Wie kann das sein? Tesla verkauft mehr Autos als Mercedes

Weltweiter Auto-Absatz im 1. Halbjahr 2026
Tesla zieht an Mercedes vorbei

ArtikeldatumVeröffentlicht am 17.07.2026
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Foto: Jose A. Bernat Bacete via Getty Images / Mercedes

Weltweit kamen im ersten Halbjahr 2026 weniger Autos auf die Straßen. Doch in einem schrumpfenden Gesamtmarkt gibt es auch Gewinner, und das führt zu bemerkenswerten Verschiebungen. Elon Musks Elektroautomarke Tesla hat zum ersten Mal mehr Autos ausgeliefert als Mercedes-Benz. Dies geht aus einer aktuellen Datenauswertung des Center of Automotive Management (CAM) hervor, über welche die Automobilwoche berichtet.

Insgesamt ging der Absatz der 20 größten Autohersteller im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,8 Prozent auf rund 37,3 Millionen Fahrzeuge zurück – ein Minus von 1,1 Millionen Einheiten. Die Mehrheit der Konzerne, nämlich 14 von 20, verzeichnete rückläufige Volumina. Für die deutschen Hersteller ist der chinesische Markt sehr schwierig geworden. Volkswagen, BMW und Mercedes verlieren auf dem größten Automarkt der Welt massiv Marktanteile.

Tesla knapp vor Mercedes

Die wohl größte Überraschung liefert der direkte Vergleich zwischen Tesla und Mercedes-Benz. Während die Stuttgarter im ersten Halbjahr einen Absatzrückgang von sieben Prozent auf rund 837.200 Einheiten hinnehmen mussten, steigerte Tesla seine globalen Auslieferungen um 16,3 Prozent. Mit 838.149 Fahrzeugen liegen die Amerikaner damit hauchdünn, aber eben doch erstmals vor der deutschen Premiummarke. Die CAM-Studie begründet dies mit einer Erholung der Elektromobilität in Europa sowie einer besseren Verfügbarkeit der Tesla-Modelle. Für Mercedes bedeutet der Volumenverlust ein Abrutschen auf den 17. Platz im Gesamtranking der größten Hersteller.

Fünf Gewinner aus Europa, China, USA und Japan

Doch nicht nur Tesla stemmte sich gegen den negativen Trend. Auch der Stellantis-Konzern konnte mit einem Zuwachs von 10,8 Prozent auf 2,95 Millionen Fahrzeuge deutlich zulegen, was die Studie jedoch auch auf eine Erholung nach schwachen Vorjahren, insbesondere in Nordamerika, zurückführt. Ebenfalls im Plus sind die chinesischen Hersteller SAIC (u.a. MG) mit 12,7 Prozent und Chery mit 7,7 Prozent, die von ihrer Expansion ins Ausland und der Nachfrage nach elektrifizierten Modellen profitieren. Suzuki wächst dank seiner starken Position im robusten indischen Markt um 9,9 Prozent.

An der Spitze des Rankings bleibt Toyota mit hochgerechneten 5,3 Millionen Fahrzeugen (minus 3,1 Prozent) unangefochten. Der Volkswagen-Konzern auf Platz zwei muss mit 3,97 Millionen Einheiten einen deutlich stärkeren Verlust von 6,5 Prozent verkraften. Stark überdurchschnittliche Rückgänge verzeichnen neben den US-Herstellern Ford und GM vor allem chinesische Marken wie BYD, deren Absatz auf dem Heimatmarkt um massive 39 Prozent einbrach.

Hersteller stehen vor einem "darwin’schen Ausleseprozess"

Studienleiter Stefan Bratzel vom CAM zeichnet ein ernstes Bild der Lage: "Die globale Automobilindustrie tritt in eine neue Phase der Marktbereinigung ein, die in einem darwin’schen Ausleseprozess mündet", so Bratzel laut Automobilwoche. Wer sich den neuen Markt- und Technologiebedingungen nicht schnell genug anpasse, drohe langfristig seine Unabhängigkeit zu verlieren.

Fazit