Der Sportwagenhersteller wird für die Jahre 2026 und 2027 eine Kooperation mit dem chinesischen Elektroauto-Hersteller Xpeng eingehen, wie das Handelsblatt berichtet. Dieser Schritt soll Porsche vor drohenden Strafzahlungen in Milliardenhöhe bewahren und ist eine direkte Folge der Neuausrichtung des Unternehmens.
Der Grund für dieses Manöver liegt in Porsches aktueller Produkt- und Absatzstrategie. Der Verkauf von reinen Elektrofahrzeugen, wie dem neuen Macan, entwickelt sich nicht mit der erwarteten Dynamik. Gleichzeitig konzentriert sich Porsche wieder stärker auf seine hochprofitablen Modelle mit Verbrennungsmotoren und Plug-in-Hybriden.
Dieser strategische Schwenk erhöht zwangsläufig den durchschnittlichen CO₂-Ausstoß der Neuwagenflotte. Damit rückt das Erreichen der von der EU vorgeschriebenen Grenzwerte aus eigener Kraft in weite Ferne. Ohne ausgleichende Maßnahmen wäre Porsche gezwungen, Strafen an die EU zu zahlen.
Ein chinesischer Partner statt der Konzernmutter
Die Partnerschaft mit Xpeng bietet hier einen rechnerischen Ausweg. Beim sogenannten CO₂-Pooling werden die Flottenemissionen verschiedener Hersteller zusammengelegt. Da Xpeng hauptsächlich lokal emissionsfreie Elektroautos verkauft, kann Porsche deren positive CO₂-Bilanz nutzen, um den eigenen, höheren Flottenwert auszugleichen. VW selbst hält fünf Prozent Beteiligung am chinesischen Hersteller.
Entlastung für den VW-Konzern
Für den Mutterkonzern Volkswagen bedeutet der Austritt Porsches eine deutliche Entlastung. VW hatte die EU-Durchschnittswerte für die Flottenemissionen bereits 2025 verfehlt und muss diesen Rückstand in den kommenden Jahren aufholen. Die CO₂-intensive Flotte von Porsche hätte die Gesamtbilanz des Konzerns belastet und die Aufholjagd erschwert. Ohne die Sportwagentochter im Pool steigen die Chancen für VW, die verschärften Vorgaben ohne Strafzahlungen zu erfüllen.
Der strategische Schritt unterstreicht zudem die jüngste Forderung von Porsche-Chef Michael Leiters nach einer Anpassung der EU-Flottenziele angesichts des verlangsamten Hochlaufs der E-Mobilität. Leiters plädierte für realistischere CO₂-Vorgaben und einen intensiveren Dialog zwischen Industrie und Politik, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu sichern.





