Das Kettenfahrzeug lag wohl über 80 Jahre im sandigen Boden; Fachleute beschreiben den Erhaltungszustand als ungewöhnlich gut. Der Fund hat nicht nur archäologisch, sondern auch organisatorisch eine Reihe von Fragen ausgelöst: Wem wird das Objekt zugeordnet, wo wird es gesichert, wie wird es konserviert und wann kann es öffentlich gezeigt werden?
Nach Angaben der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ist inzwischen entschieden, dass das Sturmgeschütz im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden zu sehen sein wird, zuvor soll es ab August zunächst im Deutschen Panzermuseum Munster ausgestellt werden. Dort werde das StuG III auch konserviert.
Die Bergung selbst übernahm die Bundeswehr, begleitet wurde sie durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen. Bis zum Weiter-Transport wird das Fahrzeug auf dem Stützpunkt zwischengelagert und gegen unbefugten Zugriff gesichert.
Vergraben nach Kriegsende, weiterer Fund möglich
Zur Frage, warum das Fahrzeug überhaupt im Boden lag, erklärt das TV-Format "buten un binnen": Das Sturmgeschütz sei kurz nach Kriegsende von Alliierten in einen ehemaligen Verteidigungsgraben gefahren und mit Sand bedeckt worden. Der sandige Untergrund wird zugleich als ein Grund für die vergleichsweise gute Erhaltung beschrieben.

Die Bundeswehr hat das Stug III geborgen.
Da der Marineflugplatz Nordholz noch bis 2035 modernisiert wird, gelten weitere Funde im Zuge der Bauarbeiten als möglich. Aktiv gesucht werde dabei nicht; eine Bergung komme vor allem dann in Betracht, wenn Funde gefährlich sind, Bauarbeiten behindern oder wissenschaftlich besonders relevant erscheinen.
Technik des StuG III
Das Sturmgeschütz III (StuG III) war ein turmloses Kettenfahrzeug auf Basis des Panzerkampfwagen III, bei dem die Hauptwaffe fest in der Front eingebaut war. Die Besatzung bestand aus vier Soldaten; als Antrieb diente in der Regel ein Maybach HL 120 TRM mit 300 PS. Typische Fahrzeugdaten, je nach Ausführung, liegen bei rund 6,77 Metern Länge, 2,95 Metern Breite und etwa 2,16 Metern Höhe; das Gefechtsgewicht wird in Standardangaben meist um 24 Tonnen geführt, kann je nach Ausstattung abweichen. Als Vorteil galt die niedrige Silhouette, als Einschränkung der fehlende Turm, weil Zielwechsel oft über das Umsetzen des ganzen Fahrzeugs laufen mussten.
Bei der Bewaffnung gab es einen klaren Wandel: Frühe StuG-III-Versionen trugen die kurze 7,5-cm-Kanone StuK 37 L/24 für die Infanterieunterstützung, spätere und besonders verbreitete Varianten – vor allem die Ausführung G – die lange 7,5-cm-Kanone StuK 40 (L/43 oder L/48) mit deutlich besserer Panzerabwehrleistung. Die Frontpanzerung wird bei späten Fahrzeugen häufig mit 80 Millimetern angegeben; seitlich lagen die Werte typischerweise niedriger und wurden bei vielen Fahrzeugen durch Schürzen ergänzt. In der Berichterstattung zum Fund in Nordholz werden zudem rund 9.300 gebaute StuG III bis April 1945 genannt.





