Neue deutsche Loras-Haubitze: Die hat keine Reichweiten-Angst

Neue deutsche Loras-Haubitze
Die hat keine Reichweiten-Angst

ArtikeldatumVeröffentlicht am 05.07.2026
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Panzerhaubitze KNDS Loras
Foto: KNDS / Ki generiertes Bild

Die Loras (Long Range Artillery System, zu Deutsch Langstrecken-Artilleriesystem) ist eine neue 155-Millimeter-Haubitze, die bereits mit konventioneller Munition Ziele in bis zu 60 Kilometer bekämpfen kann, mit künftiger Spezialmunition sind Entfernungen von bis zu 100 Kilometern möglich. Damit würde die Loras deutlich über den Leistungswerten heutiger NATO-Haubitzen liegen. Eine Serienfertigung wird derzeit für die Jahre 2032 bis 2035 angestrebt.

Längstes Geschützrohr unter den modernen NATO-Systemen

Im Zentrum der Entwicklung steht ein 155-Millimeter-Geschütz mit einer Rohrlänge von 58 Kalibern. Die meisten modernen europäischen Haubitzen nutzen derzeit Rohre mit 52 Kalibern und schaffen eine Reichweite von rund 40 Kilometern. Bei der US-amerikanischen M109A7 Paladin beträgt die Rohrlänge sogar nur 39 Kaliber.

Bei der Konstruktion nutzt KNDS eine Kombination bereits vorhandener Technologien. Das Geschützmodul stammt aus dem deutschen Artillery Gun Module (AGM)-Programm. Als Träger dient ein Kettenfahrgestell auf Basis des Boxer. Das neue L58-Geschützrohr wird im französischen KNDS-Werk in Bourges gefertigt. Nach Angaben des Unternehmens wurde ein erster Prototyp bereits erfolgreich erprobt.

KNDS beschreibt Loras zudem nicht als einzelnes Fahrzeug, sondern als Ausgangspunkt für eine ganze Familie weitreichender Artilleriesysteme, die künftig auch auf anderen Plattformen aufgebaut werden könnten.

Technische Daten der KNDS Loras

Erfahrungen aus den USA fließen ein

Mit der Loras bewegt sich KNDS in einem Bereich, an dem die US-Armee bereits gearbeitet hat. Das amerikanische Extended Range Cannon Artillery Programm (ERCA) setzte ebenfalls auf ein 58-Kaliber-Geschütz, wurde jedoch 2024 eingestellt. Als Grund galten unter anderem Probleme mit dem Verschleiß der Geschützrohre. Nach Angaben von KNDS unterscheidet sich die eigene Konstruktion jedoch deutlich vom amerikanischen Ansatz.

Neben dem längeren Rohr setzt KNDS auf leistungsfähigere Treibladungen. Die Loras kann laut Hersteller zwischen einem und acht modulare Treibladungsmodule aufnehmen. Die französische Caesar-Haubitze zum Beispiel nutzt dagegen maximal sechs.

Reichweitenbereich von Raketenwerfern

Mit den geplanten 100 Kilometern Reichweite bewegt sich die Loras in einen Bereich, der bisher überwiegend Raketenartillerie vorbehalten war.

KNDS selbst konzentriert sich zunächst auf konventionelle Munition. Für Geschosse mit Staustrahlantrieb oder Gleitfunktion, die die maximale Reichweite ermöglichen sollen, setzt das Unternehmen auf Kooperationen mit anderen Herstellern.

Was ist Staustrahlantrieb und was Gleitmunition?Ein Staustrahlantrieb funktioniert ähnlich wie ein kleines Triebwerk im Geschoss. Dadurch kann die Munition während des Fluges weiter beschleunigen und größere Entfernungen erreichen.

Eine Gleitmunition nutzt kleine Flügel, um nach dem Abschuss durch die Luft zu gleiten. So fliegt sie weiter als eine normale Artilleriegranate.

Fazit