asv 2014, MPU, Führerschein, Test TÜV-Süd

Medizinisch-Psychologische Untersuchung 2017

Mehr als 88.000 Personen mussten zur MPU

Die Anzahl der Personen, die sich einer medizinisch-psychologischen Untersuchung im Jahr 2017 unterziehen mussten, ist um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Insgesamt 88.035 mussten im vergangenen Jahr zur „MPU“.

Der häufigste Grund für die Anordnung zur MPU sind nach der Statistik der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) Alkoholfahrten im Straßenverkehr – alleine 44 Prozent aller MPU-Anlässe drehen sich um dieses Thema. Dabei sind 28 Prozent der Personen erstmals mit Alkohol auffällig geworden, elf Prozent sind Wiederholungstäter und bei fünf Prozent war Alkohol in Verbindung mit straf- und verkehrsrechtlichen Delikten im Spiel. Aber: Die Zahl der Begutachtungen wegen wiederholter Alkoholauffälligkeit in Verbindung mit allgemeinen Verkehrs- oder strafrechtlichen Auffälligkeiten sank gegenüber 2016 um rund zehn auf fünf Prozent. Begutachtungen bei erstmaliger Alkoholauffälligkeit gab es gut acht Prozent, wegen wiederholter Alkoholauffälligkeit knapp sieben Prozent weniger.

MPU 2017
ams
Alkoholdelikte stellen mit 44 Prozent die meisten Anlässe für die Anordnung einer MPU.

Angestiegen sind nach der Auswertung der BASt jedoch die Untersuchungen wegen Verstößen in Zusammenhang mit Betäubungsmitteln. Hier beträgt der Anstieg vier Prozent.

Im Vergleich zu 2016 zeigt sich in der prozentualen Gesamtverteilung der MPU-Ergebnisse keine relevante Veränderung. Von den 88.035 begutachteten Personen waren 58,7% „geeignet“ (2016: 59,2%), 36,2% ungeeignet (2016: 34,6%), und 5,1% (2016: 6,2%) wurden als „nachschulungsfähig“ eingestuft.

Mit den MPU-Gutachten haben die Straßenverkehrsbehörden eine Grundlage für die Entscheidung, ob eine Person die Fahrerlaubnis zugesprochen bekommt oder nicht. Wird sie nicht zugesprochen, kann diese Person den Führerschein in einem festgesetzten Zeitrahmen erneut beantragen. Ja nach Anlass kann die MPU auch eine Nachschulung empfehlen. Hier kann der Fahrer dann über entsprechende Kurse die Fahreignung wiedererlangen.

