Der amerikanische Automarkt zeigt auch 2025 deutliche regionale Unterschiede. Während in vielen Regionen weiterhin klassische Pick-up-Trucks dominieren, setzen einige Bundesstaaten zunehmend auf kompakte SUVs oder Elektroautos. Eine Auswertung der Neuzulassungen durch Edmunds zeigt, welches Fahrzeugmodell in jedem Bundesstaat die Verkaufsstatistik anführt.
Pick-ups: Rückgrat des US-Marktes
Die unangefochtene Nummer eins auf dem US-Automarkt bleibt die Ford F-Serie. Die Pick-up-Familie, zu der Varianten wie F-150, F-250, F-350 und F-450 gehören, ist in 29 Bundesstaaten das meistverkaufte Fahrzeug. Besonders stark ist ihre Dominanz im Süden, im Mittleren Westen und in den dünn besiedelten Regionen des Landes. In Bundesstaaten wie Texas, Florida, Wyoming oder Ohio spielen Pick-ups eine zentrale Rolle im Alltag, sei es im Baugewerbe, in der Landwirtschaft oder im Handwerk. Die Kombination aus hoher Anhängelast, großer Ladefläche und robustem Fahrwerk machen die sogenannten Full-Size-Trucks zu Arbeitsgeräten – aber auch für Familien interessant.
Neben der Ford F-Serie erzielen auch andere große Pick-ups starke Ergebnisse. Der Chevrolet Silverado führt beispielsweise in mehreren Bundesstaaten, darunter Indiana, Iowa und Minnesota, die Verkaufsstatistik an. Die starke Nachfrage nach diesen Fahrzeugen zeigt, dass Pick-ups trotz wachsender Elektrifizierung weiterhin ein fester Bestandteil der amerikanischen Automobilkultur bleiben.
Kurze Zusammenfassung Auswertung:
- Ford F-Series: meistverkauft in 29 Bundesstaaten
- Chevrolet Silverado: 6 Bundesstaaten
- Honda CR-V: 7 Bundesstaaten
- Toyota RAV4: 6 Regionen (inkl. Washington D.C.)
- Tesla Model Y: 3 Bundesstaaten
- Einzelne Ausnahmen: Toyota Tacoma (Hawaii) und Chevrolet Equinox (Michigan)
Tesla an der Westküste stark
Eine bemerkenswerte Ausnahme bildet die Westküste der Vereinigten Staaten. In Kalifornien, Nevada und Washington ist das Tesla Model Y das meistverkaufte Fahrzeug. Der Erfolg des Elektro-SUV spiegelt die rasante Verbreitung von Elektromobilität in dieser Region wider. Während Elektroautos in den gesamten USA etwa ein Viertel der Neuzulassungen ausmachen, liegt ihr Anteil in Kalifornien inzwischen bei fast der Hälfte aller verkauften Fahrzeuge. Staatliche Förderprogramme, ein dichtes Netz an Ladeinfrastruktur und eine technikaffine Bevölkerung haben hier ein Umfeld geschaffen, in dem Elektroautos besonders schnell Fuß fassen.
Das Tesla Model Y profitiert dabei von seiner Kombination aus hoher Reichweite, großzügigem Platzangebot und der starken Markenpräsenz des Herstellers Tesla. In den urbanen Regionen der Westküste ist es damit zum meistverkauften Fahrzeug überhaupt geworden – ein deutlicher Kontrast zu den Pick-up-dominierten Märkten im Landesinneren.
Kompakte SUVs dominieren im Nordosten
In den dicht besiedelten Bundesstaaten im Nordosten und entlang der Atlantikküste dominieren dagegen kompakte SUVs. Modelle wie der Toyota RAV4 oder der Honda CR-V führen in zahlreichen Staaten die Verkaufsstatistik an. Der Toyota RAV4 steht beispielsweise in Connecticut, Maryland, Massachusetts, Oregon, Rhode Island und im District of Columbia an der Spitze. Der Honda CR-V wiederum ist in bevölkerungsreichen Staaten wie Illinois, New York, Pennsylvania und Virginia das meistverkaufte Fahrzeug.
Der Erfolg dieser Modelle hat mehrere Gründe. In städtisch geprägten Regionen spielen Kraftstoffeffizienz, kompakte Außenmaße und ein vielseitig nutzbarer Innenraum eine größere Rolle als maximale Zugkraft oder Offroad-Fähigkeiten. Kompakte SUVs bieten eine erhöhte Sitzposition, viel Stauraum und gleichzeitig einen vergleichsweise moderaten Verbrauch – Eigenschaften, die sie für Familien und Pendler gleichermaßen attraktiv machen.
Regionale Besonderheiten auf dem US-Markt
Neben den dominierenden Fahrzeugtypen gibt es auch einige regionale Besonderheiten. Auf Hawaii etwa führt der Toyota Tacoma die Verkaufsstatistik an. In Michigan liegt überraschend der Chevrolet Equinox vorne, während in West Virginia erneut ein klassischer Pick-up, der Chevrolet Silverado, die Spitzenposition einnimmt. Solche Unterschiede zeigen, wie stark der US-Automarkt von lokalen Faktoren geprägt ist. Bevölkerungsdichte, wirtschaftliche Struktur, Klima und Infrastruktur beeinflussen maßgeblich, welche Fahrzeugtypen besonders gefragt sind.
Trotz wachsender Elektromobilität bleibt das Bild des amerikanischen Automarkts insgesamt von traditionellen Fahrzeugklassen geprägt. Pick-up-Trucks dominieren weiterhin große Teile des Landes, während kompakte SUVs in den urbanen Regionen an Bedeutung gewinnen. Der Erfolg des Tesla Model Y zeigt jedoch, dass sich die Kräfteverhältnisse langsam verschieben. Vor allem an der Westküste könnten Elektroautos in den kommenden Jahren eine noch größere Rolle spielen. Gleichzeitig unterstreicht die anhaltende Dominanz der Ford F-Serie, dass robuste Pick-ups für viele Amerikaner weiterhin unverzichtbar bleiben.












