Porsche-Gehälter: Irre, wie viele über 100.000 Euro verdienen

Porsche-Gehälter
Irre, wie viele über 100.000 Euro verdienen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 07.07.2026
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Porsche Schriftzug Showroom mit Euro-Zeichen
Foto: Andrei Savchuk via Getty Images / Collage: Wittich

Die veröffentlichten Zahlen geben einen ungewöhnlich detaillierten Einblick in die Vergütungsstruktur des Sportwagenherstellers. Während Unternehmen häufig nur Angaben zu den Vorstandsgehältern machen, wurden nun erstmals auch Größenordnungen für verschiedene Einkommensklassen innerhalb der Belegschaft bekannt.

Exakt 9.082 Mitarbeiter erhalten mehr als 100.000 Euro jährlich – innerhalb dieser Gruppe verdienen 201 Beschäftigte mehr als 300.000 Euro. 28 Mitarbeiter erhalten über 500.000 Euro pro Jahr. Darüber hinaus gibt es drei Beschäftigte außerhalb des Vorstands, deren Jahreseinkommen die Marke von einer Million Euro überschreitet. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich dabei um Führungskräfte unterhalb der Vorstandsebene. Ein Unternehmenssprecher bestätigte diese Zahlen gegenüber der „Automobilwoche“.

Gemessen an der Gesamtbelegschaft erreicht damit ein erheblicher Teil der Beschäftigten ein Einkommen, das deutlich über dem deutschen Durchschnitt liegt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag der durchschnittliche Bruttojahresverdienst, einschließlich Sonderzahlungen im Jahr 2025 bei 54.066 Euro.

Große Unterschiede je nach Tätigkeit

Aber auch unterhalb der Gehaltsschwelle der 100.000 Euro Orientierung sind die Gehälter bei Porsche laut Arbeitgeberportal Kununu sehr gut. Dort werden für Projektmanager durchschnittlich rund 91.800 Euro, für Ingenieure 83.400 Euro, für HR-Manager 80.000 Euro, für Einkäufer 75.600 Euro, für Sachbearbeiter 61.700 Euro, für Produktionsmitarbeiter 58.200 Euro und für Logistiker 51.300 Euro brutto pro Jahr genannt. Die Werte beruhen auf Angaben von Beschäftigten und ehemaligen Mitarbeitern und können je nach Tätigkeit, Standort, Berufserfahrung und Betriebszugehörigkeit deutlich abweichen.

Vorstandsgehälter liegen deutlich über denen der Belegschaft

Die veröffentlichten Einkommenszahlen betreffen ausschließlich die Belegschaft unterhalb des Vorstands. Für die Mitglieder des Vorstands veröffentlicht Porsche die Vergütung jährlich gesondert im Vergütungsbericht. Für das Geschäftsjahr 2025 erhielt der damalige Vorstandsvorsitzende Oliver Blume eine Gesamtvergütung von 1.901.051 Euro. Aufgrund seiner Doppelfunktion als Vorstandsvorsitzender von Porsche und des Volkswagen-Konzerns fiel seine Vergütung geringer aus als bei einem ausschließlich für Porsche tätigen Vorstandsvorsitzenden.

Die höchste Vergütung innerhalb des Porsche-Vorstands erhielt Entwicklungsvorstand und stellvertretender Vorstandsvorsitzender Michael Steiner mit 2.122.412 Euro. Einkaufsvorständin Barbara Frenkel kam trotz ihres Ausscheidens im August 2025 auf 1.820.295 Euro. Car-IT-Vorstand Sajjad Khan erhielt 1.377.613 Euro, Personalvorstand Andreas Haffner 1.329.410 Euro. Finanzvorstand Jochen Breckner, der sein Amt zum 1. März 2025 übernommen hatte, erhielt 1.132.425 Euro.

Aufgrund von unterjährigen Wechseln fielen die Vergütungen weiterer Vorstandsmitglieder niedriger aus. Vertriebsvorstand Detlev von Platen erhielt 223.136 Euro. Die neuen Vorstandsmitglieder Vera Schalwig (Personal) und Joachim Scharnagl (Einkauf), die ihre Ämter ebenfalls erst im Laufe des Jahres übernommen hatten, kamen auf 499.871 beziehungsweise 501.930 Euro. Der seit Anfang 2026 amtierende Vorstandsvorsitzende Michael Leiters ist im Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2025 noch nicht enthalten. Seine Vergütung wird voraussichtlich erstmals im Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2026 veröffentlicht.

Hohe Abfindung für Ex-Finanzchef

Im Zuge der personellen Veränderungen im Vorstand wurde auch bekannt, dass der frühere Finanzvorstand Lutz Meschke nach seinem Ausscheiden eine Abfindung von mehr als zehn Millionen Euro erhalten soll. Hintergrund ist die vorzeitige Beendigung seines ursprünglich bis 2027 laufenden Vertrags.

Auch weitere Vorstandsmitglieder schieden im Laufe des Jahres aus oder übernahmen ihre Funktionen erst während des Geschäftsjahres. Dadurch sind die ausgewiesenen Vergütungen nur eingeschränkt miteinander vergleichbar.

Fazit