Bei einem durchschnittlichen Benziner führt ein Anstieg von 1,83 auf 2,03 Euro pro Liter rechnerisch nur zu rund zwölf Euro Mehrkosten pro Monat.
Der Grund ist einfach. Für die tatsächliche Belastung zählt nicht nur der Literpreis, sondern vor allem, wie viel ein Auto im Jahr fährt und wie hoch der reale Durchschnittsverbrauch ist. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) verbrauchen Benziner im Schnitt 7,7 Liter pro 100 Kilometer und Diesel 7,0 Liter pro 100 Kilometer.
Laut KBA lag die durchschnittliche Jahresfahrleistung von Benzin-Pkw 2024 bei 9.555 Kilometern. Diesel-Pkw kamen im selben Jahr auf 16.984 Kilometer. Damit fahren Dieselautos im Schnitt weiter deutlich mehr, was die absolute Belastung bei steigenden Preisen klar nach oben zieht.
So entsteht die Rechnung
Für den Benziner ergibt sich aus 9.555 Kilometern und 7,7 Litern pro 100 Kilometer ein Jahresverbrauch von 735,74 Litern. Beim Diesel ergeben 16.984 Kilometer und 7,0 Liter pro 100 Kilometer 1.188,88 Liter pro Jahr. Diese Werte sind die Grundlage für die folgende Vergleichsrechnung mit 1,83 Euro, 2,03 Euro und 2,30 Euro je Liter bei Benzin sowie 1,73 Euro, 2,03 Euro und 2,30 Euro bei Diesel.
Beim Benziner steigen die rechnerischen Kraftstoffkosten von rund 1.346 Euro pro Jahr bei 1,83 Euro je Liter auf rund 1.494 Euro bei 2,03 Euro. Das Plus beträgt damit 147,15 Euro im Jahr oder rund 12,26 Euro pro Monat. Selbst bei 2,30 Euro je Liter läge der Aufschlag gegenüber 1,83 Euro bei 345,80 Euro im Jahr und damit bei rund 28,82 Euro im Monat.
Beim Diesel fällt die Rechnung wegen der deutlich höheren Fahrleistung spürbar größer aus. Aus rund 2.057 Euro im Jahr bei 1,73 Euro je Liter werden rund 2.413 Euro bei 2,03 Euro. Das entspricht einem Plus von 356,66 Euro pro Jahr oder rund 29,72 Euro pro Monat. Steigt der Dieselpreis auf 2,30 Euro, wächst der Abstand zu 1,73 Euro auf 677,66 Euro pro Jahr. Umgerechnet sind das rund 56,47 Euro pro Monat.
Warum die Zapfsäule oft dramatischer wirkt als die Jahresbilanz
Der Literpreis ist für Autofahrer sehr sichtbar, weil er bei jedem Tankvorgang direkt auffällt. Die Jahreskosten entwickeln sich aber langsamer, weil sich auch größere Preisunterschiede auf den gesamten Jahresverbrauch verteilen. Genau deshalb ist ein Aufschlag von 20 Cent pro Liter in der Monatsrechnung vieler Benziner am Ende kleiner, als es an der Anzeigetafel zunächst wirkt.
Das relativiert steigende Spritpreise nicht vollständig. Gerade bei Vielfahrern und besonders bei Dieselautos kann der Unterschied im Jahr mehrere hundert Euro betragen. Die Rechnung zeigt aber, dass der oft empfundene Preisschock an der Tankstelle nicht automatisch bedeutet, dass das private Jahresbudget im selben Maß aus dem Ruder läuft.
Eine aktuelle Übersicht der Kraftstoff-Preise bietet die kostenlose Spritpreis-App "mehr Tanken", die im Google Play Store herunterladen oder im Apple App Store herunterladen verfügbar ist. Die Anwendung zeigt aktuelle Spritpreise, Preisprognosen und günstige Tankstellen in der Umgebung an. Außerdem lassen sich dort auch Ladepunkte für Elektroautos sowie die jeweiligen Ladetarife abrufen.












