Niedrigwasser: Jetzt steigen die Spritpreise

Niedrigwasser
Jetzt steigen die Spritpreise

ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.08.2026
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Öltanker Rhein Niedrigwasser
Foto: Bloomberg via Getty Images

Der Rhein ist ein wichtiger Transportweg für Mineralölprodukte. Über die Wasserstraße werden unter anderem Benzin, Diesel, Heizöl und Kerosin sowie Vorprodukte für die chemische Industrie transportiert. Durch die niedrigen Pegelstände ist die Kapazität der Binnenschifffahrt derzeit erheblich eingeschränkt, wie der Mineralölwirtschaftsverband "en2x" erklärt.

Wie weit die Einschränkungen inzwischen reichen, beschreibt en2x-Hauptgeschäftsführer Christian Küchen: "Derzeit stehen wir jedoch vor einer besonders großen Herausforderung. Die Situation ist aktuell sehr angespannt". Binnenschiffe müssten mit deutlich weniger Fracht beladen werden, teilweise nur mit einem Viertel ihrer normalen Kapazität. Andere Schiffe hätten den Betrieb zeitweise vollständig einstellen müssen. Die Unternehmen versuchen deshalb, einen Teil der Transporte auf Kesselwagenzüge und Tanklastwagen zu verlagern. Nach Angaben von en2x sind deren Kapazitäten jedoch begrenzt, unter anderem wegen zahlreicher Baustellen. Die Folgen für die Kosten und letztlich für Autofahrer benennt der Verband ebenfalls ausdrücklich. Die Transportkosten stiegen und dies wirke sich auch auf die Tankstellenpreise aus.

Tanklager können kaum noch per Schiff versorgt werden

Hinzu kommt ein weiteres Problem. Die Pegelstände am Rhein zuletzt weiter gefallen. Verschiedene Tanklager können deshalb nicht mehr oder nur noch mit sehr geringen Mengen von Binnenschiffen versorgt werden. Der Verband sieht dadurch eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für vorübergehende und regional begrenzte Versorgungsengpässe.

Das bedeutet derzeit allerdings nicht, dass Benzin oder Diesel in Deutschland generell knapp werden. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger erklärte gegenüber der Rheinischen Post, die Versorgung sei aktuell gewährleistet. Um Risiken zu reduzieren, sollen zusätzliche Gütertransporte von den Wasserstraßen auf Schiene und Straße verlagert werden. Bilger geht davon aus, dass die Probleme durch das Niedrigwasser mindestens bis Ende August anhalten.

Wie unterschiedlich die Kraftstoffpreise regional ausfallen, berichtet die Deutschen Presse-Agentur. Demnach waren Benzin und Diesel am Mittwochmorgen (12.8.2026) in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz überdurchschnittlich teuer. Vergleichsweise niedrige Preise wurden dagegen in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern registriert. Der Abstand zwischen den Bundesländern lag im oberen einstelligen Centbereich je Liter.

Ein unmittelbarer Nachweis, welcher Anteil dieser regionalen Differenz allein auf das Niedrigwasser zurückzuführen ist, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Jedoch hatten am Vortag dpa und AFP berichtet, dass Nordrhein-Westfalen und Hessen beim Benzin zu den teuersten Bundesländern gehörten. Als Gründe wurden höheren Logistikkosten genannt.

Ölpreis bleibt ein weiterer Faktor

Das Niedrigwasser erklärt zudem nicht den gesamten aktuellen Preisanstieg. So sieht der ADAC im zuletzt gestiegenen Ölpreis einen wesentlichen Treiber der höheren Kraftstoffpreise. Die Einschränkungen auf dem Rhein kommen als zusätzlicher Kostenfaktor bei der Versorgung hinzu.

Um ein wenig die Kraftstoffkosten zu minimieren, sollten Autofahrer nach Möglichkeit die Schwankungen der Kraftstoffpreise im Tagesverlauf nutzen. Für eine aktuelle Übersicht bietet sich unsere kostenlose Spritpreis-App "mehr tanken" (Google Play-Store oder Apple App-Store) an, die die aktuellen Kraftstoffpreise, eine Preis-Prognose und günstige Tankstellen in der Nähe anzeigt. Dort finden auch E-Auto-Fahrer Ladepunkte und deren Preise.

Fazit