Lynx XM30 als Bradley-Nachfolger im Finale: So deutsch ist der neue US-Schützenpanzer

Lynx XM30 als Bradley-Nachfolger im Finale
So viel Deutschland steckt im neuen US-Schützenpanzer

ArtikeldatumVeröffentlicht am 08.08.2026
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Die ersten Prototypen sollen im dritten Quartal 2026 an die Streitkräfte übergeben und ab Herbst von Soldaten getestet werden. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem Ergonomie, die Arbeitsbelastung der zweiköpfigen Besatzung, Sichtverhältnisse, das Ein- und Aussteigen der Infanterie sowie der Zugang zu wartungsrelevanten Baugruppen. Hinzu kommen Tests der Mensch-Maschine-Schnittstelle, der Sensorik und des digitalen Lagebilds.

Anschließend soll sich der Lynx XM30 auch im Verbund mit anderen Gefechtsfahrzeugen der US-Armee unter möglichst realistischen Einsatzbedingungen bewähren, bevor die endgültige Auswahl des Bradley-Nachfolgers getroffen wird. Hier der große Technik-Vergleich der NATO-Schützenpanzer (auch in der Fotoshow).

Vom deutschen KF41 zum amerikanischen XM30

Der Lynx XM30 entstand nicht als völlig neues Fahrzeug. Seine technische Grundlage bildet der von Rheinmetall entwickelte Schützenpanzer KF41, der ursprünglich für internationale Streitkräfte konzipiert wurde. Die Plattform wurde von Beginn an modular ausgelegt, sodass sich Bewaffnung, Schutzsysteme und Elektronik an unterschiedliche Anforderungen anpassen lassen. Genau diese Eigenschaften machten den KF41 auch für das XM30-Programm der US-Armee interessant.

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Der Erfolg der Plattform zeigt sich inzwischen auch bei den bisherigen Nutzern. Ungarn war 2020 der erste NATO- und EU-Staat, der den KF41 bestellte, und fertigt einen Großteil der insgesamt 218 Fahrzeuge inzwischen im eigenen Land. Rumänien folgte 2026 mit einem Auftrag über 298 Fahrzeuge, einschließlich lokaler Fertigung. Italien nutzt den Lynx als Grundlage für das neue Army Armoured Combat System (A2CS), das mehrere Hundert Fahrzeuge verschiedener Varianten umfassen soll. Auch die Ukraine erhielt erste Fahrzeuge für Erprobungen und den geplanten Aufbau einer späteren Produktion.

Was vom KF41 übernommen wurde

American Rheinmetall veröffentlicht bisher nicht im Detail, welche Baugruppen des XM30 direkt auf dem KF41 basieren. Aufgrund der gemeinsamen Plattform gilt jedoch als wahrscheinlich, dass wesentliche Teile der Fahrzeugtechnik übernommen wurden. Dazu zählen vor allem die Wanne, die Modul-Konstruktion, das Fahrwerk sowie das grundlegende Schutzkonzept. Auch beim Antrieb dürfte sich der XM30 am KF41 orientieren.

Das ist über den XM30 bereits bekannt

Zu den wichtigsten Neuerungen gehört ein neuer unbemannter Turm mit der 50-mm-Kanone XM913. Auch der XM30 wird von einer zweiköpfigen Besatzung bedient und transportiert sechs Infanteristen. Für den Fahrer steht ein 360-Grad-Kamerasystem zur Verfügung, das Rangiermanöver erleichtern und tote Winkel reduzieren soll. Zudem verfügt das Fahrzeug über ausreichende elektrische Leistungsreserven für zusätzliche Sensoren und künftige Ausrüstung.

Nicht veröffentlicht wurden bisher unter anderem das endgültige Gefechtsgewicht, Motor und Getriebe, Beschleunigungswerte, die Reichweite unter Einsatzbedingungen, Details zum aktiven Schutzsystem sowie Angaben zu den Lebenszyklus- und Betriebskosten.

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