MPU-Begutachtungen 2014 bis 2017

Anlässe 2014 2015 2016 2017 2016 / 2017
körperliche und geistige Mängel 286 318 367 320 -12,8%
neurologisch-psychiatrische Mängel 137 114 131 103 -21,4%
Auffälligkeit bei der Fahrerlaubnisprüfung 99 82 100 111 11,0%
Verkehrsauffälligkeiten 13,050 12,900 13,900 13,474 -3,1%
Sonstige strafrechtliche Auffälligkeiten 3,259 3,026 2,813 2,815 0,1%
Alkohol erstmalig * 25,903 27,160 26,966 24,699 -8,4%
Alkohol wiederholt * 13,149 12,190 10,820 10,075 -6,9%
Betäubungsmittel- u. Medikamentenauffällige ** 16,751 17,472 18,336 19,328 5,4%
Alkohol + allg. verkehrs-/ strafrechtlich auffällig * 5,580 5,264 4,895 4,396 -10,2%
Alkohol + BtM / Medikamente ** 1,905 1,927 1,848 1,858 0,5%
Allg. verkehrs- + sonst. strafrechtlich auffällig 1,879 1,729 1,892 2,079 9,9%
Betäubungsmittel / Medikamente + allg. verkehrsauffällig ** 2,101 1,989 2,115 2,019 -4,5%
Sonstige Mehrfachfragestellungen 2,039 1,739 1,791 1,618 -9,7%
FeV §§ 10 u. 11 Mindestalter 4,741 4,741 4,559 4,480 -1,7%
FahrlG §§ 3 u. 33 Fahrlehrer 129 132 143 165 15,4%
Sonstige Anlässe 528 493 509 495 -2,8%
Gesamtsumme 91,536 91,276 91,185 88,035 -3,5%
* Alkohol-Fragestellungen gesamt 44,632 44,614 42,681 39,170 -8,2%
** BtM-Fragestellungen gesamt 20,757 21,388 22,299 23,205 4,1%
Anlässe 2014 2015 2016 2017 2016 / 2017
körperliche und geistige Mängel 286 318 367 320 -12,8%
neurologisch-psychiatrische Mängel 137 114 131 103 -21,4%
Auffälligkeit bei der Fahrerlaubnisprüfung 99 82 100 111 11,0%
Verkehrsauffälligkeiten 13,050 12,900 13,900 13,474 -3,1%
Sonstige strafrechtliche Auffälligkeiten 3,259 3,026 2,813 2,815 0,1%
Alkohol erstmalig * 25,903 27,160 26,966 24,699 -8,4%
Alkohol wiederholt * 13,149 12,190 10,820 10,075 -6,9%
Betäubungsmittel- u. Medikamentenauffällige ** 16,751 17,472 18,336 19,328 5,4%
Alkohol + allg. verkehrs-/ strafrechtlich auffällig * 5,580 5,264 4,895 4,396 -10,2%
Alkohol + BtM / Medikamente ** 1,905 1,927 1,848 1,858 0,5%
Allg. verkehrs- + sonst. strafrechtlich auffällig 1,879 1,729 1,892 2,079 9,9%
Betäubungsmittel / Medikamente + allg. verkehrsauffällig ** 2,101 1,989 2,115 2,019 -4,5%
Sonstige Mehrfachfragestellungen 2,039 1,739 1,791 1,618 -9,7%
FeV §§ 10 u. 11 Mindestalter 4,741 4,741 4,559 4,480 -1,7%
FahrlG §§ 3 u. 33 Fahrlehrer 129 132 143 165 15,4%
Sonstige Anlässe 528 493 509 495 -2,8%
Gesamtsumme 91,536 91,276 91,185 88,035 -3,5%
* Alkohol-Fragestellungen gesamt 44,632 44,614 42,681 39,170 -8,2%
** BtM-Fragestellungen gesamt 20,757 21,388 22,299 23,205 4,1%

Inhalte der MPU

Doch bei der MPU muss der Betroffene selbst auch einiges auf sich nehmen. Zum einen kostet ihn die Begutachtung bis zu 750 Euro, zum anderen muss er Disziplin beweisen. Findet die MPU etwa wegen eines Alkohol- oder Drogendelikts statt, ist am Anfang medizinisch die Abstinenz nachzuweisen. Ferner ist ein Leistungstest nötig, der das Reaktionsvermögen überprüft. Dann folgt der psychologische Teil, der nicht einfach ist.

Ohne gute Vorbereitung ist die MPU nur schwer zu bestehen. Experten raten daher zu Vorbereitungskursen. Am Markt gibt es ein großes Angebot – aber mit qualitativen Unterschieden. Damit man nicht den falschen Kurs besucht und Geld verschenkt (bis zu 600 Euro), ist guter Rat gefragt. Hier hilft die Bundesanstalt für Straßenwesen (bast.de/mpu) mit vielen Infos weiter. Betroffene erfahren einiges über die MPU: Was man machen muss, was zur Vorbereitung notwendig ist oder wie man die richtige Beratung findet. Kurzum: Hier werden alle Fragen beantwortet.

Verkehr Sicherheit Unfall Unfallstatistik 2018 Zahl der Verkehrstoten ist gestiegen

Das Jahr 2018 brachte 3,0 Prozent mehr Verkehrstote als 2017.