Spritpreise steigen wieder: Tankrabatt kommt nicht vollständig an

Spritpreise steigen wieder
Tankrabatt kommt nicht vollständig an

ArtikeldatumVeröffentlicht am 04.05.2026
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Tankrabatt Tankstelle Preis
Foto: Stadtratte via Getty Images

Zwar gingen die Kraftstoffpreise zum Start des Rabatts am 1.5.2026 zunächst spürbar zurück. Nach Angaben des Bundeskartellamts lag der Rückgang im bundesweiten Durchschnitt bei knapp 13 Cent pro Liter. Bereits einen Tag später setzte jedoch wieder ein Anstieg ein.

Preise steigen wieder über die Zwei-Euro-Marke

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung im Tagesdurchschnitt vom Sonntag (3.5.). Ein Liter Super E10 kostete im Schnitt 2,017 Euro, Diesel lag bei 2,104 Euro pro Liter. Damit verteuerten sich beide Kraftstoffarten innerhalb von zwei Tagen um mehrere Cent. Der Preis für E10 lag rund 2,8 Cent über dem Niveau vom Freitag, Diesel verteuerte sich um etwa 2,5 Cent.

Vergleicht man die Preise mit dem letzten Tag vor Einführung des Tankrabatts, fällt die Entlastung deutlich geringer aus als vorgesehen. Super E10 ist im Schnitt nur noch rund 10,9 Cent günstiger, Diesel etwa 11,1 Cent. Beide Werte liegen damit klar unter der steuerlichen Entlastung von rund 16,7 Cent pro Liter.

ADAC kritisiert unvollständige Weitergabe der Steuersenkung

Der ADAC kritisiert diese Entwicklung deutlich und erklärt, dass die Energiesteuersenkung weiterhin nicht vollständig bei den Autofahrern ankomme. Zudem seien die Preise zuletzt gestiegen, obwohl sich Rohöl gleichzeitig verbilligt habe. Der Automobilclub fordert daher, dass die Preise stärker sinken müssten, als aktuell zu beobachten ist.

Kartellamtspräsident Andreas Mundt betont die Zielsetzung der Maßnahme und sieht die Mineralölkonzerne in der Pflicht. "Die Steuersenkung soll Verbraucherinnen, Verbraucher und die Wirtschaft in einer schwierigen Phase entlasten", sagt Mundt. Die Unternehmen seien "allenfalls Treuhänder dieser Entlastung", sie müsse bei den Kunden ankommen.

Tagesverlauf und System des Tankrabatts beeinflussen die Preise

Ein Teil der aktuellen Preisbewegungen lässt sich durch den typischen Tagesverlauf erklären, der sich seit Einführung der 12-Uhr-Regel verstärkt hat. Demnach steigen die Preise zur Mittagszeit häufig deutlich an und fallen anschließend bis zum nächsten Vormittag wieder. Vereinzelt lagen die Preise am Montagmorgen dennoch unter der Marke von 2 Euro pro Liter.

Strukturell liegt ein Problem im Aufbau des Tankrabatts selbst. Die Steuerentlastung greift zunächst bei den Mineralölkonzernen und nicht direkt an der Zapfsäule. Eine Verpflichtung zur vollständigen Weitergabe an Endkunden besteht nicht. Entscheidend ist der Zeitpunkt, zu dem Kraftstoff die Raffinerie oder das Tanklager verlässt, nicht der Verkauf an den Verbraucher.

Nutzen Sie unsere Spritpreis-App

Um ein wenig die Kraftstoffkosten zu minimieren, sollten Autofahrer nach Möglichkeit die Schwankungen der Kraftstoffpreise im Tagesverlauf nutzen.

Für eine aktuelle Übersicht bietet sich unsere kostenlose Spritpreis-App "mehr tanken" (Google Play-Store oder Apple App-Store) an, die die aktuellen Kraftstoffpreise, eine Preis-Prognose und günstige Tankstellen in der Nähe anzeigt. Dort finden auch E-Auto-Fahrer Ladepunkte und deren Preise.

Fazit