Humanoide Roboter bei BMW, Mercedes & Co.: Die arbeiten schon - und es werden mehr

Humanoide Roboter bei BMW, Mercedes und Co.
Diese „Arbeiter“ sind schon da - und es werden mehr

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.07.2026
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Noch befindet sich die Technik überwiegend in Pilotprojekten. Gleichzeitig investieren die Hersteller bereits Milliardenbeträge in künstliche Intelligenz, Sensorik und Robotik, um die Produktionsprozesse langfristig flexibler und effizienter zu gestalten.

Der Vorteil humanoider Roboter liegt aus Sicht vieler Hersteller auf der Hand. Während klassische Industrieroboter fest an einer Station arbeiten, können menschenähnliche Systeme vorhandene Arbeitsplätze nutzen, Werkzeuge bedienen und sich selbstständig durch Produktionshallen bewegen. Dadurch lassen sich bestehende Fertigungslinien weiterverwenden, ohne sie grundlegend umzubauen. Noch sind diese Roboter keine vollwertigen Ersatzkräfte. Sie übernehmen vor allem klar definierte Aufgaben wie den Materialtransport, das Positionieren von Bauteilen oder Qualitätskontrollen. Dennoch entwickelt sich die Technik rasant. Mehrere Autohersteller setzen bereits erste Systeme unter realen Produktionsbedingungen ein oder bereiten deren Einführung vor.

BMW testet Figure 03 und AEON

BMW gehört derzeit zu den Vorreitern beim Einsatz humanoider Roboter. Im US-Werk Spartanburg erprobt der Hersteller gemeinsam mit Figure AI den zweibeinigen Figure 03. Der Roboter übernimmt unter anderem Materiallogistik und stellt Bauteile für die Produktion bereit. Zuvor kam bereits Figure 02 bei Schweißarbeiten zum Einsatz.

BMW Figure 03 Roboter
BMW

Parallel testet BMW im Werk Leipzig den Humanoiden AEON von Hexagon Robotics. Anders als Figure bewegt sich AEON auf einer Rollenplattform. Der Roboter soll unter anderem Batteriemodule transportieren, Komponenten bereitstellen und Qualitätskontrollen unterstützen. BMW verfolgt damit zwei unterschiedliche Konzepte, um Erfahrungen mit humanoiden Systemen in der Serienproduktion zu sammeln.

AEON
BMW

Mercedes-Benz setzt auf Apollo

Mercedes-Benz arbeitet mit dem US-Unternehmen Apptronik zusammen. Der Humanoide Apollo wird in mehreren Werken getestet und übernimmt dort vor allem Materialtransporte sowie die Versorgung der Montagelinien. Gleichzeitig gehört Mercedes zu den Investoren des Unternehmens und will die Entwicklung der Roboter für den industriellen Einsatz beschleunigen.

Apollo
Mercedes

Hyundai entwickelt Atlas für die eigene Produktion

Hyundai besitzt seit 2021 den Robotikhersteller Boston Dynamics und entwickelt den humanoiden Roboter Atlas kontinuierlich weiter. Die neue elektrische Generation soll künftig auch in den eigenen Fahrzeugwerken eingesetzt werden. Vorgesehen sind zunächst körperlich belastende Aufgaben in der Produktion sowie Materialtransporte.

Atlas
Hyundai

Tesla entwickelt Optimus selbst

Im Gegensatz zu den meisten anderen Herstellern entwickelt Tesla seinen humanoiden Roboter vollständig selbst. Optimus soll zunächst innerhalb der Gigafactories eingesetzt werden und dort Bauteile transportieren sowie einfache Montagearbeiten übernehmen. Langfristig plant Tesla eine Produktion in deutlich größeren Stückzahlen.

Optimus
Tesla

BYD arbeitet an einem eigenen Humanoiden

Auch BYD hat den Einstieg in die Entwicklung humanoider Roboter offiziell bestätigt, hält sich bei technischen Details bislang jedoch bedeckt. Nach Angaben von Vizepräsidentin Stella Li sollen die Systeme zunächst in den eigenen Werken eingesetzt und langfristig auch über das weltweite Händlernetz vertrieben werden. Parallel treibt der chinesische Hersteller den Ausbau sogenannter Dark Factories voran – weitgehend automatisierter Produktionsstätten, in denen Roboter und autonome Systeme große Teile der Fertigung ohne menschliche Arbeitskräfte übernehmen.

Li hält entsprechende Produktionskonzepte innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre für realistisch. Chinesische Medien berichten zudem über ein internes Robotikprojekt mit dem Codenamen "Yao-Shun-Yu". Einen offiziell vorgestellten Prototypen oder technische Daten gibt es bisher allerdings nicht.

Diese Roboter könnten als Nächstes in Autofabriken auftauchen

Neben den bereits eingesetzten Systemen entwickeln weitere Unternehmen humanoide Roboter für industrielle Anwendungen. Dazu zählen unter anderem Unitree mit den Modellen G1 und H1, UBTech mit Walker S2, Agility Robotics mit Digit, 1X mit NEO sowie DEEP Robotics mit DR02. Bisher gibt es zwar keine öffentlich bestätigten Kooperationen mit europäischen Autoherstellern, aufgrund ihrer technischen Ausrichtung gelten diese Modelle jedoch als aussichtsreiche Kandidaten für künftige Einsätze in der Automobilproduktion.

Fazit