Der türkische Elektroautohersteller Togg will ab 2027 neue E‑Modelle auf einem "Skateboard"-Chassis des chinesischen Batteriekonzerns CATL in Serie bringen. Beide Unternehmen haben dafür eine Partnerschaft geschlossen, die den Einsatz des CATL‑"Bedrock"-Chassis beziehungsweise der CIIC‑Plattform (CATL Integrated Intelligent Chassis) in einer neuen B‑Segment-Plattform von Togg vorsieht. Geplant sind demnach drei Modelle, das erste soll 2027 anlaufen.
CATL spricht von einem Premierenfall: Erstmals soll ein integriertes, "intelligentes" Chassis aus China in den ausländischen Pkw‑Markt geliefert werden. Für Togg ist die Kooperation in erster Linie ein Hebel, die Entwicklung neuer Fahrzeuge zu beschleunigen. Beim Skateboard-Prinzip sind Ober und Unterwagen voneinander getrennt, das bedeutet, die Hersteller können Karosserie, Innenraum und Software parallel entwickeln und das Fahrzeug somit schneller auf den Markt bringen.
Parallele Entwicklung für schnelleren Marktstart
Beim CIIC‑System geht es im Kern darum, möglichst viel Technik in einem standardisierten "Skateboard" unterzubringen. Dieser Unterbau enthält laut CATL Batterie und elektrischen Antrieb, dazu Fahrwerk und Bremsen. Mit Cell‑to‑Chassis (CTC) rückt CATL die Batterie außerdem näher an die tragende Struktur. Das soll Platz und Gewicht sparen.
Bei der Sicherheit setzt CATL nach eigener Darstellung auf drei Punkte. Das Unternehmen nennt die Stabilität der Struktur, den Schutz der Zellen und die Absicherung des Hochvoltsystems. Togg will sich parallel auf das konzentrieren, was Kunden später direkt merken. Dazu zählen Bedienlogik, digitale Funktionen und die Definition der Fahrzeuganforderungen. Die Hardware‑Basis kommt von CATL beziehungsweise der Tochter CAIT.
Zu den Leistungsdaten nennt CATL Ergebnisse aus Tests in China. Demnach erreicht die Plattform bis zu 1.000 Kilometer Reichweite nach dem chinesischen CLTC‑Zyklus, einen Verbrauch von 10,5 kWh pro 100 Kilometer sowie Schnellladen, das innerhalb von fünf Minuten Reichweite für 300 Kilometer nachladen soll. Zudem beziffert CATL den Wirkungsgrad des Akkupakets mit 75 Prozent.
Die Idee ist nicht neu
Die Partnerschaft fällt in eine Phase, in der CATL das Skateboard‑Thema über Tochterfirmen breit ausrollt. Für Pkw ist CAIT zuständig, für Nutzfahrzeuge Synland. Eine frühe Serienanwendung gab es bereits. Der Neta S Wagon setzte 2024 als erstes Serienfahrzeug auf das CIIC‑System. Der Hersteller Neta meldete allerdings 2025 Insolvenz an.
CATL setzt das Skateboard-Prinzip nicht nur bei Pkw an, sondern auch bei Nutzfahrzeugen. Auf der Beijing Auto Show 2026 präsentierte der Robotaxi‑Spezialist Pony.ai einen autonomen Leicht‑Lkw der Stufe 4, der auf einem Synland‑Skateboard‑Chassis ("Kun Speed") basieren soll.





