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2026: USA senken Flottenverbrauch auf 4,8 Liter

USA verschärfen Verbrauchsvorgaben Flottenverbrauch ab 2026 nur noch 4,8 Liter

Das US-Verkehrsministerium hat neue Verbrauchsstandards für US-Modelle ab 2026 angekündigt. Eingeführt werden diese stufenweise ab 2024.

Die Zeit der fetten V8-Motoren scheint sich auch in den USA einem sicheren Ende entgegen zu gehen. Wie das amerikanische Verkehrsministerium (NHTSA) jetzt ankündigt, sollen die durchschnittlichen Flottenverbräuche für Pkw und leichte Lkw – darunter fallen die in den USA so beliebten Pick-ups – ab 2026 auf 49 mpg (Miles per Gallon) gesenkt werden. Die NHTSA setzt dabei die Pläne von US-Präsident Joe Biden um, der die amerikanische Führungsrolle bei sauberen Autos vorantreiben möchte. Biden will unbedingt die Abhängigkeit der USA von fossilen Brennstoffen verringern.

Stufenweise absenken

Die neuen Corporate Average Fuel Economy-Standards (CAFE), die einem branchenweiten Flottenverbrauch entsprechen, sollen dabei stufenweise abgesenkt werden. Erste Absenkung um etwa acht Prozent jährlich sollen schon für die Modelljahre 2024 und 2025 greifen. Im Modelljahr 2026 ist eine Reduzierung des Flottenverbrauchs um weitere zehn Prozent vorgesehen. Als Zielwert nennt die NHTSA 49 Miles per Gallon – umgerechnet auf unseren Verbrauchsstandard ergibt sich daraus ein durchschnittlicher Flottenverbrauch von 4,8 Liter auf 100 Kilometer. US-Verkehrsminister Pete Buttigieg merkte dazu an, dass der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch der US-Fahrzeugflotte 2021 bei 36 mpg (umgerechnet rund 6,5 Liter/100km) liegt.

01/2021, Collage VW Touareg V8 TDI / E.Go Life
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Riesiges Einsparpotenzial

Seit dem in Kraft treten der ersten CAFE-Regeln im Jahr 1975 haben diese Verbrauchsstandards den Ölverbrauch der USA im Verkehrssektor um 25 Prozent oder umgerechnet rund fünf Millionen Barrel täglich gesenkt. Hochgerechnet bis zum Jahr 2050 sollen die jetzt weiter verschärften Verbrauchslimits zusätzlich rund 760 Millionen Liter Kraftstoff einsparen. Das Einsparpotenzial an CO2 beziffert die US-Regierung auf 2,5 Milliarden Tonnen. Wirksam werden die neuen Flottenverbrauchsvorgaben 60 Tage nach deren Veröffentlichung im amerikanischen Gesetzblatt.

US-Bürgern verspricht Biden mit den neuen Regeln zwar deutlich reduzierte Tankkosten, Branchenbeobachter rechnen aber damit, dass durch die neuen verschärften Verbrauchsvorgaben die Kosten pro Fahrzeug um etwa 1.100 Dollar (umgerechnet rund 1.000 Euro) steigen werden.

CO2-Strafen VW-Konzern Seat Skoda
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Komplizierte Berechnung

Die neuen CAFE-Regeln bedeuten jetzt aber nicht, dass ab 2026 jedes US-Modell nur noch maximal 4,8 Liter im Schnitt verbrauchen darf. Im Rahmen der CAFE-Regeln wird jedem Fahrzeug ein eigenes Verbrauchlimit zugeordnet, in Abhängigkeit von Spurbreite und Radstand. Der eigentliche Flottenverbrauch errechnet sich dann für jeden Hersteller nach Marktanteil und verkauften Fahrzeugen. Hier verschaffen beispielsweise Hybrid- oder Elektromodelle den Herstellern deutliche Vorteile. erreicht ein Hersteller seinen Zielwert nicht, so werden Strafzahlungen fällig.

Ursprünglich hatte die Administration unter Präsident Barack Obama für 2025 noch einen Flottenverbrauchszielwert von 55 mpg (4,28 L/100 km) festgelegt. Donald Trump hat unter seiner Präsidentschaft dann aber diesen Zielwert auf 40 mpg (5,87 L/100 km) gesenkt.

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Die US-Regierung unter Präsident Joe Biden verschärft die Flottenverbrauchsstandards weiter. Ab 2026 soll der für Autos und (leichte) Pick-ups bei umgerechnet rund 4,8 Liter liegen. Biden will damit die amerikanische Führungsrolle bei sauberen Autos vorantreiben und die Abhängigkeit der USA von fossilen Brennstoffen verringern. Beobachter rechnen damit, dass derart verbrauchsoptimierte Neuwagen um durchschnittlich 1.000 Euro teurer werden könnten.

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