Streu-Salz wird knapp: Erste Notfall-Pläne in Kraft

Streu-Salz wird knapp
Erste Notfall-Pläne in Kraft

ArtikeldatumVeröffentlicht am 29.01.2026
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Streufahrzeug Winter Streusalz Lkw
Foto: Milan Krasula via Getty Images

In vielen Regionen wird der Winterdienst inzwischen eingeschränkt und auf besonders wichtige Strecken konzentriert. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) betrifft die angespannte Versorgungslage nicht nur einzelne Kommunen, sondern zeigt sich in mehreren Teilen Deutschlands. Während einige Städte noch ausreichend versorgt sind, arbeiten andere bereits mit Notfallplänen.

Niedersachsen besonders stark betroffen

In Niedersachsen berichten mehrere Landkreise und Städte über Engpässe. Der Landkreis Osnabrück setzt Streusalz nach Angaben der Verwaltung überwiegend nur noch auf stark befahrenen Straßen sowie an Steigungen und Gefällestrecken ein. Nebenstraßen und Radwege werden zwar geräumt, aber deutlich seltener gestreut.

Auch die Stadt Meppen hat den Winterdienst eingeschränkt. Als Grund nennt die Verwaltung eine deutschlandweite Verknappung in Verbindung mit hohem Verbrauch und begrenzten Liefermöglichkeiten. Verkehrsteilnehmer werden zu erhöhter Aufmerksamkeit und angepasster Fahrweise aufgerufen.

Der Landkreis Emsland meldete laut dpa bis zum 26.01.2026 einen Verbrauch von rund 2.100 Tonnen Streusalz. Im gesamten Winter 2024/25 waren es bis März etwa 1.700 Tonnen gewesen. Um die Einsatzfähigkeit zu sichern, werden dort salzhaltige Ersatzstoffe eingesetzt und zusätzliche Lieferungen organisiert. Andere Regionen wie Hannover, Braunschweig oder Oldenburg melden dagegen derzeit noch stabile Lagerbestände.

Auch in anderen Bundesländern Engpässe

Nach dpa-Informationen ist die Lage nicht auf Niedersachsen beschränkt. In Nordrhein-Westfalen berichten mehrere Kommunen über knappe Vorräte und verzögerte Nachlieferungen. Dort wird Streusalz vor allem noch auf Hauptstraßen eingesetzt.

Ähnliche Meldungen gibt es aus Teilen Hessens, Bayerns und Baden-Württembergs. Auch dort konzentrieren sich die Winterdienste zunehmend auf Gefahrenstellen und stark frequentierte Verkehrsachsen. Die Ursachen ähneln sich bundesweit: hoher Verbrauch durch anhaltende Glätte, gleichzeitig hohe Nachfrage vieler Kommunen und begrenzte Transportkapazitäten.

Salzwerke produzieren auf hohem Niveau

Die deutschen Salzwerke arbeiten nach Unternehmensangaben seit Wochen im Dauerbetrieb. Das Steinsalzwerk in Grasleben in Niedersachsen produziert derzeit rund 2.800 Tonnen Auftausalz pro Tag, was mehr als 110 Lkw-Ladungen entspricht.

Trotz dieser Mengen entstehen regionale Engpässe. Wenn viele Kommunen gleichzeitig größere Bestellungen abrufen, fehlen häufig Transportmöglichkeiten. Besonders der Mangel an Lkw und Fahrern verzögert die Auslieferung. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, dass weniger die Produktion als vielmehr die Logistik zum begrenzenden Faktor werde.

Priorisierung im Winterdienst

Angesichts knapper Vorräte setzen viele Kommunen auf abgestufte Streupläne. Zunächst werden Hauptverkehrsstraßen, wichtige Verkehrsachsen und sicherheitsrelevante Bereiche behandelt. Danach folgen Nebenstraßen und Radwege, häufig mit zeitlicher Verzögerung. Ergänzend kommen Splitt, Sand oder Mischstoffe zum Einsatz. In einzelnen Städten dürfen Bürger auch kommunalen Sand als Streugut nutzen.

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund erklärte gegenüber dpa, dass selbst gut ausgestattete Winterdienste bei länger anhaltenden Frostperioden an ihre Belastungsgrenzen stoßen könnten.

Autobahnen und Großstädte besser abgesichert

Auf Autobahnen und in größeren Städten ist die Lage bislang meist entspannter. Die Autobahn GmbH verweist auf eigene Salzreserven von rund 25.000 Tonnen. Damit soll die Verkehrssicherheit auf den Hauptachsen gewährleistet bleiben.

Auch größere Städte verfügen in der Regel über größere Lagerkapazitäten und langfristige Lieferverträge, wodurch sie weniger anfällig für kurzfristige Engpässe sind.

Fazit