Mercedes-Benz S 680 Guard: V12 für den Bundeskanzler?

Mercedes-Benz S 680 Guard
Ist das Merz’ neuer Dienstwagen?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 04.02.2026
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Seit den Anfangsjahren der Bundesrepublik setzen deutsche Bundeskanzler immer wieder auf Staatslimousinen von Mercedes-Benz. Konrad Adenauer fuhr den legendären 300, später folgten der Pullman und gepanzerte S-Klassen. Nach Jahren, in denen auch Audi die Kanzlerfahrzeuge stellte, kehrte mit Olaf Scholz der Stern zurück ins Kanzleramt. Mit der neuen Generation der S-Klasse Guard steht nun der nächste Dienstwagen bereit, und darin könnte künftig Bundeskanzler Friedrich Merz Platz nehmen.

Gleichzeitig ist der S 680 Guard eine Ausnahme im Portfolio der S-Klasse. Denn während Mercedes für das Flaggschiff hauptsächlich Sechs- und Achtzylinder-Motoren oder Hybride anbietet, bekommt der S 680 Guard einen V12. Damit ist es die bisher einzige S-Klasse der W223-Generation mit Zwölfzylinder. Erst im weiteren Verlauf des Jahres soll ein Maybach mit zwölf Töpfen folgen. Unter der Haube arbeitet der bekannte 6,0-Liter-V12 mit zwei Turboladern, der 602 PS und 830 Nm Drehmoment bereitstellt. Diese Leistungsreserven sind nötig, um ein Fahrzeug zu bewegen, das durch seine umfangreiche Panzerung rund 4,2 Tonnen wiegt. Daher ist dieses Schutzfahrzeug auch mit Allradantrieb ausgestattet. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 190 km/h limitiert – nicht aus Mangel an Leistung, sondern zugunsten von Fahrstabilität und Beherrschbarkeit.

Kugelsichere Weste

Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal des Guard liegt jedoch nicht im Antrieb, sondern im Schutz. Die S-Klasse bietet ballistischen Schutz der Widerstandsklasse VR10 – und zwar sowohl für die Verglasung als auch für die Karosserie. VR10 steht für das höchste zivile Schutzniveau und schützt unter anderem vor Beschuss mit Hochleistungsgewehren. Damit richtet sich der S 680 Guard klar an staatliche Institutionen und Personen mit maximalem Sicherheitsbedarf.

Im Vergleich zu einer regulären S-Klasse gibt es weitere entscheidende Unterschiede. So beispielsweise spezielle Notfall- und Schutzsysteme wie eine integrierte Feuerlöschanlage, ein Notluft-Frischluftsystem oder Runflat-Reifen. Diese können nach einer Beschädigung noch 30 Kilometer weiterfahren. Servounterstützte Türen sollen das Gewicht der Panzerung kompensieren und hydraulische Fensterheber sorgen dafür, dass die Scheiben auch nach einem Ausfall der Bordelektrik noch heruntergefahren werden können. Im Innenraum gibt es weitere Features, wie das MBUX High-End Rear Seat Entertainment System mit Videokonferenz-Funktion. Außerdem kann sich der Kanzler – wenn er sich für diese S-Klasse entscheidet – den Fondbereich ganz individuell gestalten. Und wenn er es unbedingt möchte, gibt es auch Flaggenhalter für die Kotflügel.

Einen Preis für die überarbeitete Version des S 680 Guard hat Mercedes noch nicht genannt. Das bisherige Modell lag mit einem Einstiegspreis von rund 547.000 Euro deutlich über einer regulären S-Klasse oder der Maybach-Version. Daran dürfte sich kaum etwas ändern: Der Guard folgt einer eigenen Logik – Sicherheit schlägt Repräsentation.

Fazit