Im Raum steht die Fertigung von Komponenten wie Trägerfahrzeuge, Startsysteme und Generatoren für das Luftabwehrsystem Iron Dome. Ausgeschlossen wird die Waffenproduktion. Ein Sprecher von VW erklärte auf Anfrage, es würden weiter tragfähige Perspektiven für den Standort Osnabrück nach dem Auslauf der aktuellen Fertigung im Jahr 2027 geprüft.
Auslöser ist die unsichere Zukunft des Standorts. Die Produktion des T-Roc Cabriolet soll 2027 enden. Für die rund 2.300 Beschäftigten wird deshalb nach einer Anschlusslösung gesucht. Eine Umstellung auf Rüstungszulieferteile ist eine von mehreren Varianten.
Iron Dome als mobiles Abwehrsystem
Der Iron Dome ist ein System zur Abwehr von Kurzstreckenraketen, Mörsergranaten und Drohnen. Es wird seit etwa 15 Jahren eingesetzt und ist auf schnelle Verlegung ausgelegt.
Technisch arbeitet das System in mehreren Schritten. Ein Radar erkennt anfliegende Geschosse und berechnet ihre Flugbahn. Eine Leitstelle entscheidet, ob ein Eingriff nötig ist. Nur wenn ein Einschlag in bewohnten Gebieten droht, wird eine Abfangrakete gestartet. Diese zerstört das Ziel noch in der Luft.
Welche Rolle Lkw spielen
Die einzelnen Komponenten des Systems sind auf Fahrzeuge verteilt. Dazu gehören Radar, Gefechtsstand und die Startgeräte mit den Raketen. Gerade die Startgeräte stehen auf schweren Militär-Lkw. Verwendet werden geländegängige Fahrzeuge mit sechs oder acht angetriebenen Rädern. Sie tragen die Startcontainer, liefern Strom und sorgen für die nötige Mobilität im Einsatz.
Einen festen Fahrzeugtyp gibt es nicht. Das System ist so aufgebaut, dass unterschiedliche Plattformen genutzt werden können. In Israel kommen unter anderem schwere Lkw aus US-Produktion oder vergleichbare eigene Fahrzeuge zum Einsatz. Für eine Fertigung in Deutschland wäre daher auch eine europäische Basis denkbar. Technisch geeignet wären etwa militärische Lkw von MAN oder Rheinmetall. Festgelegt ist das bisher nicht.
Werk Osnabrück als möglicher Standort
Der Umbau des Werks gilt als vergleichsweise schnell umsetzbar. Im Gespräch sind zwölf bis 18 Monate, vorausgesetzt die Belegschaft stimmt zu. Volkswagen hatte bereits zuvor nach Alternativen für den Standort gesucht, auch Gespräche mit Rheinmetall blieben ohne Ergebnis.
Parallel wächst in Europa der Bedarf an Luftverteidigungssystemen. Mehrere Staaten investieren in entsprechende Technik. Deutschland gilt dabei als möglicher Produktionsstandort, auch weil vorhandene Industrieanlagen genutzt werden können.












