Kettenschonender Panzer-Transporter: Für diese 12 Achsen ist nix zu schwer

Kettenschonender Panzer-Transporter
Für diese 12 Achsen ist nix zu schwer

ArtikeldatumVeröffentlicht am 14.07.2026
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Solche Systeme spielen eine wichtige Rolle bei der Verlegung schwerer Verbände. Kampfpanzer, Panzerhaubitzen oder Bergefahrzeuge können zwar große Strecken aus eigener Kraft zurücklegen, der Transport auf einem Tieflader reduziert jedoch Verschleiß an Fahrwerk und Ketten und ermöglicht längere Verlegungen mit höherer Geschwindigkeit.

HX81 bildet die Grundlage des Systems

Die Sattelzugmaschine HX81 stammt aus der HX-Familie von Rheinmetall MAN Military Vehicles und gehört zu den schwersten Logistikfahrzeugen des Herstellers. Das Fahrzeug verfügt über einen 8x8-Allradantrieb und wird von einem MAN-Dieselmotor mit rund 18,3 Litern Hubraum angetrieben. Die Leistung liegt bei 680 PS.

Nach Herstellerangaben erreicht der HX81 eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 89 km/h und bewältigt Steigungen von bis zu 60 Prozent. Das technisch zulässige Zuggesamtgewicht beträgt 130 Tonnen. Für Verlade- und Bergungsvorgänge ist die Zugmaschine mit zwei Rotzler-Winden ausgestattet. Jede Winde erreicht eine Zugkraft von 20 Tonnen. Die Fahrerkabine basiert auf derselben Kabinenfamilie wie die derzeit an die Bundeswehr gelieferten Ungeschützten Transportfahrzeuge (UTF). Bei Bedarf kann die Standardkabine durch eine geschützte Ausführung ersetzt werden. Der HX81 wird bereits von mehreren NATO-Staaten genutzt.

Technische Daten HX81

Neuer Tieflader für schwere Gefechtsfahrzeuge

Passend zur Zugmaschine hat Rheinmetall gemeinsam mit dem niederländischen Schwerlastspezialisten Nooteboom den neuen Tieflader MPL-121-08(D) entwickelt. Die Vorstellung erfolgte erstmals auf der Eurosatory 2026. Der hydraulisch gelenkte Sattel-Tieflader verfügt über acht Pendelachsen und erreicht ein technisch zulässiges Gesamtgewicht von 121 Tonnen. Bei einem Eigengewicht von 29 Tonnen verbleibt eine maximale Nutzlast von 92 Tonnen. Damit kann der Auflieger praktisch alle derzeit in NATO-Streitkräften eingesetzten Kampfpanzer sowie zahlreiche weitere gepanzerte Fahrzeuge transportieren.

Anders als viele zivile Schwerlastauflieger wurde der MPL-121-08(D) ausdrücklich für militärische Anforderungen ausgelegt. Dazu gehört ein Federweg von 600 Millimetern, der auch auf unebenem Untergrund ausreichend Beweglichkeit ermöglicht. Eine zentrale Rolle übernimmt der hydraulisch verstellbare Schwanenhals. Dieser ist höhenverstellbar und mit den ersten drei Achsen verbunden. Dadurch soll die Lastverteilung zwischen Zugmaschine und Auflieger auch im Gelände erhalten bleiben.

Zusätzlich verfügt das System über eine Wattiefe von 750 Millimetern. Rheinmetall bezeichnet den Auflieger als geländegängig, klimabeständig und für militärische Einsätze vorbereitet.

Verladen und Bergen schwerer Fahrzeuge

Für den Transport unterschiedlicher Fahrzeugtypen besitzt der MPL-121-08(D) verstellbare Kettenführungen. Dadurch können verschiedene Kettenfahrzeuge sicher auf die Ladefläche geführt werden. Ergänzend kommen verstellbare Radkeile für Radfahrzeuge zum Einsatz.

Die Auffahrrampen lassen sich hydraulisch in der Breite an unterschiedliche Spurweiten anpassen. Hydraulische Stützbeine stabilisieren den Auflieger während des Be- und Entladens. Rollen und Seilführungen ermöglichen zudem die Nutzung der Winden der Zugmaschine. Die Seile können dabei bis auf die Ladefläche geführt werden. Eine Arbeitsplattform am Schwanenhals erlaubt die Bedienung per Funkfernsteuerung.

Gerade bei beschädigten oder liegengebliebenen Fahrzeugen kann dies den Verladevorgang vereinfachen. Zusätzliche Bergefahrzeuge sind dadurch nicht in jedem Fall erforderlich.

Funkgesteuerte Achslenkung

Der MPL-121-08(D) verfügt über eine eigenständige Achslenkung. Die Achsen können unabhängig von der Zugmaschine per Funkfernsteuerung bewegt werden. Das erleichtert Rangiermanöver auf engem Raum oder in Verladebereichen. Zusätzlich ist das System mit dem ASA-System (Automatic Straight-Ahead Alignment) ausgestattet. Dieses richtet die Achsen automatisch wieder in Geradeausstellung aus.

Darüber hinaus gehören ein elektronisches Bremssystem, ein Reifendruckkontrollsystem sowie ein 24-Volt-Bordnetz zur Ausstattung. Zahlreiche Komponenten entsprechen NATO-Normen sowie verschiedenen STANAG-, DIN- und ISO-Standards.

Was ist STANAG?STANAG steht für Standardization Agreement und bezeichnet gemeinsame technische und militärische Standards der NATO-Mitgliedstaaten. Diese Standards legen fest, wie Ausrüstung, Fahrzeuge, Munition oder Kommunikationssysteme aufgebaut sein müssen, damit sie von verschiedenen Streitkräften gemeinsam genutzt werden können. Ein STANAG kann beispielsweise Vorgaben für Verzurrpunkte an Fahrzeugen, Steckverbindungen, Kraftstoffe oder Schutzanforderungen enthalten. Ziel ist es, die Zusammenarbeit und Austauschbarkeit von Material innerhalb der NATO zu erleichtern.

Technische Daten MPL-121-08(D)

Fazit