Wie die Automobilwoche berichtet und sich dabei auf Konzernkreise beruft, hat das Werk in Kecskemét den Zuschlag für das mit Spannung erwartete SUV-Modell erhalten. Für den deutschen Standort Rastatt, der ebenfalls im Rennen war, ist das eine klare Niederlage im internen Wettbewerb. Der Grund für die Wahl sind der hohe Kostendruck bei Mercedes und die angespannte Unternehmenssituation.
Kompaktwagen-Zentrum mit Flexibilitäts-Bonus
Dass die Wahl auf Kecskemét fällt, ist keine große Überraschung. Das 2012 eröffnete Werk mit seinen rund 5.000 Mitarbeitern hat sich zur zentralen Säule für die Kompaktwagen-Strategie von Mercedes entwickelt. Die Fertigungslinien sind so flexibel ausgelegt, dass Verbrenner, Plug-in-Hybride und reine E-Autos gemischt gebaut werden können – ein entscheidender Vorteil in der aktuellen Transformationsphase.
Hier entstehen bereits heute einige der wichtigsten Volumenmodelle der Marke. Neben der A-Klasse fertigt das Werk auch das CLA Coupé und den CLA Shooting Brake. Das Coupé wird hier sogar exklusiv für den gesamten Weltmarkt produziert. Seit 2026 läuft dort auch der vollelektrische GLB EQ vom Band und die A-Klasse ebenfalls.
Mit der Zusage für die kleine G-Klasse zementiert der Konzern die Bedeutung des Standorts. Mercedes steckt viel Geld in die Erweiterung des Werks, um es für die kommenden Modelle der neuen MMA- (Mercedes-Benz Modular Architecture) und MB.EA-Plattformen fit zu machen. Teil des Ausbaus sind ein komplett neues Karosserie- und Montagewerk sowie eine eigene Batteriemontage. Damit stellt sich Kecskemét für die elektrische Zukunft auf und sichert sich eines der emotionalsten Modelle der nächsten Jahre.
Was ist von der kleinen G-Klasse zu erwarten?
Unter dem internen Titel "Little G" soll das neue Modell die ikonische, kantige Design-DNA des Originals in ein kompakteres Segment übertragen. Technisch geht der kleine Kraxler aber eigene Wege: Statt auf einen rustikalen Leiterrahmen setzt er auf die moderne MMA-Plattform. Diese Basis ermöglicht eine flexible Antriebsstrategie mit rein elektrischen Varianten und modernen Verbrennern. Trotz der technischen Unterschiede soll der unverkennbare Charakter und eine ordentliche Portion Geländetauglichkeit erhalten bleiben.





