Wetzlarer Kreuz A45: Dieses Autobahn-Kreuz ist einzigartig und muss weg

Wetzlarer Kreuz A45
Dieses Autobahn-Kreuz ist einzigartig und muss weg

ArtikeldatumVeröffentlicht am 20.06.2026
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Autobahn Kreuz Wetzlar
Foto: Autobahn GmbH

Das Kreuz verbindet die A45 mit der A480 und wurde Anfang der 1980er-Jahre als vollständiges Malteserkreuz errichtet. Diese Bauform gilt als besonders leistungsfähig. Anders als bei einem klassischen Kleeblatt kreuzen sich auf- und abfahrende Verkehrsströme nicht. Fahrzeuge können die Fahrtrichtungen mit vergleichsweise hohen Geschwindigkeiten wechseln. Der Nachteil liegt im erheblichen baulichen Aufwand. Mehrere Ebenen und zahlreiche Brückenbauwerke machen Bau und Unterhaltung deutlich komplexer.

Ein Bauwerk für eine Autobahn, die nie kam

Der Grund für die ungewöhnliche Bauform liegt in den ursprünglichen Planungen für die A480. Diese sollte einst Teil einer durchgehenden Autobahnverbindung zwischen dem Raum Koblenz und Mittelhessen werden. Entsprechend rechneten die Planer mit deutlich höheren Verkehrsströmen als heute.

Dazu kam es jedoch nie. Die A480 blieb Stückwerk. Südlich des Wetzlarer Kreuzes endet sie bereits nach wenigen Kilometern bei Aßlar. Nördlich läuft sie nach kurzer Strecke aus und geht in das regionale Straßennetz über.

Damit blieb die eigentliche Leistungsfähigkeit des Malteserkreuzes über Jahrzehnte weitgehend ungenutzt. Nach Angaben der Autobahn GmbH entfallen heute mehr als 90 Prozent des Verkehrs auf die durchgehende A45. Die Äste der A480 besitzen überwiegend regionale Bedeutung.

Sechs Ebenen werden auf zwei reduziert

Nun steht dem Bauwerk der größte Umbau seiner Geschichte bevor. Die Autobahn GmbH plant den vollständigen Umbau des Wetzlarer Kreuzes im Zusammenhang mit dem sechsstreifigen Ausbau der A45 und dem Ersatzneubau der Talbrücke Engelsbach.

Künftig sollen statt der bisherigen komplexen Konstruktion mit mehreren Ebenen nur noch drei Brückenbauwerke auf zwei Ebenen erforderlich sein. Aus dem bisherigen Autobahnkreuz wird schrittweise ein Autobahndreieck. Bereits im August 2024 wurden zwei Verbindungsrampen dauerhaft geschlossen. Damit verlor das Wetzlarer Kreuz faktisch bereits einen Teil seiner ursprünglichen Funktion als vollständiges Malteserkreuz.

Warum der Umbau notwendig wird

Der Umbau steht im Zusammenhang mit einer grundlegenden Neuordnung der Verkehrsströme im Raum Wetzlar. Die Bundesstraße 49 soll künftig großräumig über die A480 und die A45 geführt werden. Dadurch verändert sich die Bedeutung der einzelnen Fahrbeziehungen im Kreuz deutlich. Nach Angaben der Autobahn GmbH werden für das Jahr 2030 südlich des Wetzlarer Kreuzes auf der A45 rund 109.450 Fahrzeuge pro Werktag erwartet. Auf der A480 rechnen die Planer mit etwa 41.350 Fahrzeugen täglich.

Gleichzeitig erreicht die bestehende Infrastruktur der A45 zunehmend ihre Kapazitätsgrenzen. Die in den 1960er- und 1970er-Jahren errichtete Autobahn wird deshalb zwischen der hessisch-nordrhein-westfälischen Landesgrenze und dem Gambacher Kreuz schrittweise auf sechs Fahrstreifen erweitert. Dazu gehört auch der Ersatz zahlreicher Talbrücken entlang der Strecke.

Autobahn Kreuz Wetzlar
Autobahn GmbH

Talbrücke Engelsbach wird ebenfalls ersetzt

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist der Neubau der Talbrücke Engelsbach. Das 362 Meter lange Bauwerk liegt unmittelbar im Bereich des Wetzlarer Kreuzes und stammt ebenfalls aus der ursprünglichen Bauzeit der A45. Zusammen mit dem Umbau des Kreuzes entsteht auf rund 1,5 Kilometern Länge ein komplett neuer Autobahnabschnitt. Ziel ist es, die Verkehrsführung an die heutigen Anforderungen anzupassen und gleichzeitig die Zahl der Brückenbauwerke deutlich zu reduzieren.

Für Autofahrer dürfte sich die Veränderung vor allem in Form neuer Verkehrsführungen und langfristiger Baustellen bemerkbar machen. Für Verkehrshistoriker endet dagegen ein besonderes Kapitel deutscher Autobahngeschichte.

Fazit