Neue Elektroauto-Förderung ist begrenzt: Muss ich mich beeilen, um nicht leer auszugehen?

Neue Elektroauto-Förderung ist begrenzt
Muss ich mich beeilen, um nicht leer auszugehen?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 19.01.2026
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Nach langer Ankündigungszeit stehen nun endlich die Eckdaten für die neue Elektroauto-Förderung in Deutschland fest. Maximal 6.000 Euro an Prämie werden für den Kauf oder das Leasing eines Elektroautos bezahlt, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind. Auch Plug-in-Hybrid-Modelle werden gefördert, allerdings mit geringerer Prämie. Alle Details hierzu finden Sie in diesem Beitrag.

Die Finanzierung erfolgt über den Klima- und Transformationsfonds mit einem Gesamtvolumen von drei Milliarden Euro für 2026 bis 2029. Nach einer ersten Schätzung der Bundesregierung soll das Geld für rund 800.000 geförderte Fahrzeuge ausreichen. Rechnerisch ergibt sich also eine durchschnittliche Förderhöhe von 3.750 Euro. Wichtig ist jedoch vor allem die Zahl 800.000. Denn alleine 2025 wurden in Deutschland über 545.000 Elektroautos und mehr als 311.000 Plug-in-Hybride neu zugelassen. Diese Zahlen werden voraussichtlich 2026 noch steigen, der Fördertopf wäre also theoretisch nach weniger als einem Jahr bereits leer.

Was wird gefördert?Die neue E-Auto-Förderung der Bundesregierung richtet sich an Privatpersonen, die ab dem 1. Januar 2026 erstmals ein Neufahrzeug der Klasse M1 in Deutschland zulassen, sei es batterieelektrisch, als Plug-in-Hybrid oder mit Range-Extender. Die Antragstellung ist ab Mai 2026 möglich und kann bis zu einem Jahr rückwirkend erfolgen; entscheidend ist das Datum der Zulassung, nicht der Kaufvertrag. Gefördert werden sowohl Kauf als auch Leasing, wobei eine Mindesthaltedauer von 36 Monaten verpflichtend ist. Plug-in-Hybride und Range-Extender müssen bestimmte Klimaschutzanforderungen erfüllen: maximal 60 g CO₂ pro Kilometer oder eine elektrische Reichweite von mindestens 80 km.

Der Unterschied zur früheren Elektro-Förderprämie ist allerdings, dass nur noch Privatkäufer von der Förderung profitieren, Firmen gehen leer aus. Dadurch wandelt sich das Bild erheblich, denn ein Großteil der Neuzulassungen in Deutschland entfällt auf gewerbliche Halter (rund 66 Prozent) und wirkt sich daher nicht auf den "Füllstand" des Fördertopfes aus.

Es gibt dabei einen erheblichen Unterschied in der Käufersgunst zwischen Gewerbe und Privatkäufern. Während bei den meistverkauften Elektroautos 2025 (siehe Bildergalerie) drei VW-Modelle auf den ersten Plätzen landeten, spielen die ID.-Modelle der Wolfsburger in der Liste der zehn beliebtesten Stromer bei Privatkunden (Tabelle unten) keine Rolle.

Am Beispiel des Jahres 2025 haben wir berechnet, wie lange das Geld wirklich reichen könnte. 2025 wurden 105.170 Elektroautos von privaten Haltern zugelassen, hinzu kommen 50.160 neu auf private Halter zugelassene Plug-in-Hybride. Der Verband VDA geht davon aus, dass diese Zahlen 2026 um rund 17 Prozent steigen werden. Prinzipiell förderfähig wären demnach theoretisch rund 180.000 Autos im laufenden Jahr 2026. Wobei hier auch noch zu beachten ist, dass nicht alle Käufer eine Förderung erhalten werden, weil ihr Haushaltseinkommen zu hoch ist.

Wer wird gefördert?Die Förderhöhe ist sozial gestaffelt und abhängig vom Haushalts-Einkommen und Familienstand: Die Basisprämien betragen 3.000 Euro für vollelektrische Fahrzeuge und 1.500 Euro für Plug-in-Hybride/Range-Extender, ergänzt durch 500 Euro pro Kind (maximal 1.000 Euro). Hinzu kommen zusätzliche 1.000 Euro bei einem zu versteuernden Einkommen unter 60.000 Euro und weitere 1.000 Euro für Einkommen unter 45.000 Euro. Anspruchsberechtigt sind Haushalte mit einem Jahreseinkommen bis 80.000 Euro, bei bis zu zwei Kindern bis 90.000 Euro.

Angesichts der Schätzung der Regierung mit rund 800.000 Förderanträgen kann man deshalb davon ausgehen, dass die Fördermittel tatsächlich über die gesamte Laufzeit bis 2029 ausreichen werden. Zumindest im laufenden Jahr ist es jedenfalls praktisch ausgeschlossen, dass die Mittel erschöpft sind, man muss also nicht sofort zum Autohändler stürmen und einen Vertrag unterschreiben.

Ein weiterer Aspekt, der für eine längere Laufzeit der Förderung spricht: Diesmal ist eine Haltedauer des Neufahrzeugs von mindestens drei Jahren auf den Käufer vorgesehen. Damit entfällt die Möglichkeit der früheren E-Förderung, die viele Geschäftemacher nutzten, indem sie geförderte Elektroautos nach wenigen Monaten gewinnbringend ins Ausland verkauften (und so die Zahl der geförderten Fahrzeuge in die Höhe trieben).

Fazit