Zu schnell auf einem Rad: Was wohl die beiden Wheelie-Raser zahlen müssen?

Zu schnell auf einem Rad
Was wohl die beiden Wheelie-Raser zahlen müssen?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 01.05.2026
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Motorrad Wheelie Polizei Radarfoto
Foto: Polizei Düren / Polizei Münster

Auf der L15 bei Heimbach in der Eifel blitzte ein mobiler Radarwagen der Polizei Düren einen Motorradfahrer mit 90 km/h in einer 50er-Zone – beim Wheelie. Beamte stoppten ihn direkt nach der Messung und nahmen seine Personalien auf.

Die Kontrollaktion brachte insgesamt 376 Verstöße, 192 davon durch Motorradfahrer. 25 von ihnen müssen mit einem Fahrverbot rechnen. Für den Wheelie-Fahrer stehen rund 200 Euro Bußgeld, ein Punkt und möglicherweise ein Fahrverbot im Raum.

Auffällig war die Häufung der Verstöße gerade bei Zweirädern. Kontrollen dieser Art werden in der Region regelmäßig durchgeführt, weil Landstraßen in der Eifel immer wieder als Unfallschwerpunkte gelten.

Münster: 107 km/h, dann folgt ein Motorradpolizist

Später, Dienstag, 28.04.2026, passierte etwas Ähnliches in Münster – diesmal im Rahmen des bundesweiten Aktionstags "sicher.mobil.leben – Zweiräder im Blick", an dem sich Polizeibehörden in mehreren Bundesländern beteiligen.

"Für besonderes Aufsehen sorgte ein Motorradfahrer: Er passierte die Messstelle auf dem Kappenberger Damm auf dem Hinterrad mit einer Geschwindigkeit von 107 km/h bei erlaubten 50 km/h", so die Polizei Münster.

Ein Motorradpolizist nahm die Verfolgung auf und stoppte den Fahrer. Die Konsequenzen fallen deutlich härter aus als im Eifel-Fall: mindestens 320 Euro, zwei Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot.

In Münster kontrollierte die Polizei zwischen 7:00 Uhr und 19:00 Uhr über 450 Fahrzeuge an 49 Kontrollstellen.

Wheelie: nicht verboten, aber riskant

Rein rechtlich ist ein Wheelie in Deutschland nicht explizit verboten. Entscheidend ist die konkrete Verkehrssituation. Sobald die Kontrolle über das Fahrzeug eingeschränkt ist oder andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden, kann das Verhalten als Ordnungswidrigkeit gewertet werden.

In der Praxis kommt es häufig auf die Kombination an. Hohe Geschwindigkeit, einhändige Kontrolle oder instabile Fahrweise führen dazu, dass Behörden das Manöver als unsicher einstufen. Genau das ist in beiden Fällen entscheidend.

Hinzu kommt der Verkehrsraum. Während ein Wheelie auf abgesperrtem Gelände anders bewertet werden kann, gilt im öffentlichen Straßenverkehr ein strenger Maßstab. Gerade auf Landstraßen oder innerörtlichen Strecken mit Gegenverkehr und Einmündungen steigt das Risiko deutlich.

Beide Fälle zeigen, dass Kontrollen gezielt auf solche Situationen achten. Auffällige Fahrweisen werden nicht nur dokumentiert, sondern in vielen Fällen direkt gestoppt und geahndet.

Fazit