Die Montana Highway Patrol entdeckt bei Billings eine rollende Riesenbanane und zieht sie raus. Der Grund bleibt überraschend normal: Ein Teil des Kennzeichens ist verdeckt, ein Ticket gibt’s am Ende nicht.
Die Polizei liefert den Ton gleich mit
Auf Facebook macht die Highway Patrol aus dem Stopp direkt eine kleine Show: Man habe schon Raser und Handysünder erwischt – "aber das hier sticht raus". Dazu der Satz, der die Kommentarspalte zündet: So "apPEALing" (‚appealing‘ = ansprechend, mit ‚peel‘ wie Schale)" die Banane auch wirkt, Verkehrsregeln gelten auch für Obst.
Wer steckt hinter der Banane?
Steve Braithwaite baut das viersitzige "Big Banana Car", das er im Alltag fährt. Ein bisschen erinnert das an US-Werbe-Ikonen wie das Oscar-Mayer-Wienermobil. Unter der Fiberglas-Schale steckt ein Ford F-150, Baujahr 1993 – Braithwaite hat die Banane darauf aufgebaut. Laut Cowboy State Daily rollt er damit seit 15 Jahren durchs Land und hat inzwischen mehr als 250.000 Meilen (rund 402.000 Kilometer) abgespult.
Warum halten Cops ihn ständig an?
Braithwaite rechnet selbst mit "hunderten" Polizeistopps – oft einfach, weil die Banane auffällt. Manchmal suchen Beamte nur ein Foto, manchmal finden sie einen Gesprächsanlass, diesmal eben das Kennzeichen. Er sagt, er habe sich in den ersten Jahren wie der meistangehaltene Fahrer Amerikas gefühlt.
Warum bedeutet "to peel out" mit durchdrehenden Rädern anfahren?Das englische Verb "to peel" bedeutet eigentlich "schälen" (wie bei einer Banane oder einer Kartoffel). Wenn ein Auto mit extrem viel Gas anfährt, drehen die Reifen auf dem Asphalt durch. Durch die enorme Hitze und Reibung reibt eine hauchdünne Schicht des Reifenprofils wie eine Schale ab. Dieser Gummiabrieb bleibt als schwarzer Streifen auf der Straße zurück. Das Auto "schält" sich also quasi aus seinen eigenen Reifen heraus.
"Peel out", "peel away", "split": So funktionieren die Witze
Im Englischen bedeutet "to peel" schälen – perfekt für jede Banane auf Rädern. "To peel out" heißt umgangssprachlich: mit durchdrehenden Reifen loslegen. Polizisten hatten Braithwaite einmal mit ernster Miene und den Worten "you peeled out" angehalten – und erst nach einer Weile klargemacht, dass das ein Witz war. In den Facebook-Kommentaren taucht dann "peel away" auf: wörtlich "sich wegschälen", gemeint ist "abhauen". Und weil das Kennzeichen laut Berichten "SPLIT" lautet, schalten viele sofort auf die nächste Pointe: "split" heißt auch "sich verdrücken" – dazu passt die US-Redewendung "make like a banana and split" – bedeutet: "Mach dich vom Acker".

Steve Braithwaite hat seine rollende Riesenbanane als Viersitzer ausgelegt. Da er aber ständig mit der Banane fährt, braucht er schon mindestens einen Sitzplatz für sein Gepäck.
Die Kommentarspalte macht daraus eine Obst-Parade
Die User spielen Pingpong mit den Vorlagen: "I’m surprised he didn’t… peel away" (frei übersetzt: "Ich bin überrascht, dass er nicht einfach abgehauen ist" – mit ‘peel’ als Schalen-Wortspiel), "He definitely split afterwards" ("Der hat danach garantiert den Abgang gemacht" – plus Verweis aufs Kennzeichen) und "Ticket or warning – or did you split the difference?" ("Ticket oder Verwarnung – oder habt ihr euch in der Mitte getroffen?"). Andere drehen komplett frei und machen aus dem Polizeifunk ein Comedy-Format. "Dispatch, I’ll be out on traffic with a banana" ("Leitstelle, ich bin bei einer Verkehrskontrolle … mit einer Banane"). Wieder andere fragen nach dem "rest of the bunch": gemeint ist "Wo ist der Rest der Staude?" Ergebnis: Die Banane wirkt wie ein fahrender Eisbrecher – selbst eine Verkehrskontrolle kippt in gute Laune.

Ganz neu ist die Idee nicht: In den USA fahren seit Jahrzehnten Werbe-Mobile wie das Oscar-Mayer-Wienermobil (Bild) durch die Gegend. Steve Braithwaite macht daraus allerdings keine Marken-Promo, sondern ein privates Alltagsauto.
Wie das Ganze anfing – und warum er weiterfährt
Braithwaite kommt 2008 auf die Idee, als er an einer Tankstelle eine eher gerade Banane in einer Obstschale sieht. Er baut sich eine fahrbare Banane – weil ihn der Gedanke daran sofort zum Lachen bringt. Seine Inspiration hatte er von einer Top-Gear-Folge, in der seltsame Fahrzeuge herumfuhren – so zum Beispiel ein Gartenhaus und eine Couch. Aus dem Gag wird sein Alltagsauto – und mittlerweile eine Art rollendes Motto: Er wirbt mit dem Satz, die Welt habe "gefährlich wenig Albernheit". Und er plant schon die nächste große Runde: weiter Richtung Mittelamerika und dann irgendwann per Schiff über Ozeane – die große Weltreise. Hauptsache, die riesige Banane macht Kilometer. Vielleicht auch bei uns.





