Sprit-Steuer adé: Auf dieser Insel gibt es jetzt eine Straßen-Maut

Sprit-Steuer adé
Beliebte Touristen-Insel ab sofort mit Straßen-Maut

ArtikeldatumVeröffentlicht am 03.02.2026
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Island Straße Wohnmobil
Foto: Artur Debat via Getty Images

Für Reisende mit Auto oder Wohnmobil verändert sich damit die Kostenstruktur eines Roadtrips deutlich.

Die Abschaffung der Kraftstoffsteuer senkt zwar den Preis an der Zapfsäule, gleicht die Mehrkosten durch die neue Maut jedoch nicht vollständig aus. Zusätzlich wurde die CO₂-Steuer angehoben, wodurch sich die Entlastung beim Tanken weiter relativiert. Für Urlauber ist deshalb vor allem relevant, wie hoch die neue Maut ausfällt und wie sie erhoben wird.

Kilometerabhängige Maut für alle Fahrzeuge

Seit dem 1. Januar 2026 gilt die Straßennutzungsgebühr für das gesamte öffentliche Straßennetz Islands. Sie ist kilometergenau und betrifft sämtliche Fahrzeugarten. Ausnahmen nach Antriebsart gibt es nicht. Benziner, Diesel, Hybridfahrzeuge und Elektroautos werden gleich behandelt. Auch Wohnmobile und Motorräder sind einbezogen.

Die Höhe der Gebühr richtet sich nach Fahrzeugtyp und Gewichtsklasse. Eine klassische Vignette, wie sie aus anderen europäischen Ländern bekannt ist, gibt es nicht. Die Maut wird auf Basis der gefahrenen Kilometer berechnet.

Abrechnung bei Einheimischen und Touristen

Isländische Fahrzeuge müssen ihren Kilometerstand regelmäßig online melden. Auf dieser Grundlage wird die fällige Straßennutzungsgebühr berechnet. Diese Meldepflicht gilt nicht für ausländische Fahrzeuge.

Reisende, die mit dem eigenen Auto nach Island kommen, zahlen stattdessen eine pauschale Gebühr für die Dauer ihres Aufenthalts. Die genaue Höhe richtet sich nach der Aufenthaltszeit und wird nicht kilometergenau erfasst.

Mietwagen und Camper mit Tagespauschale

Für Mietwagen und gemietete Camper rechnen die Anbieter die neue Maut direkt mit den Kunden ab. Statt einer individuellen Kilometerabrechnung gilt eine Tagespauschale, die von den Vermietern erhoben wird.

Nach Angaben des ADAC liegt diese Pauschale bei den meisten Anbietern bei rund 1.550 ISK pro Tag, was etwa 10,70 Euro entspricht. Die Gebühr erscheint in der Regel als separater Posten auf der Mietwagenrechnung oder ist in den Gesamtkosten enthalten.

Tunnelmaut bleibt bestehen

Unabhängig von der neuen allgemeinen Straßenmaut bleibt die bisherige Tunnelmaut bestehen. Betroffen ist weiterhin der Vaðlaheiðargöng-Tunnel im Norden Islands, der seit 2018 die Ringstraße zwischen Akureyri und Húsavík verkürzt.

Für Pkw unter 3,5 Tonnen beträgt die Gebühr 2.152 ISK, rund 14,80 Euro. Die Zahlung erfolgt online und muss spätestens 24 Stunden vor oder nach der Durchfahrt erledigt werden. Andere Tunnel auf Island sind weiterhin gebührenfrei. Die Kombination aus abgeschaffter Kraftstoffsteuer, neuer kilometerabhängiger Maut und erhöhter CO₂-Steuer führt dazu, dass Autofahren in Island insgesamt nicht günstiger wird. Während Vielfahrer und lange Roadtrips stärker von der Maut betroffen sind, fallen die Mehrkosten bei kurzen Fahrstrecken geringer aus. Für Mietwagenkunden ist die Belastung planbarer, da sie über feste Tagespauschalen abgewickelt wird.

Das Straßen-Netz in Island

Island verfügt über ein Straßennetz von rund 13.000 Kilometern, das von der staatlichen Straßenbehörde Vegagerðin verwaltet wird. Nur ein Teil davon ist asphaltiert, etwa 4.600 Kilometer, während der Großteil aus Schotter- oder unbefestigten Straßen besteht. Klassische Autobahnen gibt es nicht. Mehrspurige, autobahnähnliche Abschnitte finden sich lediglich im Großraum Reykjavík. Das Straßen-Netz folgt weitgehend der Küstenlinie, da das dünn besiedelte Hochland im Landesinneren nur punktuell erschlossen ist.

Zentrale Verkehrsachse ist die Ringstraße, die Island nahezu vollständig umrundet und mit einer Länge von rund 1.322 Kilometern die wichtigsten Orte miteinander verbindet. Sie ist überwiegend asphaltiert und grundsätzlich ganzjährig befahrbar, kann aber witterungsbedingt zeitweise gesperrt werden. Daneben gibt es zahlreiche Nebenstraßen sowie die sogenannten F-Roads im Hochland, die meist unbefestigt sind und nur mit geländetauglichen Fahrzeugen befahren werden dürfen. Wetter, Geologie und jahreszeitliche Bedingungen prägen Zustand und Nutzbarkeit vieler Straßen deutlich stärker als in Mitteleuropa.

Fazit