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Mercedes investiert in Stellantis-Akku-Bauer ACC

Daimler sichert sich Batterie-Kapazitäten Mercedes investiert in Stellantis-Akku-Bauer ACC

Um sich Batteriekapazitäten in Europa zu sichern, investiert Daimler in ACC. EQ- und Stellantis-Modelle bekommen damit künftig Akkus vom selben Hersteller.

Mercedes will bis 2030 bereit sein, vollelektrisch zu werden. Dafür braucht der Hersteller nach eigenen Angaben Akku-Kapazitäten von mehr als 200 Gigawattstunden. Darum sind insgesamt 8 Batterie-Fabriken geplant, vier davon in Europa. Eine davon soll ACC aufbauen. ACC ist ein Joint Venture der französischen Konzerne Stellantis (Peugeot, Citroën, Opel, Fiat, Chrysler) und Total. Dafür investiert Daimler knapp eine Milliarde Euro in ACC, eine dreistellige Millionensumme davon fließt bereits 2022. Die Gesamtinvestition in ACC umfasst ein Volumen von mehr als sieben Milliarden Euro – in einer Kombination aus Eigenkapital, Fremdkapital und öffentlicher Förderung – um bis Ende des Jahrzehnts Kapazitäten von mindestens 120 Gigawattstunden in Europa zu erreichen.

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Mercedes-Know-How für Stellantis-Partner

Mercedes will außerdem sein Technologie- und Produktions-Know-how bei ACC einbringen. "Die Beteiligung ist ein strategischer Meilenstein auf unserem Weg zur CO2-Neutralität. Gemeinsam mit ACC werden wir Batteriezellen und -module in Europa entwickeln und effizient produzieren – maßgeschneidert auf die spezifischen Anforderungen von Mercedes-Benz. Durch die Partnerschaft sichern wir uns die Lieferumfänge, nutzen Skaleneffekte und können unseren Kundinnen und Kunden überlegene Batterietechnologie bieten. Außerdem leisten wir einen Beitrag dazu, dass Europa ein Zentrum der Automobilindustrie bleibt – auch im Zeitalter der Elektromobilität. Im Zuge der neuen Kooperation plant ACC, die Kapazität seiner europäischen Werke mehr als zu verdoppeln. Das stärkt auch die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas bei der Entwicklung und Herstellung von Batteriezellen", so Daimler-Boss Ola Källenius.

ACC soll Mercedes "ab Mitte der Dekade" mit leistungsfähigen Batteriezellen und -modulen aus seinen Produktionsstandorten beliefern. Das werden dann vor allem für Fahrzeuge, die auf der neuen Mercedes Modular Architecture (MMA) aufbauen. Der Batteriezellenhersteller prüfe den Ausbau seines Produktionsnetzwerks um weitere Standorte in Europa, so Mercedes. Ob dabei auch Produktionsstätten von Mercedes eine Rolle spielen, an denen bislang vor allem Verbrennungsmotoren entstanden, wie etwa das Werk Kölleda, vermochte Daimler nicht zu sagen.

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Mercedes kriegt andere Akkus als Stellantis

Mercedes wies auf "seine weitreichenden Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich der Batterietechnologie" hin und bekräftigte, dass man sein Know-how in das Joint Venture mit einbringen und "Ausbau des Produktionsnetzwerks von ACC auf Basis der Mercedes-Benz Qualitätsstandards" unterstützen werde. Mit Saft, einer Tochtergesellschaft von TotalEnergies, verfüge Mercedes-Benz über einen Partner mit über 100 Jahren Erfahrung im Bereich langlebiger Batteriesysteme sowie Elektro- und Hybridantriebe. Stellantis bringt durch seine Markenvielfalt, Größe und globale Präsenz Industrialisierungskompetenz in das Joint Venture ein. Mercedes-Kunden sollen von der Kombination aus technologischem Know-how, Produktionserfahrung und den Skaleneffekten des Joint Ventures profitieren. In einer Pressekonferenz betonte Mercedes-Entwicklungsvorstand Markus Schäfer aber auch, dass der Hersteller Zellchemie und Produkteigenschaften wie Reichweite, Ladegeschwindigkeit und Qualität der von ACC bezogenen Akkus bestimme und dieser Teil der Partnerschaft diesbezüglich einer Lieferantenbeziehung gleichkommen. Batterien für Stellantis würden sich demnach deutlich von denen für Daimler unterscheiden, auch wenn sie aus der gleichen Fabrik kommen, um diese effizient auszulasten.

