Während viele moderne Radhaubitzen auf Fahrgestelle mit vier Achsen und 8×8-Antrieb setzen, nutzt das von Elbit entwickelte System fünf Achsen.
Die Sigma 155 tritt im Programm Self-Propelled Howitzer Modernization (SPH-M) an. Mit diesem Vorhaben sucht die US-Armee einen Nachfolger beziehungsweise eine Ergänzung für die seit Jahrzehnten eingesetzte M109. Während andere Bewerber – auch aus Deutschland – auf kompaktere Fahrgestelle setzen, fällt die Sigma bereits durch ihre Größe auf.
Schweres Fahrgestell als Grundlage
Die Haubitze basiert auf einer speziell angepassten Oshkosh-Plattform. Ursprünglich wurde das zugrunde liegende Fahrzeug als schwerer Militär-Lkw entwickelt. Für die Sigma erhielt das Fahrgestell einen automatisierten Geschützturm, zusätzliche Feuerleittechnik sowie ein internes Munitionslager.
Die fünf Achsen verteilen das Gewicht von rund 36 Tonnen auf mehr Räder als bei vielen Konkurrenzsystemen. Dadurch können mehr Munition, zusätzliche Technik und der vollautomatische Turm mitgeführt werden. Ein weiterer Vorteil des großen Fahrgestells liegt im Munitionsvorrat. Die Sigma 155 kann bis zu 40 Schuss direkt im Fahrzeug mitführen. Das reduziert nach Angaben von Elbit America die Abhängigkeit von Nachschubfahrzeugen während eines Einsatzes.
Vollautomatischer Turm feuert 8 Schuss pro Minute
Auf dem Oshkosh-Fahrgestell sitzt ein vollautomatischer Turm mit einer 155-Millimeter-Kanone und einer Rohrlänge von 52 Kalibern. Das System übernimmt das Laden der Geschosse, der Treibladungen und der Zünder automatisch.
Dadurch kommt die Sigma mit einer Besatzung von drei Soldaten aus. Die Bedienung erfolgt aus der gepanzerten Kabine. Nach Herstellerangaben sind bis zu acht Schuss pro Minute möglich.
Vor dem Schießen werden hydraulische Stützen ausgefahren. Sie nehmen die Rückstoßkräfte auf und sorgen für die notwendige Stabilität. Anschließend kann die Haubitze ihre Stellung wieder verlassen. Die Fähigkeit zum schnellen Stellungswechsel gilt heute als wichtiger Bestandteil moderner Artilleriekonzepte.
Die Sigma kann Ziele mit Standardmunition in Entfernungen von mehr als 40 Kilometern bekämpfen. Mit reichweitengesteigerter Munition werden je nach Geschosstyp bis zu 80 Kilometer genannt.
Wettbewerb mit der RCH 155
Zu den bekanntesten Konkurrenten zählt die deutsche RCH 155 von Rheinmetall. Beide Systeme setzen auf einen hohen Automatisierungsgrad und kleine Besatzungen. Der auffälligste Unterschied liegt beim Fahrzeugkonzept. Die RCH 155 nutzt ein 8×8-Fahrgestell, während die Sigma auf fünf Achsen und ein größeres 10×10-Fahrzeug setzt. Dadurch kann die Sigma mehr Munition an Bord mitführen und bietet zusätzliche Reserven für den Aufbau.
Neben der RCH 155 gehören auch Varianten der französischen Caesar sowie weitere Systeme zum Bewerberfeld der US-Armee.
Entscheidung in den kommenden Monaten
Die US-Armee verfolgt mit dem SPH-M-Programm einen anderen Ansatz als bei früheren Beschaffungsprojekten. Statt einer vollständigen Neuentwicklung werden bereits verfügbare Systeme bewertet, die sich kurzfristig beschaffen lassen.





