Nur ein Punkt, aber knapp 40 Euro liegen zwischen dem besten und dem zweitbesten Reifen im Test des Auto Club Europa (ACE). Der ACE hat zehn Sommerreifen der Kompaktklasse-Dimension 225/40 R 18 XL getestet und dabei große Unterschiede festgestellt. Im Test waren Reifen etablierter Premiumhersteller, der Mittelklasse und günstiger Marken in einer Größe, wie sie etwa auf Audi A3, Skoda Octavia und VW Golf passt. In neun Disziplinen hat der Autoclub die Reifen getestet und bewertet. Geprüft wurden unter anderem Bremsweg und Handling auf trockener und nasser Fahrbahn, Aquaplaning sowie das Geräusch und der Rollwiderstand.
Viermal "sehr empfehlenswert" und ein Preistipp
Am Markt hatte der Autoclub für die getesteten Reifen Preis zwischen 68 und 140 Euro pro Stück ermittelt. Der Michelin Pilot 4S ist mit 141 Punkten der Testsieger und der teuerste Reifen im Test: 140 Euro kostet ein Exemplar. Wer Geld sparen will, findet in der Ergebnistabelle gleich mehrere Alternativen: Der zweitplatzierte Continetal Sport Contact 7 hat einen Punkt weniger im Gesamtergebnis und kostet 103 Euro. Zum gleichen Preis gibt es auch den Bridgestone Potenza Sport Evo, der 138 Punkte erzielt. Alle drei Reifen stuft der ACE als "sehr empfehlenswert" ein.
Ein vierter Reifen ist ebenfalls "sehr empfehlenswert": Der Falken Azenis FK 520 kann mit einem Reifenpreis von 87 Euro in der Spitzengruppe als Budget-Tipp gelten. Er ist damit sogar deutlich besser platziert als der mit 108 Euro relativ teure Goodyear Eagle F1 Supersport, dem insgesamt 129 Punkte den letzten Platz einbringen.
Sechs der zehn Reifen erhalten die Bewertung "empfehlenswert". Der schlechteste Reifen im Test, der Nexen N´Fera Sport erzielt insgesamt 128 Punkte. Relativ zu den maximal möglichen 170 Punkten schneidet der Nexen 7,6 Prozent schlechter ab als der erstplatzierte Michelin. Das Feld liegt insgesamt eng beieinander, doch es gibt große Unterschiede in den einzelnen Testdisziplinen.
Unterschiede beim Bremsen und im Handling
Richtig schlecht ist keiner der getesteten Reifen. Die größten Unterschiede gibt es bei den Bremswegen auf nasser Fahrbahn und im Trockenhandling. Bei der Vollbremsung auf trockener Straße aus 100 km/h liegen zwischen dem besten und dem schlechtesten Reifen knapp zwei Meter Bremsweg. Mit dem Bridgestone stand der Testwagen nach 32,85 Metern und mit dem Nexen nach 34,73 Metern. Auf nasser Fahrbahn wurden die Unterschiede größer: Bei einer Vollbremsung aus 80 km/h lagen zwischen dem besten und schlechtesten Reifen 3,83 Meter, also in etwa die Länge eines Golf I.
Bei Nässe bremst der Continental am besten: 24,51 Meter genügten im Test bis zum Stillstand. Der Nexen benötigte auch hier den längsten Bremsweg: 28,34 Meter. Das ergibt 19 statt 29 Punkte. Maximal sind in dieser Kategorie 30 Punkte möglich. Das Handling bewerteten die Testfahrer subjektiv bei Fahrten auf einer Strecke mit Kurven unterschiedlicher Radien, Gefällen und Kuppen mit einem VW Golf 8 GTI. Bei dieser Übung erhielten die drei besten Reifen jeweils 19 von 20 möglichen Punkten: Michelin, Continental und Pirelli lieferten das beste Fahrverhalten auf trockener Fahrbahn ab. Nexen und Linglong liegen am Ende des Feldes.
Auf nasser Fahrbahn fuhren Michelin und Linglong am besten: Beide Reifen sammelten in vier Nass-Tests insgesamt 68 Punkte. Weniger als 62 Punkte erzielte hier jedoch keiner der zehn Reifen. Nokian und Michelin zeigten bei Nässe eine gute Traktion aus Kurven.

Die Ergebnisse des ACE Sommerreifentests im Detail.












