Schwere Spezialfahrzeuge der Bundeswehr: Diese Militär-Lkw stemmen die härtesten Aufgaben

Schwere Spezialfahrzeuge der Bundeswehr
Diese Militär-Lkw stemmen die härtesten Aufgaben

ArtikeldatumVeröffentlicht am 03.08.2026
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Große Transport-Lkw gehören zum Alltag der Bundeswehr. Daneben verfügt die Truppe jedoch über eine Reihe besonders schwerer Spezialfahrzeuge, die nur für spezielle Aufgaben eingesetzt werden. Dazu zählen Bergefahrzeuge, Schwerlasttransporter und Pionierfahrzeuge, die technische Unterstützung leisten – etwa beim Transport schwerer Militärfahrzeuge, bei Bergungseinsätzen oder beim Bau provisorischer Übergänge. Entsprechend imposant fallen Abmessungen, Gewicht und Motorleistung dieser Fahrzeuge aus.

Wenn Kampfpanzer oder andere schwere Militärfahrzeuge bewegt oder geborgen werden müssen, stoßen herkömmliche Lastwagen an ihre Grenzen. Für solche Einsätze stehen besonders leistungsfähige Fahrzeuge zur Verfügung, die für hohe Lasten und schwieriges Gelände ausgelegt sind. Einige der größten Spezialfahrzeuge der Bundeswehr im Überblick.

SLT Elefant

Der Schwerlasttransporter Elefant gehört seit den 1960er Jahren zur Ausrüstung der Bundeswehr. Entwickelt wurde er von den ehemaligen Fahrzeugfabriken Ansbach und Nürnberg (Faun). Trotz mehrerer Modernisierungen blieb das Grundkonzept erhalten. Charakteristisch ist der Tieflader mit Schwanenhals-Konstruktion, die auch im Gelände eine hohe Beweglichkeit ermöglicht.

Mit Auflieger erreicht der SLT Elefant eine Zuggesamtmasse von bis zu 92 Tonnen. Für den Antrieb sorgt ein 21,6 Liter großer Deutz-Zwölfzylinder-Dieselmotor mit 735 PS und 2.720 Newtonmetern Drehmoment. Die Nutzlast beträgt bis zu 52 Tonnen, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 62 km/h. Das Gespann misst rund 18,8 Meter in der Länge sowie 3,15 Meter in der Breite und 3,3 Meter in der Höhe.

Elefant 2

Der Elefant 2 basiert auf der vierachsigen Sattelzugmaschine HX81 von Rheinmetall MAN Military Vehicles mit permanentem Allradantrieb. Angetrieben wird er von einem 500 kW (680 PS) starken V8-Dieselmotor mit 2.700 Newtonmetern Drehmoment, der seine Kraft über ein automatisches Zwölf-Gang-Getriebe mit zuschaltbarer Geländeuntersetzung überträgt. Je nach Auflieger kann der Elefant 2 Nutzlasten von bis zu 70 Tonnen bewegen, die maximale Zuggesamtmasse liegt bei bis zu 135 Tonnen.

07/2026 Rheinmetall MAN Elefant 2
Bundeswehr/Marco Dorow

Die Einführung begann nach Abschluss eines Rahmenvertrags im Jahr 2019 über zunächst bis zu 137 Fahrzeuge, von denen zunächst 32 und später weitere 48 bestellt wurden. Mit der jüngsten Beauftragung von 56 zusätzlichen Fahrzeugen wächst die Flotte auf insgesamt 136 bestellte Elefant-2-Sattelzugmaschinen, deren Auslieferung bis 2027 vorgesehen ist. Die Besonderheit des Elefant 2 ist, dass er über keine geschützte Kabine verfügt.

SLT Mammut

Eine modernere Alternative stellt der SLT Mammut von MAN und Rheinmetall dar. Der geschützte Schwerlasttransporter kann Nutzlasten von bis zu 70 Tonnen aufnehmen und erreicht eine Zuggesamtmasse von 130 Tonnen. Damit zählt er zu den leistungsfähigsten Transportfahrzeugen der Bundeswehr.

