Lkw-Fahrer gefährden marode Wiehltalbrücke: Jetzt schlägt die Autobahn GmbH zurück

Lkw-Fahrer gefährden marode Wiehltalbrücke
Jetzt schlägt die Autobahn GmbH zurück

ArtikeldatumVeröffentlicht am 28.05.2026
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Wiehltalbrücke A4 Autobahn
Foto: Autobahn GmbH

Künftig werden Lkw vor der Brücke automatisch während der Fahrt gewogen. Für den Einbau der neuen Anlage muss jedoch die A4 an zwei Wochenenden teilweise gesperrt werden.

Die neue sogenannte WIM-Anlage ("Weigh in Motion") erkennt überladene Lastwagen bereits während der Fahrt. Kontrolliert werden dabei sowohl das Gesamtgewicht als auch einzelne Achslasten. Fahrzeuge mit mehr als 44 Tonnen sollen automatisch identifiziert werden. Zusätzlich erfassen Kameras die Kennzeichen. Elektronische Hinweistafeln fordern betroffene Fahrer anschließend auf, die Strecke zu verlassen. Für die Installation der neuen Gewichtskontrolle kommt es an zwei Wochenenden zu Sperrungen der A4. Konkret am

  • 6.6.2026 ab 15:00 Uhr bis 7.6.2026 um 17:00 Uhr
    Sperrung zwischen Engelskirchen und Bielstein in Fahrtrichtung Olpe. Die Umleitung erfolgt über die Bedarfsumleitung U65.
  • 13.6.2026 ab 15:00 Uhr bis 14.6.2026 um 17:00 Uhr
    Sperrung zwischen Reichshof/Bergneustadt und Gummersbach in Fahrtrichtung Köln. Die Umleitung erfolgt über die Bedarfsumleitung U71.

Die Umleitungen werden über die bekannten blauen Tafeln ausgeschildert. Zusätzlich kann es außerhalb der Hauptverkehrszeiten zu weiteren kurzfristigen Fahrstreifensperrungen rund um die Brücke kommen. Diese sollen laut Autobahn GmbH nicht gesondert angekündigt werden.

Verhalten der Lkw-Fahrer hat sich nicht gebessert

Hintergrund sind anhaltende Probleme auf der Wiehltalbrücke. Nach Angaben der Autobahn GmbH zeigen aktuelle Monitoring-Daten weiterhin zahlreiche Verstöße gegen die seit Dezember 2024 geltenden Einschränkungen. Demnach fahren trotz Verbots immer noch Lkw mit mehr als 44 Tonnen über das Bauwerk. Zusätzlich werden unzulässige Achslasten registriert.

Auch der vorgeschriebene Mindestabstand von 50 Metern wird häufig unterschritten. Bereits im Herbst 2025 hatte die Autobahn GmbH öffentlich gewarnt, dass die Belastung der Brücke deutlich höher ausfalle als zulässig. Damals hieß es wörtlich, dass die Brücke nur dann bis zum geplanten Ersatzneubau offenbleiben könne, wenn sich das Verhalten auf der Strecke "spürbar ändert". Eine Sperrung wurde ausdrücklich nicht ausgeschlossen.

Brücke aus den 1970er-Jahren gilt als problematisch

Die Wiehltalbrücke ist rund 700 Meter lang und stammt aus den 1970er-Jahren. Bei Bauwerksprüfungen im Winter 2024/25 wurden Defizite bei der Tragfähigkeit festgestellt. Seitdem überwacht die Autobahn GmbH die Brücke engmaschig. Der Verkehr läuft nur noch über den linken Fahrstreifen in der Mitte des Bauwerks. Genehmigungspflichtiger Schwerverkehr ist vollständig ausgeschlossen.

Um die Belastung zusätzlich zu reduzieren, wurde bereits im September 2025 an der Anschlussstelle Gummersbach eine Zuflussregelungsanlage installiert. Die Ampelanlage soll verhindern, dass sich zu viele schwere Fahrzeuge gleichzeitig auf der Brücke befinden. Auch diese Maßnahme funktioniert allerdings nur, wenn sich Fahrer an die Vorgaben halten. Parallel plant die Autobahn GmbH weitere Verstärkungs- und Instandsetzungsmaßnahmen. Ziel ist es, das Bauwerk bis zu einem späteren Ersatzneubau weiter nutzen zu können.

Eine Sperrung der Wiehltalbrücke hätte erhebliche Folgen für den Verkehr im Bergischen Land. Die A4 zählt in diesem Abschnitt zu den wichtigsten Ost-West-Verbindungen der Region. Bereits die aktuellen Einschränkungen sorgen regelmäßig für Staus und Umleitungen im Bereich Gummersbach und Olpe.

Fazit