Maut-Trick in Frankreich aufgeflogen: Der „petit train“ kostet 9.000 Euro Strafe

Maut-Trick in Frankreich aufgeflogen
Der „petit train“ kostet 9.000 Euro Strafe

ArtikeldatumVeröffentlicht am 23.06.2026
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Frankreich Maut
Foto: THIBAUD MORITZ via Getty Images

Eine Motorrad-Streife der Gendarmerie stoppte den Pkw am Mautbereich Saint-Maurice-Colombier. Der Fahrer geriet nach Angaben französischer Medien nicht wegen eines einzelnen Vorfalls ins Visier der Behörden. Vielmehr sollen die Betreiber der Autobahn über einen längeren Zeitraum Unregelmäßigkeiten festgestellt haben, die immer wieder mit demselben Fahrzeug in Verbindung gebracht worden seien.

Mautstationen auf französischen Autobahnen sind mit Kameras ausgestattet, die jede Durchfahrt dokumentieren. Die Aufzeichnungen sollen es den Ermittlern ermöglicht haben, die Fahrten einem bestimmten Fahrzeug zuzuordnen und nachzuvollziehen, wie häufig der Fahrer die Schranken passiert haben soll, ohne die fällige Gebühr zu entrichten. Nach den Berichten sollen sich die Verdachtsfälle über einen längeren Zeitraum angesammelt haben.

So funktioniert der "petit train"

Der Fahrer soll dabei die sogenannte "petit train"-Masche genutzt haben. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff "kleiner Zug". Gemeint ist ein vergleichsweise einfaches, aber riskantes Vorgehen an Mautstationen. Dabei fährt ein Autofahrer unmittelbar hinter einem vorausfahrenden Fahrzeug her und nutzt den kurzen Moment, in dem die Schranke nach dessen Bezahlung noch geöffnet ist. Durch den geringen Abstand kann das nachfolgende Fahrzeug passieren, bevor sich die Schranke wieder schließt.

Die französische Zeitung "La Dépêche du Midi" bezeichnet die Methode als ein bekanntes Problem für Autobahngesellschaften. Neben den finanziellen Schäden birgt das Vorgehen auch ein erhöhtes Unfallrisiko, da die Fahrer an den Mautstellen bewusst mit sehr geringem Abstand unterwegs sind.

Für den betroffenen Autofahrer blieb die Angelegenheit nicht ohne Folgen. Laut der Regionalzeitung "L’Est Républicain" musste er schließlich offene Mautforderungen in Höhe von 9.382 Euro begleichen. Damit summierten sich die nicht bezahlten Gebühren auf einen vierstelligen Betrag. Ob zusätzlich weitere Sanktionen oder strafrechtliche Konsequenzen verhängt wurden, geht aus den Berichten nicht hervor.

Verdeckte Kennzeichen, "Ticket verloren" und Co.

Französische Medien verweisen auf weitere Fälle, um zu zeigen, dass Mautbetrug in Frankreich in unterschiedlichen Varianten vorkommt. Im März soll ein Mann auf der A9 bei Loupian (Hérault) 144-mal betrogen haben, indem er laut Bericht das Kennzeichen verdeckte und an der Ausfahrt behauptete, er habe sein Ticket verloren. So habe er jeweils nur den Mindestbetrag zahlen müssen. Die Forderungen summierten sich auf fast 13.000 Euro, dazu kamen 1.125 Euro Bußgeld.

Außerdem wird ein Urteil aus dem Jahr 2025 erwähnt: Ein ehemaliger Vizepräsident eines Gerichts in Marseille wurde wegen ähnlicher Taten zu vierzehn Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 16.000 Euro verurteilt. Laut Bericht folgte später ein Disziplinarverfahren.





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