Der vierachsige Allrad-Lkw lässt sich außerdem ohne Auflieger als Bergefahrzeug einsetzen. Zwei mechanische Seilwinden mit jeweils 20 Tonnen Zugkraft gehören zur Ausstattung. Angetrieben wird der Mammut von einem 680 PS starken V8-Dieselmotor, der seine Kraft über ein automatisiertes Zwölfganggetriebe überträgt.

Bergefahrzeug Bison

Der Bison ist auf die Bergung beschädigter oder liegengebliebener Fahrzeuge spezialisiert. Das rund 35 Tonnen schwere Fahrzeug verfügt über eine geschützte Kabine und ist für Einsätze in schwierigem Gelände ausgelegt.

Ein 503 PS starker Dieselmotor ermöglicht neben dem Eigengewicht den Transport weiterer Lasten von bis zu zehn Tonnen. Zur Ausstattung gehören zwei Seilwinden sowie ein hinter der Kabine montierter Kran. Damit lassen sich Fahrzeuge bergen, Bauteile anheben und Reparaturarbeiten im Einsatz unterstützen.

Schwimmschnellbrücke Amphibie M3

Die Amphibie M3 übernimmt Aufgaben beim Übersetzen von Fahrzeugen, Material und Personal über Gewässer. Das Fahrzeug ist selbst schwimmfähig und kann sowohl als Fähre als auch als Bestandteil einer schwimmenden Brücke eingesetzt werden.

Den Vortrieb im Wasser übernehmen zwei hydraulisch steuerbare Pump-Jet-Wasserstrahlantriebe, die sich um 360 Grad drehen lassen. Für den Fährbetrieb werden zwei bis sechs Fahrzeuge miteinander gekoppelt. Als Brücke können mehrere Amphibien die gesamte Breite eines Gewässers überbrücken.

Für Fahrten auf unterschiedlichen Untergründen verfügt die M3 über eine Reifendruckregelanlage. Die breiten Reifen verbessern die Geländegängigkeit auf weichem Boden. Während der Wasserfahrt werden die beiden lenkbaren Antriebsachsen hydraulisch in die Radkästen eingefahren.

Geschütztes Berge- und Kranfahrzeug

Das geschützte Berge- und Kranfahrzeug (GeschBKF) basiert auf einem Mobilkran von Liebherr und verfügt über eine gepanzerte Fahrerkabine. Es dient zum Bergen und Abschleppen beschädigter Fahrzeuge sowie für verschiedene Hebe- und Umschlagarbeiten.

Mit seiner Krananlage übernimmt das Fahrzeug unter anderem den Containerumschlag, das Verladen von Fahrzeugen oder Arbeiten im Rahmen der Instandsetzung. Das 44 Tonnen schwere Fahrzeug wird von einem 544 PS starken Dieselmotor angetrieben. Es kann Lasten bis zu 40 Tonnen schleppen und hebt mit seinem Kran bis zu 22,8 Tonnen.

Faltstraßengerät

Das Faltstraßengerät dient dazu, behelfsmäßige Fahrwege in schwierigem Gelände anzulegen. Es basiert auf einem vierachsigen MAN-Lkw der 15-Tonnen-Klasse und verfügt über einen Ausleger hinter dem Fahrerhaus sowie eine Abrolleinrichtung am Fahrzeugheck.

Mit einzelnen Fahrbahnsegmenten können innerhalb kurzer Zeit befahrbare Wege auf Sand, weichem Untergrund oder an Gewässerufern geschaffen werden. Das System verlegt Faltstraßen auch in Gewässern mit bis zu 1,2 Metern Tiefe und ermöglicht so Flussquerungen für nachfolgende Fahrzeuge. Innerhalb von zehn Minuten lassen sich rund 50 Meter Fahrbahn auslegen. Den Antrieb übernimmt ein 360 PS starker Dieselmotor.

Fazit