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Kfz-Steuer-Reform

Dicke Steuer für dicke Autos

Nach einem Gesetzentwurf von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sollen PS-starke Fahrzeuge teurer werden. Der Entwurf liegt dem Redaktions-Netzwerk Deutschland (RND) vor.

Demnach errechnet sich die Kfz-Steuer wie bisher aus dem Hubraum und dem CO2-Ausstoß des Fahrzeugs. Also zwei Euro pro angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum bei Benzinern und 9,50 Euro bei Diesel-Fahrzeugen. Allerdings verschärft das Gesetz die zweite Komponente der Steuer stärker und differenziert mehr nach der Klimaschädlichkeit. "Hierdurch soll ein stärkerer Anreiz beim Neuwagenkauf hin zu verbrauchsärmeren Antrieben mit niedrigem CO2-Emissionspotenzial ausgehen", zitiert das RND den Referentenentwurf.

Steuerstaffelung soll ab Neuzulassung 1.1.2021 gelten

Konkret bedeutet das: Fahrzeuge, die ab dem 1.1.2021 neu zugelassen werden, werden nach einer CO2-Staffelung besteuert. Pkw, die 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen, werden ohne eine Steuersatzerhöhung besteuert. Für 96 bis 115 Gramm CO2 bleibt es bei der bekannten Erhöhung um zwei Euro pro Gramm über dem Grenzwert von 95 Gramm CO2. Entsprechend kostet ein Benziner mit einem Hubraum von 998 ccm und einem CO2-Ausstoß von 114 g/km nach wie vor 58 Euro im Jahr. Also: Sockelbetrag für Hubraum = 20 Euro (10 x 2 Euro), 19 Gramm über dem Grenzwert von 95 Gramm CO2 pro Kilometer x zwei Euro = 38 Euro; zusammen 58 Euro.

Neue Kfz-Steuer-Sätze

CO2-Ausstoß pro km Erhöhung Steuersatz pro Gramm CO2 über 95 Gramm
95 Gramm 0 Euro
96 bis 115 Gramm 2,00 Euro
116 bis 135 Gramm 2,20 Euro
136 bis 155 Gramm 2,50 Euro
156 bis 175 Gramm 2,90 Euro
176 bis 195 Gramm 3,40 Euro
Über 196 Gramm 4,00 Euro

Bei einem Benziner mit 1.498 ccm Hubraum und einem CO2-Ausstoß von 145 Gramm CO2 pro Kilometer steigt die Steuer von 130 auf 139 Euro. Teurer wird es zum Beispiel für einen Diesel mit 2.967 ccm Hubraum und 221 Gramm CO2 pro Kilometer. Der Halter muss künftig 649 statt 537 Euro bezahlen. Auch Hybrid-Fahrzeuge werden entsprechend teurer (Benziner, 2.999 ccm und 200 g/km CO2) würden nach dem neuen Gesetzentwurf 340 statt 270 Euro kosten.

Gesonderte Strafsteuern für PS-Boliden soll es nicht geben. "Beim nächsten regulären Autokauf soll die Wahl ohne Verbote und Strafabgabe auf ein Produkt fallen, das dem individuellen Bedarf entspricht und zugleich hinsichtlich seines Emissionspotenzials die Voraussetzung schafft, klimaschädliche CO2-Emissionen zu senken", wird in dem Gesetzentwurf von Scholz argumentiert.

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