplette Fahrzeug. Der Wolf 2 ist technisch näher an der Serien-G-Klasse, wird aber konsequent für den militärischen Einsatz angepasst. Dazu gehören unter anderem ein 24-Volt-Bordnetz, Tarnbeleuchtung, elektromagnetische Abschirmung sowie die Vorbereitung für digitale Führungs- und Funksysteme.

Weitere Varianten der Militär-G-Klasse

Die beiden aktuellen Programme stehen im Fokus, sind aber nicht die einzigen Modelle. Die militärische G-Klasse hat sich über Jahrzehnte in mehrere Varianten verzweigt.

Ein wichtiger Vorläufer ist der klassische "Wolf" auf Basis der Baureihe 461, der seit den 1990er-Jahren bei der Bundeswehr im Einsatz ist. Parallel dazu existieren weiterhin Behördenversionen für internationale Kunden, die technisch zwischen ziviler G-Klasse und militärischer Ausführung angesiedelt sind.

Hinzu kommen spezialisierte Varianten auf G-Basis, etwa Fahrgestelle für Aufbauten, Sanitätsfahrzeuge oder Kommunikationsfahrzeuge. Diese werden je nach Auftrag individuell konfiguriert. Auch Exportversionen für andere Armeen spielen eine Rolle, werden aber selten öffentlich detailliert beziffert.

Der Caracal selbst ist streng genommen ebenfalls nur eine von mehreren möglichen Ableitungen, bei denen das G-Fahrgestell als technische Basis dient.

Wie viel bei Mercedes hängen bleibt

Die Margen lassen sich nur grob einordnen. Mercedes veröffentlicht auch hier keine Zahlen für einzelne Programme. Militärfahrzeuge nutzen zwar vorhandene Technik, werden aber in vergleichsweise kleinen Stückzahlen gefertigt.

Daraus ergibt sich eine typische Größenordnung von etwa fünf bis zehn Prozent operativer Marge. Bezogen auf einen Fahrzeugpreis von rund 160.000 bis 180.000 Euro entspricht das rechnerisch etwa 8.000 bis 18.000 Euro pro Fahrzeug beim Wolf 2. Beim Caracal dürfte sich der Ertrag pro geliefertes Chassis in einer ähnlichen Größenordnung bewegen.

Fazit