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Kommentar: Umweltbonus muss reformiert werden

Kommentar zur Förderprämie Plug-in-Hybride in der Umweltbonus-Falle

Das Ende des Umweltbonus kollidiert mit ewig langen Lieferfristen. Die Politik muss Klarheit schaffen, fordert Digital-Chefredakteur Jochen Knecht.

Ende 2022 läuft die sogenannte Innovationsprämie aus. Wer bis dahin sein eigentlich förderfähiges E-Auto, bzw. vor allem seinen Plug-in nicht geliefert bekommen hat, läuft Gefahr, ohne staatliche Förderung dazustehen. Deshalb braucht es dringend eine schnelle Entscheidung aus dem Bundeswirtschaftsministerium von Robert Habeck, fordert Digital-Chefredakteur Jochen Knecht.

PHEV-Bestellstopp bei VW und Audi

Wie dramatisch die Situation tatsächlich ist, zeigt die letzte Meldung aus dem Volkswagen-Konzern. Seit Ende der zweiten März-Woche werden bei Audi und VW keine Bestellungen mehr für Plug-in-Hybride entgegengenommen, weil die Produktionskapazitäten für das (voll förderfähige) Jahr 2022 bereits erschöpft sind. Kurzfristig ist mit keiner Ausweitung der Kapazitäten zu rechnen, dafür fehlen schlicht die Computerchips und als Folge des russischen Überfalls auf die Ukraine zunehmend auch die passenden Kabelbäume.

Alternative Antriebe

Unsicherheit bei Plug-in-Käufern

PHEV-Bestellungen im großen Stil wird es wohl nicht nur bei VW erst wieder geben, wenn Klarheit über die künftige Förderung besteht. Im Wirtschaftsministerium arbeitet man aktuell an einem neuen "Förderdesign”, das in Sachen Plug-in-Hybride wohl deutlich ehrgeiziger ausfallen wird, als bisher. Bei eine tendenziell sinkenden Förderprämie und einer gleichzeitig geforderten steigenden elektrischen Reichweite werden PHEV-Halter aller Voraussicht auch nach den "positiven Klimaschutzeffekt" ihrer Fahrzeuge nachweisen müssen, zum Beispiel über die Anzahl der rein elektrisch zurückgelegten Fahrstrecke.

Bei reinen Elektroautos rechnen wir aktuell ebenfalls mit einer sinkenden Innovationsprämie (aktuell bis zu 9.000 Euro), zudem wird wahrscheinlich die Haltedauer für neu zugelassene Elektroautos von aktuell sechs auf zwölf Monate steigen.

Die Unsicherheit in Sachen Förderung kollidiert aktuell mit explodierenden Lieferzeiten. Laut dem Neuwagen-Portal carwow wartet man auf einen Mercedes GLA mit Plug-in-Antrieb gut 15 Monate, ein batterieelektrischer Skoda Enyaq kommt mit einem bis zu 13 Monate großen Warte-Rucksack. Das Problem: Weil die Innovationsprämie, bzw. der Umweltbonus aktuell erst dann abgerufen werden kann, wenn das Fahrzeug schon ausgeliefert wurde, überlegt man es sich als Kunde gerade natürlich doppelt, eine Bestellung auszulösen, weil nicht klar ist, wann das Fahrzeug kommt und welche Förderung dann überhaupt gilt. Ein Überblick über die Lieferzeiten von PHEVs und batterieelektrischen Autos findet sich in der Bildergalerie!

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Kaufvertrag statt Zulassung!

Eine Lösung kann nur vom Gesetzgeber kommen. Entweder durch eine langfristige Fortschreibung der aktuellen Förderung, was durch die erkannten Schwächen (Haltedauer, niedrige Elektro-Reichweiten bei den PHEVs, usw.) eher nicht in Frage kommt. Viel hilfreicher wäre es dagegen, dass sich die Auszahlung der Förderung am Datum des Kaufvertrags orientiert und nicht mehr das Datum der Zulassung.

Fazit

Robert Habeck muss ran an den Umweltbonus. Weil die Kombination aus Unsicherheit und nicht kalkulierbaren Lieferzeiten die Kunden verunsichert und Wachstum verhindert. Und das können wir in der aktuellen wirtschaftlichen Situation überhaupt nicht gebrauchen.

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Der Verkauf von CO2-Zertifikaten bringt Elektroautohaltern bares Geld.