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Mercedes will mit der Beteiligung die Industrialisierung von "hochentwickelten und nachhaltigen Zelltechnologien in Europa" vorantreiben, um den "Lokalisierungsgrad in der Beschaffung von Batteriezellen und -modulen als Schlüsseltechnologien für das Zeitalter der Elektromobilität abzusichern".

ACC füllt Mercedes-Batterie-Baukasten

Mercedes setzt künftig auf einen modularen, standardisierten Batteriebaukasten mit einheitlich konstruierten Komponenten und Schnittstellen. Das erinnert an die Einheitszelle von VW und soll die Integration von Batteriezellen und -modulen unterschiedlicher Entwicklungspartner ermöglichen, mit denen die Schwaben Zellen und Batteriemodule gemeinsam weiterentwickeln wollen. Die gemeinsame Expertise in Zelltechnologie und Zellproduktion soll Varianten im Modulbaukasten durch Zellchemie und Zellhöhe ermöglichen. Außerdem will Mercedes mit den Partnern an weiteren Technologiesprüngen, zum Beispiel im Hinblick auf Hochsilizium-Anoden- und Festkörperbatterien forschen. Für Europa heißt der große Partner jetzt ACC, für Asien bleiben es CATL und Farasis, wo Mercedes ebenfalls beteiligt ist. Auf der Pressekonferenz bekräftigte Mercedes auf Nachfrage diese Partnerschaft ausdrücklich. Farasis-Batterien zeigten in Mercedes-Produkten eine tolle Performance, die Kooperation sei erfolgreich und bleibe unverändert bestehen. Ob Farasis allerdings in Europa (nahe Bitterfeld) produzieren werde, hinge allein von den Expansionsplänen des noch jungen chinesischen Unternehmens ab.

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Auch ACC soll klimaneutral produzieren

In der Strategie "Ambition 2039" legte Mercedes das Ziel von CO2-Neutralität entlang der gesamten Wertschöpfungskette von E-Autos fest. Die CO2-neutrale Fertigung von Batteriezellen ist dabei ein wichtiger Baustein und eine konkrete Anforderung an alle Partner. Daher wird auch ACC vorrangig Strom aus erneuerbaren Energien für die Fertigung von Hochleistungsbatterietechnologien verwenden. Weitere wichtige Nachhaltigkeitsaspekte sind der verantwortungsvolle Rohstoffbezug sowie der schonende Umgang mit Ressourcen: Für die Batteriezellen werden ausschließlich Rohstoffe aus zertifiziertem Abbau genutzt. Zudem reduzieren die Partner kritische Materialien mit dem Einsatz neuer Technologien. Für einen geschlossenen Rohstoffkreislauf werden Batteriezellen von ACC zu über 95 % recyclingfähig sein. Der Batteriezellenhersteller ist ein wichtiger Partner für die Europäische Union, um im Rahmen des Green Deals die Nachhaltigkeitsanforderungen für eine grüne Batterie in Europa umzusetzen.

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ACC will Europas Batteriechampion werden

ACC wurde erst 2020 gegründet, Beteiligt sind jetzt Stellantis, TotalEnergies und Mercedes-Benz. Ziel von ACC ist es, europäischer Marktführer für Batteriezellen und -module zu werden, die saubere und effiziente Mobilität für alle ermöglichen. Das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Bordeaux (Frankreich) ist bereits in Betrieb. Der Pilotstandort in Nersac (Frankreich) soll Ende 2021 die Produktion aufnehmen.

Fazit

Mercedes verfolgt seine Strategie konsequent weiter: Die Entwicklung von Batteriezellen und deren Produktion machen die Schwaben inhouse, die Herstellung und Weiterentwicklung zusammen mit Partnern extern. Die Beteiligung von ACC für eine europäische Batterieproduktion passt da eigentlich ins Muster, nur dass an dem französischen Unternehmen explizit ein anderes Autokonzern groß beteiligt ist. Mercedes soll aber künftig keine Stellantis-Zellen oder -Batterien bekommen, sondern nach eigenen Vorgaben entwickelte und produzierte.

Für Asien kooperiert Daimler mit den Spezialisten CATL und via Beteiligung mit Farasis. Für die USA dürfte der schwäbische Autobauer längst auf der Suche sein. Vielleicht gibt es da 2022 die nächste Kooperation oder Beteiligung zu verkünden.   

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