VW stellt 100 Schafe für die Grünflächenpflege ein

Grünflächenpflege im Solarpark
VW stellt Schafe als Gärtner ein

ArtikeldatumVeröffentlicht am 14.07.2026
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Schafe pflegen im polnischen VW-Werk den Rasen
Foto: Rafal Pijanski

In Sachen Grünpflege setzt der Autokonzern seit April 2026 auf 100 Schafe. Sie sollen den Rasen unter einer der größten werkseigenen Photovoltaik-Anlagen Europas in Schach halten.

VW macht das nicht zum Spaß, das Projekt ist Teil des Agri-Photovoltaik-Konzepts. Dabei werden Flächen gleichzeitig für die Energiegewinnung und für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Anstatt die 27 Hektar große Fläche unter den Solarmodulen mechanisch zu mähen, halten nun die Schafe die Vegetation kurz. Die Tiere profitieren dabei vom Schatten und Schutz, den die Modulreihen bieten.

Die Photovoltaik-Anlage selbst liefert beachtliche Zahlen: Mehr als 31.000 Solarmodule erreichen eine Leistung von 18,3 Megawatt. Laut Volkswagen kann die Anlage an sonnigen Tagen den kompletten Energiebedarf des Werks decken. Im Jahresdurchschnitt stammt rund ein Viertel des Stromverbrauchs aus dieser Eigenproduktion. Die Anlage wurde von Quanta Energy, die auch für den Betrieb zuständig ist, gebaut.

Wissenschaftler beobachten die tierischen Mäher

Zusätzlich wird das Konzept von der Naturwissenschaftlichen Universität Posen begleitet. Forscher analysieren, wie sich die Beweidung auf Artenvielfalt, Boden und Mikroklima auswirkt. "Wir untersuchen den Einfluss von Photovoltaikanlagen auf das Wohlbefinden und Verhalten der Tiere", erklärt Dr. Joanna Składanowska-Baryza von der Universität. Ein zentraler Punkt sei die Frage, ob die Beschattung durch die Module den Hitzestress der Tiere an heißen Tagen reduzieren kann und somit das Wohlbefinden der Tiere verbessert.

Eine geschützte Rasse im Einsatz

Die Wielkopolska-Schafe sind eine regionale Rasse, die in Polen im Programm zur Erhaltung genetischer Ressourcen geführt wird. Die Herde hat sich laut ihrer Besitzerin gut eingelebt. "Die Tiere haben sich sehr gut an die neuen Bedingungen angepasst. Wir sehen, dass sich die Herde sicher fühlt", so Justyna Nowak-Gajek, Eigentümerin der Schäferei.

Für Volkswagen ist das Projekt ein Baustein der eigenen Umweltstrategie. "Die Schafbeweidung zeigt, dass die moderne Industrie harmonisch mit der Natur zusammenarbeiten kann", sagt Marzena Pillich-Grońska, Werkleiterin von Volkswagen Poznań in Września. Das Projekt verbinde die Energiewende mit dem Schutz der Artenvielfalt und der Förderung lokaler Landwirtschaft.

Fazit