Der Iran-Krieg schien schon fast beendet. Die beteiligten Parteien hatten bereits ein Abkommen unterzeichnet, mit dem die Kampfhandlungen gestoppt werden sollten. Doch dann flammte der Konflikt wieder auf und alle Hoffnungen auf baldige Stabilität wurden zunichtegemacht. Aktuell fliegen wieder die Raketen durch die Golf-Region.
Im Formel-1-Hauptquartier in London verfolgt man die Situation aus der Ferne ganz genau. Die beiden Grands Prix in Bahrain und Saudi-Arabien, die im April hätten stattfinden sollen, fielen dem Krieg bereits zum Opfer. Abgesagt wurden sie damals offiziell nicht. Die Formel-1-Verantwortlichen kündigten an, sie zu einem späteren Termin nachholen zu wollen.
Doch mit dem erneuten Aufflammen des Konflikts ist nun kaum noch damit zu rechnen, dass in der nächsten Zeit noch einmal in der Region ein Rennen gefahren wird. Nach Informationen der italienischen Version von "Motorsport.com" sollte eigentlich noch vor der Sommerpause verkündet werden, dass Bahrain den Platz am freien Wochenende zwischen Aserbaidschan und Singapur einnimmt.

Es sieht so aus, als mache die Formel 1 dieses Jahr einen großen Bogen um Bahrain.
Kaum noch Hoffnung für Bahrain
Doch mit der anhaltenden Krise scheint das Schicksal des Bahrain-Rennens nun endgültig besiegelt. Wenn in der Sommerpause keine Lösung gefunden wird, fällt die Reise nach Sakhir dieses Jahr aus. Die Kalenderplaner blicken mit Sorge auch schon auf das Saisonfinale, das mit den Rennen in Katar und Abu Dhabi ebenfalls in der Golf-Region stattfinden soll.
Die Reduktion von 24 auf 22 Rennen durch die Absagen von Bahrain und Saudi-Arabien wäre finanziell noch verkraftbar. Sollten noch weitere Events ausfallen, drohen irgendwann Schadenersatzforderungen durch die TV-Anstalten, die viele Millionen für die Übertragungsrechte bezahlt haben. Deshalb lautet nun die oberste Devise, ein Ersatzprogramm auf die Beine zu stellen.

Kehrt die Formel 1 frühzeitig nach Portimão zurück?
Europa-Ersatz oder Stadtkurs-Double-Header?
Angeblich stehen Portimão oder Imola schon bereit, um freie Slots zu übernehmen. Im Raum steht auch die Idee, in Baku oder Singapur zwei Rennwochenenden direkt hintereinander zu fahren. Die Tatsache, dass es sich in beiden Fällen um Stadtkurse handelt, sorgt jedoch für hohe logistischen Hürden. Die Pläne für Auf- und Abbau der Strecken sind seit Monaten genau fixiert.
Auch die WEC ist vom Iran-Krieg betroffen. Hier musste das Auftaktrennen in Katar auf einen neuen Termin Ende Oktober geschoben werden. Der Saisonabschluss in Bahrain sollte Anfang November stattfinden. Doch jetzt ist die Absage beider Events angeblich schon beschlossene Sache. Sie soll beim nächsten Meeting des FIA-Weltrats Ende Juli auch offiziell abgesegnet werden. Als Ersatz soll es ein Rennen in Barcelona geben.












